Der Richter und derzeitige Zunftmeister Johann Müller, der alte Zunftmeister Johann Schweiglin und Michael Rauch als Räte sowie Daniel Schleicher, Ulrich Köllin, Johann Lang, Ludwig Schneeweiß, Leonhard Gregg, Klaus Schiemar, Peter Brünlin, Johann Leipheimer und Berlin Franck als Zwölfmeister ordnen die jährlichen Zahlungen an die Zunftmitglieder und Knappen sowie die an Neujahr an die Bedürftigen im Spital [vermutlich das Heiliggeistspital, abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254], im Siechenhaus [wohl das Spital der Armen Siechen mit Kapelle St. Leonhard, abgegangen, Bereich Friedenstraße 40] und im Fundenhaus [abgegangen, Bereich zwischen westlicher Friedenstraße und Altem Friedhof, nicht genau lokalisierbar] aus der Zunftbüchse zu verteilenden Almosen neu und legen deren Höhe fest. Bisher war es auch Sitte, dass man an Weihnachten und am 23. April ("auf sannt Jorigen tag") bei dem Umtrunk der Zunft Heller im Wert von 1 Gulden und Wecken im Wert von 10 Schilling unter die Armen der Stadt verteilt hat. Da es dabei aber in letzter Zeit immer wieder zu einem unziemlichen Gedränge und Geschrei gekommen ist, wird dieser Brauch nun abgeschafft. Vielmehr sollen an diesen Tagen die drei Büchsenmeister der Zunft 1 Gulden und 10 Schilling Heller aus der Zunftbüchse nehmen und vor der Kirche unter die Armen verteilen. Es folgen noch Nachträge aus dem Jahr 1527: Bisher war es üblich, an Fronleichnam und an Palmsonntag eine Prozession mit Kerzen zu veranstalten und auch das Jahr über Wachskerzen im Ulmer Münster abzubrennen. Dies wird nun abgeschafft. Dafür sollen künftig an jeder Quatember 2 Pfund Heller unter den armen Leuten im Bettelhäuslein oder an sonstige Arme verteilt werden. Außerdem hat man bisher jedes Jahr am 22. Oktober ("auf sannt Seuerußtag") den Dominikanern ("den Predigermunchen") 1 Gulden gegeben, wofür diese an dem Tag ein Amt singen sollten. Auch dies wird abgeschafft und dafür der Gulden den Armen im Blatternhaus gegeben. Den Gulden und die 10 Schilling Heller, die man bisher an Weihnachten und am 23. April unter den Armen verteilt hat, soll man künftig ebenfalls ins Blatternhaus geben.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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