130,2/Amt und Stadt Brackwede (Bestand)
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130,002/Amt/Stadt Brackw.
Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld (Archivtektonik) >> Amtliches Schriftgut >> Städte, Ämter und Gemeinden
Verwaltungsgeschichte/biographische Angaben:
Form und Inhalt: Vorwort zum Bestand 130,2/Amt und Stadt Brackwede (1766-1988)
Verwaltungsgeschichte
Urkundlich ersterwähnt wird Brackwede als "bracwide" in einer Urkunde vom 10. März 1151, in der der Paderborner Bischof Bernhard I. von Oesede dem Stift auf dem Berge bei Herford den Besitz verschiedener Güter bestätigte. 1216 wird zum ersten Mal das Wahrzeichen des Stadtteils, die Bartholomäuskirche, genannt, die am 21. Februar 1990 durch einen Brand fast vollständig zerstört, zwischenzeitlich aber wieder aufgebaut worden ist. Um 1800 war der Ort noch eine rein bäuerliche Siedlung, deren Bauten sich fast alle um die Bartholomäuskirche gruppierten. Eng verbunden mit dem Dorf Brackwede war seit jeher die 1258 ersterwähnte Bauerschaft Brock (auch Brook), deren Höfe den südwestlichen Teil des heutigen Ortsteils bildeten.
Brackwede war in der 1647 endültig an Kurbrandenburg gefallenen Grafschaft Ravensberg Hauptort der zum Amt Sparrenberg gehörenden Vogtei Brackwede und im Königreich Westphalen ab 1807 eine Munizipalität im Kanton Brackwede. Nach dem Ende der napoleonischen "Franzosenzeit" nahm Preußen die Grafschaft Ravensberg und damit auch Brackwede wieder in Besitz. Mit Einführung der Westfälischen Landgemeindeordnung wurde im Dezember 1843 das Amt Brackwede im Kreis Bielefeld gebildet, der seit 1816 bestand.
Nachdem Bielefeld 1847 an die Cöln-Mindener Eisenbahn angeschlossen worden war und 1849 an der Lutter die ersten gewerblichen Bleichen entstanden waren, siedelten sich weitere Industriebetriebe an, darunter 1850/52 die Spinnerei Vorwärts der Gebrüder Bozi, 1871 die Glashütte Teutoburg, danach verschiedene Maschinenfabriken. In der Folgezeit kam es zu zahlreichen weiteren Firmengründungen, die Brackwede zu einem wichtigen Standort von Industrie und Handwerk machten. Verbunden mit der Industrialisierung war ein starkes Bevölkerungswachstum (1848: 1.704; 1900: 8.297; 1950: 21.644 Ew.).
Die rund 25.000 Einwohner zählende Gemeinde Brackwede erhielt am 5. Juli 1956 das Stadtrecht und schied am 31. März 1959 aus dem Amt Brackwede aus. 1963 erhielt die junge Stadt ein Gymnasium, 1964 ein neues Rathaus mit Ratssal und Bücherei und wurde 1969 Standort des Kreiskrankenhauses "Rosenhöhe". Durch das Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld wurden am 1. Januar 1970 die Gemeinden Ummeln, Quelle und Holtkamp sowie das Gebietsstück Hambrinker Heide der Gemeinde Isselhorst in die Stadt Brackwede eingegliedert.
Zum 1. Januar 1973 wurde die Stadt Brackwede der Stadt Bielefeld zugeordnet und bildet seitdem einen Stadtbezirk, der 1988 eine Gesamtschule erhielt, 1997 eine weitere.
Brackwede unterhält jeweils seit 1958 eine Patenschaft über die Kreisgemeinschaft Münsterberg in Schlesien und eine Partnerschaft mit dem nordirischen Enniskillen.
Bestandsgeschichte
Die Akten der Bestandsgruppen A und B wurden nach 1973 aus dem Stadtarchiv Brackwede an das Stadtarchiv Bielefeld übergeben. Bestandsreste befinden sich bis auf Weiteres beim Heimatverein Brackwede.
Der Bestand umfasst 7.013 Verzeichnungseinheiten (Stand 12/2020), die die Geschichte von Amt und Stadt Brackwede aus drei Jahrhunderten dokumentieren (1766 bis in die 1980er-Jahre).
Nachträge wurden 2014 und 2018 verzeichnet. Im Zuge der Onlinestellung des Findbuches (2020) wurde die Klassifikation der Verzeichnungseinheiten überarbeitet bzw. nachgeholt und Sperrfristen eingearbeitet.
Die Archivalien des aufgelösten Bestands 119,1/Betriebswerke Brackwede wurden auf die Bestände 130,2/Amt und Stadt Brackwede und 140/Protokolle aufgeteilt.
Bestandteil A weist starke Verschmutzungen auf und ist eingeschränkt nutzbar.
Nicht vergeben sind die Nummern:
- A 348, A 1512, A 1528, A 1900,
- B 325, B 411, B 415, B 427-429, B 435, B 439, B 441, B 443, B 445, B 499, B 508, B 577, B 591, B 596, B 600, B 603, B 615, B 624, B 818 und
- C 177.
Der Bestand ist in mehreren Schichten (ca. 1973, 1993, 2004, 2015, 2016) übernommen worden, wobei es sich nicht um echte Registraturschichten handelt. Gebildet wurden die Signaturgruppen A bis D und F (E nicht belegt), danach wurden ab 2015 die Nr. 1 ff. ohne führenden Buchstaben belegt, wobei es sich teilweise um deutlich früher übernommene Akten handelt. Teilweise sind 2015/16 übernommene Akten dem Bestand 111,1/Bezirksamt Brackwede zugeordnet.
Die Nr. 2000 bis 3145 hat vor allem Herr Heino Siemens verzeichnet, darüber hinaus haben verschiedene Praktikantinnen/Praktikanten unter Anleitung Personalakten dieser Nummerngruppe erschlossen.
Hinweise zur Benutzung
- Archivalienbestellungen: 130,2/Stadt Brackwede, Nr.
- Zitation: Stadtarchiv Bielefeld oder StArchBI, Best. 130,2/Stadt Brackwede, Nr.
Literatur
- Beckmann, Karl/Rolf Künnemeyer (Hg.), 1151-2001 - Brackwede. Stationen einer 850-jährigen Geschichte, Bielefeld 2001
- Brackweder Heimatblätter ab 1948
- Gemeindeveraltung Brackwede (Hg.), 800 Jahre Brackwede. Festschrift, Brackwede 1951
- Meineke, Birgit, Die Ortsnamen der Stadt Bielefeld (Wesftälisches Ortsnamenbuch, Bd. 5), Bielefeld 2013, S. 52-55
- Tjaden, Adolf, Das Amt Brackwede - Ein Heimatbuch, Bielefeld 1948
Bielefeld im Dezember 2020
Kristina Ruppel
Dr. Jochen Rath, Stadtarchivdirektor
Form und Inhalt: Vorwort zum Bestand 130,2/Amt und Stadt Brackwede (1766-1988)
Verwaltungsgeschichte
Urkundlich ersterwähnt wird Brackwede als "bracwide" in einer Urkunde vom 10. März 1151, in der der Paderborner Bischof Bernhard I. von Oesede dem Stift auf dem Berge bei Herford den Besitz verschiedener Güter bestätigte. 1216 wird zum ersten Mal das Wahrzeichen des Stadtteils, die Bartholomäuskirche, genannt, die am 21. Februar 1990 durch einen Brand fast vollständig zerstört, zwischenzeitlich aber wieder aufgebaut worden ist. Um 1800 war der Ort noch eine rein bäuerliche Siedlung, deren Bauten sich fast alle um die Bartholomäuskirche gruppierten. Eng verbunden mit dem Dorf Brackwede war seit jeher die 1258 ersterwähnte Bauerschaft Brock (auch Brook), deren Höfe den südwestlichen Teil des heutigen Ortsteils bildeten.
Brackwede war in der 1647 endültig an Kurbrandenburg gefallenen Grafschaft Ravensberg Hauptort der zum Amt Sparrenberg gehörenden Vogtei Brackwede und im Königreich Westphalen ab 1807 eine Munizipalität im Kanton Brackwede. Nach dem Ende der napoleonischen "Franzosenzeit" nahm Preußen die Grafschaft Ravensberg und damit auch Brackwede wieder in Besitz. Mit Einführung der Westfälischen Landgemeindeordnung wurde im Dezember 1843 das Amt Brackwede im Kreis Bielefeld gebildet, der seit 1816 bestand.
Nachdem Bielefeld 1847 an die Cöln-Mindener Eisenbahn angeschlossen worden war und 1849 an der Lutter die ersten gewerblichen Bleichen entstanden waren, siedelten sich weitere Industriebetriebe an, darunter 1850/52 die Spinnerei Vorwärts der Gebrüder Bozi, 1871 die Glashütte Teutoburg, danach verschiedene Maschinenfabriken. In der Folgezeit kam es zu zahlreichen weiteren Firmengründungen, die Brackwede zu einem wichtigen Standort von Industrie und Handwerk machten. Verbunden mit der Industrialisierung war ein starkes Bevölkerungswachstum (1848: 1.704; 1900: 8.297; 1950: 21.644 Ew.).
Die rund 25.000 Einwohner zählende Gemeinde Brackwede erhielt am 5. Juli 1956 das Stadtrecht und schied am 31. März 1959 aus dem Amt Brackwede aus. 1963 erhielt die junge Stadt ein Gymnasium, 1964 ein neues Rathaus mit Ratssal und Bücherei und wurde 1969 Standort des Kreiskrankenhauses "Rosenhöhe". Durch das Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld wurden am 1. Januar 1970 die Gemeinden Ummeln, Quelle und Holtkamp sowie das Gebietsstück Hambrinker Heide der Gemeinde Isselhorst in die Stadt Brackwede eingegliedert.
Zum 1. Januar 1973 wurde die Stadt Brackwede der Stadt Bielefeld zugeordnet und bildet seitdem einen Stadtbezirk, der 1988 eine Gesamtschule erhielt, 1997 eine weitere.
Brackwede unterhält jeweils seit 1958 eine Patenschaft über die Kreisgemeinschaft Münsterberg in Schlesien und eine Partnerschaft mit dem nordirischen Enniskillen.
Bestandsgeschichte
Die Akten der Bestandsgruppen A und B wurden nach 1973 aus dem Stadtarchiv Brackwede an das Stadtarchiv Bielefeld übergeben. Bestandsreste befinden sich bis auf Weiteres beim Heimatverein Brackwede.
Der Bestand umfasst 7.013 Verzeichnungseinheiten (Stand 12/2020), die die Geschichte von Amt und Stadt Brackwede aus drei Jahrhunderten dokumentieren (1766 bis in die 1980er-Jahre).
Nachträge wurden 2014 und 2018 verzeichnet. Im Zuge der Onlinestellung des Findbuches (2020) wurde die Klassifikation der Verzeichnungseinheiten überarbeitet bzw. nachgeholt und Sperrfristen eingearbeitet.
Die Archivalien des aufgelösten Bestands 119,1/Betriebswerke Brackwede wurden auf die Bestände 130,2/Amt und Stadt Brackwede und 140/Protokolle aufgeteilt.
Bestandteil A weist starke Verschmutzungen auf und ist eingeschränkt nutzbar.
Nicht vergeben sind die Nummern:
- A 348, A 1512, A 1528, A 1900,
- B 325, B 411, B 415, B 427-429, B 435, B 439, B 441, B 443, B 445, B 499, B 508, B 577, B 591, B 596, B 600, B 603, B 615, B 624, B 818 und
- C 177.
Der Bestand ist in mehreren Schichten (ca. 1973, 1993, 2004, 2015, 2016) übernommen worden, wobei es sich nicht um echte Registraturschichten handelt. Gebildet wurden die Signaturgruppen A bis D und F (E nicht belegt), danach wurden ab 2015 die Nr. 1 ff. ohne führenden Buchstaben belegt, wobei es sich teilweise um deutlich früher übernommene Akten handelt. Teilweise sind 2015/16 übernommene Akten dem Bestand 111,1/Bezirksamt Brackwede zugeordnet.
Die Nr. 2000 bis 3145 hat vor allem Herr Heino Siemens verzeichnet, darüber hinaus haben verschiedene Praktikantinnen/Praktikanten unter Anleitung Personalakten dieser Nummerngruppe erschlossen.
Hinweise zur Benutzung
- Archivalienbestellungen: 130,2/Stadt Brackwede, Nr.
- Zitation: Stadtarchiv Bielefeld oder StArchBI, Best. 130,2/Stadt Brackwede, Nr.
Literatur
- Beckmann, Karl/Rolf Künnemeyer (Hg.), 1151-2001 - Brackwede. Stationen einer 850-jährigen Geschichte, Bielefeld 2001
- Brackweder Heimatblätter ab 1948
- Gemeindeveraltung Brackwede (Hg.), 800 Jahre Brackwede. Festschrift, Brackwede 1951
- Meineke, Birgit, Die Ortsnamen der Stadt Bielefeld (Wesftälisches Ortsnamenbuch, Bd. 5), Bielefeld 2013, S. 52-55
- Tjaden, Adolf, Das Amt Brackwede - Ein Heimatbuch, Bielefeld 1948
Bielefeld im Dezember 2020
Kristina Ruppel
Dr. Jochen Rath, Stadtarchivdirektor
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET