Ratsältere, Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm bekennen: Vor dem versammelten Rat sind die Erben des verstorbenen Kastenknechts des Heiliggeistspitals [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254] und Ulmer Bürgers Johann Georg Gröner erschienen. Es handelt sich dabei um seine Witwe Sabina Ursula geborene Zimmermann, ihre Kinder aus vorheriger Ehe Albrecht, Ludwig, Johann Georg und Johann Christoph sowie den Weber Christoph Veesenmayer und den Kornmesser Jakob Held als ihre vom Rat verordneten Pfleger. Sie haben erklärt, dass ihnen 1,375 Morgen Feld, das vorher ein Baumgarten war, dann aber in eine Wiese umgewandelt wurde, in Ulm vor dem Frauentor [abgegangen, zwischen Frauenstraße 56 und 61, Lagerbuch Nr. 417] auf dem Michelsberg gehört. Da ihnen dieses keinen Nutzen bringt, haben sie es mit Genehmigung des städtischen Pflegamts an den Bauern in Jungingen [Stadt Ulm] Johann Müller verkauft. Das Feld ist dem Heiliggeistspital in Ulm zehnt- und dem Rat der Stadt steuerpflichtig. Der Käufer hat ihnen dafür 660 Gulden Ulmer Stadtwährung bar bezahlt. Daher hat er sie auch um die Beurkundung des Verkaufs gebeten. Dies ist ihnen aber nicht möglich, da die Kinder der Verkäuferin noch minderjährig sind. Daher bitten sie den Rat um Hilfe. Dieser erklärt nach Untersuchung der Angelegenheit, dass der Verkauf gemäß den Bestimmungen des Ulmer Stadtrechts zum Verkehrswert des Feldes erfolgt ist und der Erlös auch zum Nutzen der noch minderjährigen Pfleglinge verwendet wurde. Daher kann er dem Käufer unter dem Stadtgerichtssiegel beurkundet werden und erlangt dann Rechtskraft.