Glaser (reichsstädtische Zeit) (Bestand)
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E 5/25
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Ein Glaser ist in Nürnberg erstmals 1307 nachweisbar. 1363 gab es 11 Glaser, später stieg die Zahl auf 22 bis 24, von denen stets einer als reichsstädtischer Bediensteter in Teilzeit für den Rat arbeitete. 1569 wurde eine gemeinsame Ordnung für Glaser und Glasmaler erlassen. Das Geschenkte Handwerk hatte eine Lehrzeit von drei und eine Gesellenzeit von vier (1657: fünf, 1683: neun, 1725: zwölf) Jahren.Hauptlieferant des Glases war Venedig; die Verarbeitung des schlechteren böhmischen Glases wurde vom Rat 1570 verboten. Neben reinen Gebrauchsverglasungen übernahmen die Glaser auch die Tätigkeit der Glasmalerei, die nur in Ausnahmefällen von Malern ausgeübt wurde. Nach der Reformation ging die Glasmalerei durch den Auftragseinbruch bei Kirchenfenstern stark zurück, erlebte jedoch in der 2. Hälfte des 17. Jh. nochmals eine Blüte in Form der Hausmalerei, der in Auftragsarbeit durchgeführten, individuellen Ausschmückung importierter einfacher Glaswaren (Hausmaler). Mit der Produktion farbiger Glaswaren in Manufakturen endete auch diese Blüte; 1719 gab es nur noch einen Glasmaler in NürnbergNach der Auflösung des Handwerks 1868 gründeten die Glaser 1899 eine Zwangsinnung, die heute als freie Innung weiterbesteht. Die Unterlagen der Glaserzwangsinnung bilden einen eigenen Einzelbestand (siehe StadtAN E 5/26).Der größerer Teil des vorliegenden Bestandes wurde bereits im 19. Jh. von der Glaserinnung an das StadtAN abgegeben. Ergänzungen durch Leihgaben des Germanischen Nationalmuseums folgten.Er enthält Ordnungen für das Handwerk insgesamt, die Meister, Gesellen und Lehrlinge, ferner Meister-, Vorgeher-, Gesellen- und Einschreibbücher. Hinzu kommen Unterlagen über Rechnungsangelegenheiten und diverse Sachakten über einzelne Angelegenheiten des Handwerks, auch Verzeichnisse u.ä. über die nach Nürnberg gekommenen fremden Glasergesellen.Im Zuge der Neuordnung der Handwerksarchive zwischen 1998 und 2003 wurde dem Einzelbestand die Signatur E 5/25 zugewiesen.
lfd. Meter: 1,00
Bestand
Deutsch
Böhmen
Einschreibbücher
Geschenktes Handwerk
Gesellenbücher
Glaser
Glasmalerei
Handwerksarchive (Einzelbestände)
Handwerksordnungen
Hausmalerei
Meisterbücher
Rechnungsunterlagen
Venedig
Vorgeherbücher
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 11:18 MESZ