Gut Ledenburg - Urkunden (Bestand)
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NLA OS, Dep 115 a
Nds. Landesarchiv, Abt. Osnabrück (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Organisationen, Betriebe, Einrichtungen >> 2.4 Adels- und Gutsarchive
Geschichte des Bestandsbildners: Die in der Gemeinde Nemden gelegene "Neue Holter Burg" war bis 1423 im Besitz der Herren von Varendorf-Holte. Vermutlich um 1450 gelangte sie in den gemeinsamen Besitz der Osnabrücker Familien von Leden und von Ahlen und ging noch vor 1499 in den alleinigen Besitz derer von Leden über, denen das Gut seinen Namen verdankt. In diesem Jahr erklärte nämlich Kaiser Maximilian I. die Güter des Heinrich von Leden - die Ledenburg, den in der Stadt Osnabrück gelegenen Ledenhof und das im Kirchspiel St. Johann gelegene Erbe Brinkhaus - für exemt als Dank für seinem Vater, Kaiser Friedrich III., geleistete Dienste.
Durch die Heirat des Heinrich von Leden mit Margarete von Bar gelangte dieser außerdem in den Besitz der Güter Arenshorst und Langelage. Heinrichs männliche Erben starben kinderlos, so dass die Güter an seine Töchter übergingen. Ledenburg kam zunächst an Margarethe, verheiratet mit Herbort von Ennigloh genannt Pladiese, und ging nach deren Tod an die Kinder ihrer Nichte Margarethe von Fickensolt aus deren erster Ehe mit Wilken von Pladiese über. Nachdem die beiden Söhne aus dieser Ehe kinderlos verstorben waren, gelangte die Ledenburg sowie die Hälfte von Gut Arenshorst 1622 an Margarethe Christine, die mit Johann von Grothaus zu Krietenstein und Kronenburg verheiratet war. Nach dessen Tod erbte der zweitälteste Sohn Liborius das Gut Ledenburg, der um 1668 starb. Seine Witwe, Caspara von Lipperheide zu Schörling, verwaltete das Gut noch bis zu ihrem Tod 1685. Dann folgte der Sohn Johann Jobst Heinrich von Grothaus als Besitzer und nach dessen Tod 1728 sein Sohn Ernst. Aus dessen Ehe mit Anna Friederike von Oldershausen stammte Eleonore Elisabeth Helene Sophie von Grothaus, die nach dem Tod des Vaters im Jahr 1776 Gut Ledenburg in ihre Ehe mit Georg Hermann von Münster brachte.
Die nachfolgenden Besitzer waren Ernst Friedrich Herbert Graf zu Münster (1766-1839), der 1792 in den Reichsgrafenstand erhoben und später hannoverscher Staats- und Kabinettsminister wurde. Er erhielt von König Georg IV. das Kloster Derneburg samt Besitzungen geschenkt. Dann folgten Georg Herbert Fürst zu Münster (1820-1902, 1899 Erhebung in den Fürstenstand), Alexander Graf von Münster (1909 Verleihung der Fürstenwürde) und ab 1922 Friedrich Graf zu Münster (gest. 1942). 1951 wurde das Gut an den Dissener Fabrikanten Hugo Homann verkauft.
Die Ledenburg brannte im Jahr 1618 vollständig nieder und der Neubau wurde durch Margarethe Christine von Leden und Johann von Grothaus bis 1627 errichtet. Das landtagsfähige Gut besaß die niedere Jagdgerechtigkeit auf den eigenen Gründen und die niedere Koppeljagd in den Kirchspielen Gesmold, Melle, Riemsloh, Westeroldendorf und Wellingholzhausen im Amt Iburg, die Fischereigerechtigkeit in der Hase von der Krusen Mühle bis zum Kahlen Ort, ausgedehnte Markengerechtigkeiten, die Holzgrafschaft über die Holter Mark und das Patronatsrecht über die Holter Kirche.
Bestandsgeschichte: Der Aktenbestand gelangte als Akzession 2000/002 in das Staatsarchiv Osnabrück.
Durch die Heirat des Heinrich von Leden mit Margarete von Bar gelangte dieser außerdem in den Besitz der Güter Arenshorst und Langelage. Heinrichs männliche Erben starben kinderlos, so dass die Güter an seine Töchter übergingen. Ledenburg kam zunächst an Margarethe, verheiratet mit Herbort von Ennigloh genannt Pladiese, und ging nach deren Tod an die Kinder ihrer Nichte Margarethe von Fickensolt aus deren erster Ehe mit Wilken von Pladiese über. Nachdem die beiden Söhne aus dieser Ehe kinderlos verstorben waren, gelangte die Ledenburg sowie die Hälfte von Gut Arenshorst 1622 an Margarethe Christine, die mit Johann von Grothaus zu Krietenstein und Kronenburg verheiratet war. Nach dessen Tod erbte der zweitälteste Sohn Liborius das Gut Ledenburg, der um 1668 starb. Seine Witwe, Caspara von Lipperheide zu Schörling, verwaltete das Gut noch bis zu ihrem Tod 1685. Dann folgte der Sohn Johann Jobst Heinrich von Grothaus als Besitzer und nach dessen Tod 1728 sein Sohn Ernst. Aus dessen Ehe mit Anna Friederike von Oldershausen stammte Eleonore Elisabeth Helene Sophie von Grothaus, die nach dem Tod des Vaters im Jahr 1776 Gut Ledenburg in ihre Ehe mit Georg Hermann von Münster brachte.
Die nachfolgenden Besitzer waren Ernst Friedrich Herbert Graf zu Münster (1766-1839), der 1792 in den Reichsgrafenstand erhoben und später hannoverscher Staats- und Kabinettsminister wurde. Er erhielt von König Georg IV. das Kloster Derneburg samt Besitzungen geschenkt. Dann folgten Georg Herbert Fürst zu Münster (1820-1902, 1899 Erhebung in den Fürstenstand), Alexander Graf von Münster (1909 Verleihung der Fürstenwürde) und ab 1922 Friedrich Graf zu Münster (gest. 1942). 1951 wurde das Gut an den Dissener Fabrikanten Hugo Homann verkauft.
Die Ledenburg brannte im Jahr 1618 vollständig nieder und der Neubau wurde durch Margarethe Christine von Leden und Johann von Grothaus bis 1627 errichtet. Das landtagsfähige Gut besaß die niedere Jagdgerechtigkeit auf den eigenen Gründen und die niedere Koppeljagd in den Kirchspielen Gesmold, Melle, Riemsloh, Westeroldendorf und Wellingholzhausen im Amt Iburg, die Fischereigerechtigkeit in der Hase von der Krusen Mühle bis zum Kahlen Ort, ausgedehnte Markengerechtigkeiten, die Holzgrafschaft über die Holter Mark und das Patronatsrecht über die Holter Kirche.
Bestandsgeschichte: Der Aktenbestand gelangte als Akzession 2000/002 in das Staatsarchiv Osnabrück.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 10:42 MESZ