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Girkon, Dr. Paul; Pfarrer (Bestand)
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Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (Archivtektonik) >> 07. Nachlässe
1910 - 1967
Pfarrer Dr. Paul Girkon (1889-1967) war von 1916-1948 Pfarrer an der Soester Wiese-Georg-Kirche. 1946 wurde er von der Kirchenleitung mit dem Aufbau und der Leitung des Amts für Kirchbau und Kirchliche Kunst beauftragt, 1947-1965 übernahm er einen Lehrauftrag für kirchliche Kunst an der Universität Münster. Girkons Witwe übergab 1968 seinen Nachlass dem Landeskirchlichen Archiv. Mit der Übernahme eines weiteren Nachlassteils von einer der Töchter Girkons im Jahr 2011 bietet der Bestand nun umfassende Einblicke in Paul Girkons Hauptinteressensgebiete und Veröffentlichungsschwerpunkte: Kirchliche Kunst und Liturgie. Außerdem befinden sich in dem Nachlass Unterlagen zum Kirchenkampf in Soest.Paul Girkon wurde am 10. März 1889 als Sohn des Pfarrers Martin Girkon in Groß-Friedrichsdorf/ Ostpreußen geboren (Die nachfolgende Zusammenfassung zu Girkons Biographie ist im Wesentlichen entnommen aus: BBKL Band XXXIII (2012), Sp. 526-536, Autor: Hans-Georg Gaffron). Nach dem Schulbesuch in Mülheim/Ruhr studierte er Theologie und Kunstgeschichte in Bonn und Berlin. Im Frühjahr 1909 legte er der Theologischen Fakultät eine Preisarbeit mit dem Titel "Beiträge zur Metaphysik der Moral" vor, die er auf Empfehlung von Prof. Reinhold Seeberg überarbeitete und als philosophische Dissertation bei Prof. Paul Hensel in Erlangen einreichte. Anschließend legte Girkon das erste und zweite theologische Examen 1911 bzw. 1913 in Koblenz ab. Er wurde Hilfsprediger in Oberhausen und Essen in den Jahren 1912 bis 1916. Am 1. Dezember 1916 wurde Girkon zum Pfarrer an der Wiese-Georg-Kirche in Soest berufen; diese Pfarrstelle hatte er bis zum 1. Oktober 1948 inne. Girkons besonderes Interesse galt der Reform des Gottesdienstes und der alle Gebiete umfassenden Erneuerung der evangelisch-kirchlichen Kunst. Die kirchliche Architektur und Malerei des Historismus lehnte er als unschöpferische Imitation ab, ebenso die starren gottesdienstlichen Ordnungen der altpreußischen Agende, und suchte nach dem geistigen Umbruch 1918 die Gegenwartskunst und die vor allem im katholischen Raum entstandene Liturgiebewegung für die evangelische Kirche fruchtbar zu machen. Wichtige Anregungen erhielt er durch die Berneuchener Bewegung, mit deren Initiatoren Karl Bernhard Ritter und Wilhelm Stählin er jahrelang in engem Kontakt stand. Eine wichtige Rolle spielte für ihn das liturgische Spiel in Anlehnung an mittelalterliche Vorbilder, das frei von theatralischer Darstellung von einer Laienspielschar in der Kirche zu den Festzeiten aufgeführt wurde. Das von ihm verfasste Christgeburtsspiel "Des ewgen Vaters einig Kind", von dem sich mehrere Veröffentlichungen in dem Nachlass befinden, fand weite Verbreitung und wurde in de Soester Wiesenkirche alljährlich an Weihnachten dargeboten. Für das rechte Verständnis der gottesdienstlichen Feier waren Girkon Symbole ebenso wichtig wie das gepredigte Wort. Deshalb setzte er sich für eine neue Gestaltung der Paramente ein. Es ging ihm um eine Erneuerung der künstlerischen Formen und Techniken im Geist der Moderne. Als besonders geeignet für religiöse Kunst erschien ihm der Expressionismus. In Elisabeth Coester (1900-1941) fand er 1921 eine junge Künstlerin, die seine Ideen umzusetzen verstand, sowohl in der Paramentik als auch in der Glasmalerei. Girkon war als theologischer Berater auch maßgeblich an der Errichtung von Kirchen beteiligt. So war ihm die Bauleitung an der evangelischen Kirche der Internationalen Presseausstellung PRESSA 1928 in Köln übertragen worden, wie der vorliegende Nachlass dokumentiert. Diese Kirche aus Stahl und Farbglas ("Stahlkirche") verzichtete bewusst auf die traditionellen Baustoffe Stein und Holz und verwendete neue Werkstoffe und Konstruktionsweisen, die dem Industriezeitalter angemessener erschienen. Ihr Architekt war Prof. Otto Bartning, der mit Girkon bereits seit einigen Jahren zusammenarbeitete. Die Glaswände gestaltete die Werkstätte Heberle aus Hagen nach einem Entwurf von Elisabeth Coester. Das nächste Projekt war 1919/30 der Neubau der Nikolaikirche in Dortmund, mit dem Dortmunder Architekten Peter Grund. Sie war die erste Sichtbetonkirche in Deutschland, wieder mit Glasfenstern von Elisabeth Coester. Dank der Förderung durch den Direktor des Evangelischen Presseverbandes für Rheinland, lic. Ludwig Seiler, baute Girkon eine Beratungsstelle für kirchliche Kunst in Essen auf, die er neben seiner pfarramtlichen Tätigkeit ehrenamtlich von 1924-1940 leitete. Dies ermöglichte ihm publizistische Chancen und Kontakte zu führenden Künstlern, Kunsthistorikern und Architekten.1946 wurde Girkon von der Kirchenleitung mit dem Aufbau und der Leitung des Amtes für Kirchbau und Kirchliche Kunst mit dem Dienstsitz in Soest beauftragt, die er bis zu seiner Pensi-onierung 1948 nebenberuflich wahrnahm. Auch von der Kanzlei der EKiD wurde er in künstlerischen Fragen zu Rate gezogen. Nach seinem Weggang aus Soest wohnte Girkon in Schloß Wolbeck bei Münster (Graf von Merveldt). 1947-1965 übernahm er einen Lehrauftrag für Kirchliche Kunst an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Münster. Forschungsreisen führten ihn nach Italien, Frankreich und Spanien. Seine besondere Aufmerksamkeit galt einem Thema, das ihn schon in jungen Jahren fasziniert hatte: der Entstehung der religiösen Kunst in der Altsteinzeit und der Höhlenmalerei. Sein Plan, darüber ein mehrbändiges Werk zu verfassen, ist nicht über eine umfangreiche Sammlung von Manuskripten hinausgekommen, die sich in dem vorliegenden Nachlass befinden. Für sein Lebenswerk ist Paul Girkon 1965 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet worden. Girkon verstarb am 4. Mai 1967 und wurde auf dem Friedhof in Hohenlimburg, Kirchenkreis Iserlohn, beigesetzt. Dort ruht er neben der Glasmalerin Elisabeth Coester.Bei der Übernahme des ersten Nachlassteils 1968 lag das Schriftgut als jahrgangsweise abgelegte, nicht nach Sachbetreffen geordnete Korrespondenz-Akten und Konvolute ungeordneter Papiere vor. Nach der Gesamtdurchsicht der Papiere wurden Sachbetreff-Akten angelegt. Bei einer Umlagerung 2009 wurden die Archiveinheiten mit einer Nummerus-Currens-Nummer neu signiert. Die alten Signaturen sind im Feld "Archivsignatur" aufgeführt. Ein weiterer Nachlassteil wurde im April 2011 aus dem Nachlass der Girkon-Tochter Mechthild Tidten (1920-2010) in Hubbelrath übergeben, von Herrn Pfarrer i.R. Gaffron geordnet und 2016 im Landeskirchlichen Archiv abschließend verzeichnet. Der Bestand wurde unter Zugrundelegung internationaler Verzeichnungsgrundsätze nach ISAD (G) erschlossen. Bei der Verzeichnung erhielten die Akten fortlaufende Nummern, die als gültige Archivsignaturen in der Bestellsignatur jeder Verzeichnungseinheit als letzte arabische Nummer oder im Findbuch ganz links neben dem jeweiligen Aktentitel aufgeführt sind. Unterhalb des Aktentitels geben die Vermerke „Enthält, Enthält nur, Enthält u.a., Enthält v.a., Enthält auch“ eingrenzende oder weiterführende Auskünfte über den Inhalt. Unter „Darin“ sind besondere Schriftgutarten wie Druckschriften, Presseberichte, Bauzeichnungen oder Fotos aufgelistet. Nach den Erschließungsvermerken folgt die alte Archivsignatur oder das Aktenzeichen, falls sie auf der Akte vermerkt waren. Ganz rechts schließen sich die Laufzeiten der Archivalien an. Zu beachten sind hier zwei verschiedene Arten von Klammern: ( ) verweisen bei Abschriften auf das Datum des Originals, [ ] kennzeichnen erschlossene Jahresangaben undatierter Schriftstücke.Kassiert wurde nicht archivwürdiges Schriftgut im Rahmen der Aufbewahrungs- und Kassationsordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen vom 20.02.2003 in der Fassung vom 29.10.2020 bzw. des Aufbewahrungs- und Kassationsplans der EKvW vom 29.10.2020.Sofern die Benutzung nicht zu Verwaltungszwecken erfolgt, unterliegen gemäß § 7 Abs. 1 Kirchengesetz zur Sicherung und Nutzung von kirchlichem Archivgut in der Evangelischen Kirche der Union (Archivgesetz - ArchivG) vom 6.5.2000 sämtliche Archivalien einer 30-jährigen Sperrfrist (gerechnet nach dem Ende ihrer Laufzeit). Für Archivgut, das sich nach seiner Zweckbestimmung oder nach seinem wesentlichen Inhalt auf natürliche Personen bezieht, gelten laut § 7 Abs. 2 ArchivG zusätzliche Schutzfristen. Diese Archivalien dürfen auch nach Ablauf der allgemeinen Sperrfrist frühestens 10 Jahre nach dem Tod der betroffenen Person(en) benutzt werden. Ist das Todesjahr nicht feststellbar, endet die Schutzfrist 90 Jahre nach Geburt. Ist auch das Geburtsjahr nicht bekannt, endet die Schutzfrist 60 Jahre nach Entstehung der Unterlagen.Bei der Zitierung des Archivbestandes ist anzugeben: LkA EKvW 3.1 Nr. ... (hier folgt die Archivsignatur des entsprechenden Archivales). Das Kürzel steht in dieser Reihenfolge für "Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bestand 3.1 Nr. ...".Bielefeld, im Mai 2016(Ingrun Osterfinke)
Form und Inhalt: Pfarrer Dr. Paul Girkon (1889-1967) war von 1916-1948 Pfarrer an der Soester Wiese-Georg-Kirche. 1946 wurde er von der Kirchenleitung mit dem Aufbau und der Leitung des Amts für Kirchbau und Kirchliche Kunst beauftragt, 1947-1965 übernahm er einen Lehrauftrag für kirchliche Kunst an der Universität Münster.
Girkons Witwe übergab 1968 seinen Nachlass dem Landeskirchlichen Archiv. Mit der Übernahme eines weiteren Nachlassteils von einer der Töchter Girkons im Jahr 2011 bietet der Bestand nun umfassende Einblicke in Paul Girkons Hauptinteressensgebiete und Veröffentlichungsschwerpunkte: Kirchliche Kunst und Liturgie. Außerdem befinden sich in dem Nachlass Unterlagen zum Kirchenkampf in Soest.
Paul Girkon wurde am 10. März 1889 als Sohn des Pfarrers Martin Girkon in Groß-Friedrichsdorf/ Ostpreußen geboren (Die nachfolgende Zusammenfassung zu Girkons Biographie ist im Wesentlichen entnommen aus: BBKL Band XXXIII (2012), Sp. 526-536, Autor: Hans-Georg Gaffron). Nach dem Schulbesuch in Mülheim/Ruhr studierte er Theologie und Kunstgeschichte in Bonn und Berlin. Im Frühjahr 1909 legte er der Theologischen Fakultät eine Preisarbeit mit dem Titel "Beiträge zur Metaphysik der Moral" vor, die er auf Empfehlung von Prof. Reinhold Seeberg überarbeitete und als philosophische Dissertation bei Prof. Paul Hensel in Erlangen einreichte. Anschließend legte Girkon das erste und zweite theologische Examen 1911 bzw. 1913 in Koblenz ab. Er wurde Hilfsprediger in Oberhausen und Essen in den Jahren 1912 bis 1916. Am 1. Dezember 1916 wurde Girkon zum Pfarrer an der Wiese-Georg-Kirche in Soest berufen; diese Pfarrstelle hatte er bis zum 1. Oktober 1948 inne.
Girkons besonderes Interesse galt der Reform des Gottesdienstes und der alle Gebiete umfassenden Erneuerung der evangelisch-kirchlichen Kunst. Die kirchliche Architektur und Malerei des Historismus lehnte er als unschöpferische Imitation ab, ebenso die starren gottesdienstlichen Ordnungen der altpreußischen Agende, und suchte nach dem geistigen Umbruch 1918 die Gegenwartskunst und die vor allem im katholischen Raum entstandene Liturgiebewegung für die evangelische Kirche fruchtbar zu machen. Wichtige Anregungen erhielt er durch die Berneuchener Bewegung, mit deren Initiatoren Karl Bernhard Ritter und Wilhelm Stählin er jahrelang in engem Kontakt stand. Eine wichtige Rolle spielte für ihn das liturgische Spiel in Anlehnung an mittelalterliche Vorbilder, das frei von theatralischer Darstellung von einer Laienspielschar in der Kirche zu den Festzeiten aufgeführt wurde. Das von ihm verfasste Christgeburtsspiel "Des ewgen Vaters einig Kind", von dem sich mehrere Veröffentlichungen in dem Nachlass befinden, fand weite Verbreitung und wurde in de Soester Wiesenkirche alljährlich an Weihnachten dargeboten. Für das rechte Verständnis der gottesdienstlichen Feier waren Girkon Symbole ebenso wichtig wie das gepredigte Wort. Deshalb setzte er sich für eine neue Gestaltung der Paramente ein. Es ging ihm um eine Erneuerung der künstlerischen Formen und Techniken im Geist der Moderne. Als besonders geeignet für religiöse Kunst erschien ihm der Expressionismus. In Elisabeth Coester (1900-1941) fand er 1921 eine junge Künstlerin, die seine Ideen umzusetzen verstand, sowohl in der Paramentik als auch in der Glasmalerei. Girkon war als theologischer Berater auch maßgeblich an der Errichtung von Kirchen beteiligt. So war ihm die Bauleitung an der evangelischen Kirche der Internationalen Presseausstellung PRESSA 1928 in Köln übertragen worden, wie der vorliegende Nachlass dokumentiert. Diese Kirche aus Stahl und Farbglas ("Stahlkirche") verzichtete bewusst auf die traditionellen Baustoffe Stein und Holz und verwendete neue Werkstoffe und Konstruktionsweisen, die dem Industriezeitalter angemessener erschienen. Ihr Architekt war Prof. Otto Bartning, der mit Girkon bereits seit einigen Jahren zusammenarbeitete. Die Glaswände gestaltete die Werkstätte Heberle aus Hagen nach einem Entwurf von Elisabeth Coester. Das nächste Projekt war 1919/30 der Neubau der Nikolaikirche in Dortmund, mit dem Dortmunder Architekten Peter Grund. Sie war die erste Sichtbetonkirche in Deutschland, wieder mit Glasfenstern von Elisabeth Coester. Dank der Förderung durch den Direktor des Evangelischen Presseverbandes für Rheinland, lic. Ludwig Seiler, baute Girkon eine Beratungsstelle für kirchliche Kunst in Essen auf, die er neben seiner pfarramtlichen Tätigkeit ehrenamtlich von 1924-1940 leitete. Dies ermöglichte ihm publizistische Chancen und Kontakte zu führenden Künstlern, Kunsthistorikern und Architekten.
1946 wurde Girkon von der Kirchenleitung mit dem Aufbau und der Leitung des Amtes für Kirchbau und Kirchliche Kunst mit dem Dienstsitz in Soest beauftragt, die er bis zu seiner Pensi-onierung 1948 nebenberuflich wahrnahm. Auch von der Kanzlei der EKiD wurde er in künstlerischen Fragen zu Rate gezogen. Nach seinem Weggang aus Soest wohnte Girkon in Schloß Wolbeck bei Münster (Graf von Merveldt). 1947-1965 übernahm er einen Lehrauftrag für Kirchliche Kunst an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Münster. Forschungsreisen führten ihn nach Italien, Frankreich und Spanien. Seine besondere Aufmerksamkeit galt einem Thema, das ihn schon in jungen Jahren fasziniert hatte: der Entstehung der religiösen Kunst in der Altsteinzeit und der Höhlenmalerei. Sein Plan, darüber ein mehrbändiges Werk zu verfassen, ist nicht über eine umfangreiche Sammlung von Manuskripten hinausgekommen, die sich in dem vorliegenden Nachlass befinden. Für sein Lebenswerk ist Paul Girkon 1965 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet worden. Girkon verstarb am 4. Mai 1967 und wurde auf dem Friedhof in Hohenlimburg, Kirchenkreis Iserlohn, beigesetzt. Dort ruht er neben der Glasmalerin Elisabeth Coester.
Bei der Übernahme des ersten Nachlassteils 1968 lag das Schriftgut als jahrgangsweise abgelegte, nicht nach Sachbetreffen geordnete Korrespondenz-Akten und Konvolute ungeordneter Papiere vor. Nach der Gesamtdurchsicht der Papiere wurden Sachbetreff-Akten angelegt. Bei einer Umlagerung 2009 wurden die Archiveinheiten mit einer Nummerus-Currens-Nummer neu signiert. Die alten Signaturen sind im Feld "Archivsignatur" aufgeführt. Ein weiterer Nachlassteil wurde im April 2011 aus dem Nachlass der Girkon-Tochter Mechthild Tidten (1920-2010) in Hubbelrath übergeben, von Herrn Pfarrer i.R. Gaffron geordnet und 2016 im Landeskirchlichen Archiv abschließend verzeichnet.
Der Bestand wurde unter Zugrundelegung internationaler Verzeichnungsgrundsätze nach ISAD (G) erschlossen. Bei der Verzeichnung erhielten die Akten fortlaufende Nummern, die als gültige Archivsignaturen in der Bestellsignatur jeder Verzeichnungseinheit als letzte arabische Nummer oder im Findbuch ganz links neben dem jeweiligen Aktentitel aufgeführt sind. Unterhalb des Aktentitels geben die Vermerke ”Enthält, Enthält nur, Enthält u.a., Enthält v.a., Enthält auch“ eingrenzende oder weiterführende Auskünfte über den Inhalt. Unter ”Darin“ sind besondere Schriftgutarten wie Druckschriften, Presseberichte, Bauzeichnungen oder Fotos aufgelistet. Nach den Erschließungsvermerken folgt die alte Archivsignatur oder das Aktenzeichen, falls sie auf der Akte vermerkt waren. Ganz rechts schließen sich die Laufzeiten der Archivalien an. Zu beachten sind hier zwei verschiedene Arten von Klammern: ( ) verweisen bei Abschriften auf das Datum des Originals, [ ] kennzeichnen erschlossene Jahresangaben undatierter Schriftstücke.
Kassiert wurde nicht archivwürdiges Schriftgut im Rahmen der Aufbewahrungs- und Kassationsordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen vom 20.02.2003 in der Fassung vom 29.10.2020 bzw. des Aufbewahrungs- und Kassationsplans der EKvW vom 29.10.2020.
Sofern die Benutzung nicht zu Verwaltungszwecken erfolgt, unterliegen gemäß § 7 Abs. 1 Kirchengesetz zur Sicherung und Nutzung von kirchlichem Archivgut in der Evangelischen Kirche der Union (Archivgesetz - ArchivG) vom 6.5.2000 sämtliche Archivalien einer 30-jährigen Sperrfrist (gerechnet nach dem Ende ihrer Laufzeit). Für Archivgut, das sich nach seiner Zweckbestimmung oder nach seinem wesentlichen Inhalt auf natürliche Personen bezieht, gelten laut § 7 Abs. 2 ArchivG zusätzliche Schutzfristen. Diese Archivalien dürfen auch nach Ablauf der allgemeinen Sperrfrist frühestens 10 Jahre nach dem Tod der betroffenen Person(en) benutzt werden. Ist das Todesjahr nicht feststellbar, endet die Schutzfrist 90 Jahre nach Geburt. Ist auch das Geburtsjahr nicht bekannt, endet die Schutzfrist 60 Jahre nach Entstehung der Unterlagen.
Bei der Zitierung des Archivbestandes ist anzugeben: LkA EKvW 3.1 Nr. ... (hier folgt die Archivsignatur des entsprechenden Archivales). Das Kürzel steht in dieser Reihenfolge für "Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bestand 3.1 Nr. ...".
Bielefeld, im Mai 2016
(Ingrun Osterfinke)
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.