Urkunde Nr. 409 - Verkauf eines Hauses in der Stubenstegge
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A-AUS, 409
A-AUS Allgemeine Urkundensammlung
Allgemeine Urkundensammlung >> 1601-1700
30. Okt. 1658 / 7.12.1658, 6. Mai 1664
Vor Bürgermeistern und Rat der Stadt Münster verkauft die Erbengemeinschaft des verst. Bernhardt Wentrup und seiner Ehefrau Christina Nüse bestehend aus: - Johan Wentrup zu Albersloh und seine Ehefrau Elsa Breie (Breye), - Gerhard Krökeldorff und dessen Ehefrau Catharina Wentrup (Wentrupff), - Georg Naendrup (Naendrupff) und dessen Ehefrau Anna Korff (Corff) - Georg Hagedorn als Vormund der von Georg Naendrups mit der verst. Anna Wedepoels aus erster Ehe gezeugten drei Kindern Catharina, Johan und Bernhard Naendrup sowie - der noch lebende Vormund Johan Hense Bürger und Bäckeramtsverwandter und seine Ehefrau Anna Schmedding und - Jungfer Regina Clara Schmedding ohne Rückkaufsrecht aus ihrem testamentarischen Nachlass dem Dietrich Deckeling und seiner Ehefrau Elisabeth Schmedding, Bürger und Bäckeramtsverwandte den vom Ehepaar Wentrup aus der Zwangsversteigerung des Sebastian Eicholz und ihrer Ehefrau Clara Ralle erworbenen Besitz an der Stubenstegge. Es handelt sich um eine einerseits zwischen den Häusern des Ehepaars Deckeling und dem der Witwe des verst. Walter Kreckenberg liegende und andererseits zur Stubenstegge "schießende" Behausung samt dem Hinterhaus (Ächterhauß), dem kleinen Innenhof (Hoffeken), den Stallungen und Gademen und der Inneneinrichtung sowie einer Kirchbank in St. Ludgeri. Der Besitz ist frei von Schulden und Lasten, nur müssen Wachtdienst, Schatzung und vergleichbare bürgerliche Abgaben geleistet werden sowie 2 Arme im Haus Wegesende mit 14 Schillinge zu St. Michael (29.9.) versorgt werden. Die vereinbarte Kaufsumme wurde dem Verkäufer zusammen mit dem Weinkauf und dem Gottespfennig gezahlt. Die Erbengemeinschaft gelobt Währschaft und setzt Ihren Besitz als Pfand ein. Das Sekretssiegel der Stadt und die Unterschrift des Stadtsekretärs werden angekündigt. Es folgt die eigenhändige Unterschrift Bernhard Hollands. Darunter auf dem freien Bereich des selben Pergaments(!): Vor dem Horstmarischen Richter Bitter Uphaus verkauft Christina Weddepoel (wedepoll), Witwe des Johannes Schmedding (Schmedde) - zu Lebzeiten Prokurator des Sandtwellischen Gogerichts und Bürger von Horstmar - im Beisein des von ihr erwählten Kurators Henrich Hausmann, Bürgermeister von Horstmar, die vorgenannten Besitzungen für 173 Reichtaler 24 Schilling 10 Pfennig und einen Heller an einen nicht näher bezeichneten Käufer. Vom Verkauf ausgeschlossen ist, was ihr "sunsten auß den aelterlichen gutteren vnd Erbschafft versprochen". Die Zahlung der Kaufsumme wird quittiert. Das Gerichtssiegel und die Unterschrift des Gerichtsschreibers werden angekündigt. Die symmetrische Platzierung der Siegel und der freigelassene Platz unterhalb des ersten Urkundstextes legen nahe, dass der gut fünf Jahre später erfolgte Weiterverkauf geplant oder zumindest erwartet wurde. Es folgt die eigenhändige Unterschrift des Notars G. Hartmann.
Original Pergament Niederdeutsch, 2 anhängende Siegel (1) Stadt Münster in Holzkapsel (2) Gerichtssiegel der Stadt Horstmar
Archivale
Bürgen/Zeugen: Zeugen:
Bernhard Holtermann; Dietrich Dolles (30.10.1658); Christoffer Coeresaro?; Michael von der Kette, Kanzleischreiber (7.12.1658); Johannes Hagemann; Dietrich Becker, Horstmarer Bürger (6.5.1664)
Bernhard Holtermann; Dietrich Dolles (30.10.1658); Christoffer Coeresaro?; Michael von der Kette, Kanzleischreiber (7.12.1658); Johannes Hagemann; Dietrich Becker, Horstmarer Bürger (6.5.1664)
Vgl. zu Christine Nüse auch Causae Discussionum, Nr. 267
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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