Lutz Geßler ("Gäßler"), Verweser des Stadtammannamts in Ravensburg, beurkundet Urteil in Sachen Hans Fauber und Hans Mangolt, beide Bürger von Ravensburg, als Vertreter des Meisters Heinrich von Seldenhorn ("Säldenhorn"), Landschreiber an der Donau ("Thunow") einerseits, Sepp Vätsch, Bürger zu Waldsee ("Walse") im eigenen Namen und als Miterbe des Guts von +Peter Seldenhorn, Hans von Nidegg und Konrad Hübschlin, beide Bürger von Ravensburg und Pfleger der Klausnerinnen zu St. Michael in Ravensburg, in ihrem Namen und für den anderen Miterben Klaus Lemblin andererseits. Es wird zunächst verlesen und inseriert die Vollmacht des Klägers und seine eidliche Erklärung, sich an die Entscheidung des Ravensburger Gerichts zu halten: Heinrich von Seldenhorn, Landschreiber, erteilt im Streit über das Erbe seines Stiefsohns Peter Seldenhorn seinem Oheim Hans Fauber und Hans Mangolt Vollmacht, Ingolstadt, Montag nach Quasimodogeniti (13.4.) 1439 Hintzig Pflug zu der Swartzenburg, Hofrichter Herzog Ludwigs von Bayern, Herrn zu Graisbach, bekennt, daß vor ihm Hans von Seldenhorn, Landschreiber und Rat seines Herrn, einen ihm in Ravensburg auferlegten Eid in der Streitsache betreffend das Erbe seines Stiefsohns Peter geleistet hat, Ingolstadt, Sonntag vor Pfingsten (17.5.) 1439 Eingelegt wird ferner: Vidimus von Bürgermeister und Rat Ravensburg vom 14.3.1431 (Mittwoch nach St. Gregor). Darin werden auf Bitte des Peter Seldenhorn drei von ihm am 12.3.1430 (Sonntag Reminiscere) bzw. 25.2. und 6.4.1431 (Sonntag Reminiscere, Freitag nach Ambrosius?) teilweise in Nürnberg ausgestellte Urkunden transskribiert. Diese u.a. an Hans Grätter in Biberach gerichteten Schreiben behandeln Ansprüche gegen Stiefsohn Peter Seldenhorn betreffend die Pfandschaft Ellwangen, den Kauf von Wyerenwiler (=Wirrenweiler), ein Haus in Ravensburg, 600 Dukaten des Kapitels von Trient, Abrechnung des Zehnten in Tramin u.a.m. Nach weiteren Streitigkeiten und Parteieiden werden die Ansprüche Meister Heinrichs auf die Pfandschaft Ellwangen sowie Hausrat und Silbergeschirr aus der genannten Erbschaft durch Urteile zurückgewiesen.