Kauf- und Kerbrief
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A 2 c (Zünfte) Nr. A 2 c (Zünfte) Nr. 2899
A 2 c (Zünfte) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18) >> Bd. 8 Zünfte Metzger
1727 Februar 8
Regest: Mit Consens des Rats zu Reuttlingen hat Hans Jerg Ammer, Rotgerber an Johann Jacob Bihler, Metzger, verkauft die Hälfte seiner Behausung in der Gerbergasse, zwischen Michael Banthlin und Jacob Bügner, beiden Rotgerbern, stehend, Zinst der Pfründenpfleg jährlich auf Marine Liechtmeß 1 Pfund Heller, sonst aber eigen. Der Kauf ist geschehen um 420 fl, woran gleich bar 132 fl, wovon aber das Inliegende wieder abzuziehen ist, die restierenden 288 fl aber jährlich auf Mariae Liechtmeß, erstmals 1728, mit 10 fl Ziel abzustatten sind. Zu der erkauften Behausung gehören folgende Gemächer:
1) die obere Stube samt Stubenkammer und hintere Küche, desgleichen die Kammer hinter genannter Küche,
2) eine Kammer auf dem oberen Boden gegen Michael Banthlen ganz hindurch, der Backofen gemeinschaftlich,
3) das hintere Viertel zum Futterlegen, das hintere Teil an der vorderen Stallung, der andere Stall aber bleibt gemeinschaftlich, auch der Aus- und Eingang durch das Haus zum Misten (= Mistmachen, also Besuch des Aborts),
4) der Keller, halbteilig,
5) die Scheurentenne, halbteilig,
6) der Verkäufer muss seinen Escher +) auf seine Kosten in die Scheuer in ein Eck bauen,
7) wenn Verkäufer Ammer die Heulege auf der oberen Tenne wieder herunterzumachen willens ist, steht es ihm frei, jedoch auf seine Kosten,
8) die Dachung samt Hauptbau mit Legung der Schwellen hat jeder Teil immer seinen halben Teil zu erlegen und zu leiden.- Die halbe Behausung bleibt bis zur Bezahlung des letzten Pfennigs als Unterpfand verschrieben.
Von diesem Brief sind 2 Stücke gleichen Inhalts aufgerichtet, von einer Hand geschrieben, kerfweis ++) auseinandergeschnitten und jedem Teil ein Stück zugestellt worden.
Dorsal-/Marginalvermerke: Auf der Rückseite werden die von Johann Jacob Bihler bezahlten Jahrziele im Namen der Metzgerzunft quittiert:
1728 ff. von Joh. Jacob Kurtz, Oberrechner.
1735 von Weinmann, Oberrechner.
1736 von Philipp Franz Weinmann, Oberrechner und Peter Kalbfehl.
1737 von P. F. Weinmann, Oberrechner, und Joh. Conrad Faßnacht.
1) die obere Stube samt Stubenkammer und hintere Küche, desgleichen die Kammer hinter genannter Küche,
2) eine Kammer auf dem oberen Boden gegen Michael Banthlen ganz hindurch, der Backofen gemeinschaftlich,
3) das hintere Viertel zum Futterlegen, das hintere Teil an der vorderen Stallung, der andere Stall aber bleibt gemeinschaftlich, auch der Aus- und Eingang durch das Haus zum Misten (= Mistmachen, also Besuch des Aborts),
4) der Keller, halbteilig,
5) die Scheurentenne, halbteilig,
6) der Verkäufer muss seinen Escher +) auf seine Kosten in die Scheuer in ein Eck bauen,
7) wenn Verkäufer Ammer die Heulege auf der oberen Tenne wieder herunterzumachen willens ist, steht es ihm frei, jedoch auf seine Kosten,
8) die Dachung samt Hauptbau mit Legung der Schwellen hat jeder Teil immer seinen halben Teil zu erlegen und zu leiden.- Die halbe Behausung bleibt bis zur Bezahlung des letzten Pfennigs als Unterpfand verschrieben.
Von diesem Brief sind 2 Stücke gleichen Inhalts aufgerichtet, von einer Hand geschrieben, kerfweis ++) auseinandergeschnitten und jedem Teil ein Stück zugestellt worden.
Dorsal-/Marginalvermerke: Auf der Rückseite werden die von Johann Jacob Bihler bezahlten Jahrziele im Namen der Metzgerzunft quittiert:
1728 ff. von Joh. Jacob Kurtz, Oberrechner.
1735 von Weinmann, Oberrechner.
1736 von Philipp Franz Weinmann, Oberrechner und Peter Kalbfehl.
1737 von P. F. Weinmann, Oberrechner, und Joh. Conrad Faßnacht.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Bemerkungen: +) Fischer: Schw. WB: Äscher = in die Erde eingemauerte Kufe der Gerber, in welcher die rohen Häute durch Kalkwasser und Asche gebeizt werden
++) d. h. mit willkürlich gezackten Rändern
Genetisches Stadium: Or.
++) d. h. mit willkürlich gezackten Rändern
Genetisches Stadium: Or.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ