Abschied der von dem Kurfürsten Ferdinand zu Cöln, als Bischof von Münster, veranstalteten Visitation und Reformation des Klosters Überwasser: Ferdinand, Erzbischof zu Köln, Reichskanzler durch Italien usw., bekundet als Bischof zu Münster, daß er eine Reformation des Klosters Überwasser durch Kommissare habe durchführen lassen. Es befand sich dabei, daß außer der Äbtissin keine Profeß-Jungfern im Kloster lebten. Um die Reformation nicht aufzuhalten, erklärten sich alle bereit, professionierten und reformierten Jungfern des Benediktinerordens zu weichen. Die Äbtissin Ida von Vorden, die wegen ihres hohen Alters um Entlassung gebeten hat, wird weiterhin Äbtissin bleiben. Die übrigen Jungfern wohnen wie bisher, ohne zur Klausur gezwungen zu werden. Die Punkte der Reformation von 1483 werden bestätigt. Die Häuser der bisherigen Jungfern auf dem Kirchhof werden aufgegeben. Die neuen Jungfern leben gemeinsam für sich. Die Wahl der neuen Äbtissin nach dem Tode der alten geschieht nur mit den Stimmen der reformierten Jungfern. Zusatz von 1618 Jan 12: Die Ahnenprobe der aus anderen Klöstern ins Kloster Überwasser eintretenden reformierten Jungfern soll nur mit einfachem Attestat geschehen. Den alten Jungfern wird die Kuckelnburg vor der Stadt als Erholungsort überlassen. Unterschrift des Secretarius Joh. Hobbelingk.