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J. A. Schmidt & Söhne, Stahlwarenfabrik
Schlagbaum (Bestand)
Vorwort Die Fa. Joh. Abr. Schmidt Söhne und der Archivbestand Fi 20 Die Firma wurde 1829 ins Leben gerufen. Sie war auf die Herstellung und den Verkauf von Bestecken und Schneidwaren spezialisiert und ist heute in der fünften Generation im Familienbesitz; Schwerpunkte des aktuellen Angebots sind Scheren und Messer (www.dreiturm-solingen.de). Der Gründer, Johann Abraham Schmidt (1800-1874), verlor seinen Vater bereits mit sechs Jahren und nach der Familienchronik seines Sohns Gustav Schmidt führten die Hinterbliebenen ein ärmliches Leben in Gräfrath. Johann Abr. lernte bei seinem Stiefbruder das Messerreiden und verdiente in diesem Beruf seinen Lebensunterhalt. Er verlegte sich auf die Herstellung von Tischmessern, und nachdem er sich 1828 auf dem Rathland (Gräfrath) ansässig gemacht hatte, erhielt er 1829 einen bevorschussten Auftrag des Hagener Handelshauses Meister; nach der Chronik wurde das der Start in die Selbstständigkeit. Johann Abr. hatte 1826 Johanne Maria Rauh geheiratet, deren Vater Samuel Rauh zu Busch (Gräfrath) Taschenmesser herstellte. 1832 wurde sein Schwager Joh. Wilhelm Rauh Geschäftspartner, und neben Einlagekapital brachten die Rauhs auch auf sie eingetragene Fabrikationszeichen in die neue Firma "Schmidt & Rauh" ein. Die Firmeninhaber waren Verlegerkaufleute: sie kauften Stahl, gaben Material und Aufträge an Schmiede, Schleifer und Reider, organisierten die Herstellung und leiteten den Verkauf. Aus Stichproben in den Fabrikbüchern habe ich die Zahl der Warenlieferanten, Heim(fach)arbeiter und anderer Arbeiter für die Jahre 1832, 1833 und 1852 ermittelt; manche Berufszuordnungen sind aber nicht ganz sicher. Wie weit die Firmeninhaber selber Waren mit herstellten, ist unklar; sehr groß scheint ihr Produktionsanteil nicht gewesen zu sein. Die Heimarbeiter und Warenlieferanten kamen 1832/33 durchweg aus dem Raum des heutigen Solingen. Es ist klar zu sehen, dass Schmidt & Rauh mit Handwerkern aus der unmittelbaren Nachbarschaft der Firma, etwa aus Gräfrath oder Wald, besonders stark zusammenarbeiteten, aber z.B. Schleiferarbeiten auch bis nach Höhscheid oder Balkhausen vergaben. Das Prinzip gilt auch für 1852; es tauchen aber gegenüber 1832/33 sehr viele neue Namen unter den Geschäftspartnern auf. Den Stahl, für den Schmidt allerdings nur als Zwischenhändler zu den Messer- und Gabelschmieden auftrat, bezog die Firma nun von Händlern aus Remscheid und Gevelsberg. Ursprünglich war der bergisch-märkische Raum wichtigstes Verkaufsgebiet. Ich habe den Kundenstamm dieser Region für die Jahre 1832-1836, 1852-1854 und 1875-1877 untersucht. Da die nötigen Warenausgangsbücher auch für die Jahre 1840-1843 und 1848-1891 vorliegen, wäre eine genaue Erforschung möglich und sicher auch lohnend. In der engen Nachbarschaft verkauften Schmidt & Rauh 1832-1836 vor allem an die Firmen v. Berg, Ehlis, Hilger, Gebr. Müller und Sehringhaus in Remscheid sowie an Hindrichs, Hufschmid, Teschen und Vorberg in Cronenberg und Ronsdorf. Etwas weiter östlich gehörten Langewiesche in Schwelm, die Gebr. Rocholl in Radevormwald, die Schmidt bis in die 1870er Jahre verbunden blieben, und Joh. Daniel und Peter Schmidt in Sprockhövel zum bedeutenderen Kundenkreis. Wichtigster Platz in den frühsten Jahren war Hagen mit der Firma Meister, die Johann Abr. den ersten großen Auftrag gegeben hatte. Dauerkunden blieben die Geschäfte von C. Asbeck und Schaberg. In den Ausläufern des Sauerlandes wurden Handlungen in Halver, weiter die Firmen Woeske und Winkhaus in Lüdenscheid und Trompetter in Altena bedient, der auch in den 1870er Jahren noch als Käufer genannt ist. Ein Teil der frühen Kunden taucht in den 1850er Jahren nicht mehr auf, dagegen konnten neue geworben werden: in Remscheid neben den treuen v. Berg und Müller die Häuser Brockhaus und Erbslöh, in Cronenberg/Ronsdorf Bleckmann, Hessenbrand, Piccard und Rottsiepen. In Hagen war Franz Erkenzweig als größter ständiger Abnehmer an die Stelle der Firma Meister getreten. In Lüdenscheid wurde Brassard als Großkunde gewonnen, in Halver und Kierspe die Geschäfte von Woeste und Voswinkel. Auch ein Schritt nach Norden wurde gemacht: die Firma Mohn in Velbert kaufte in größerem Stil. In der dritten Beobachtungsphase 1875-1877 tauchen nur wenige neue Namen auf, zumeist in Hagen und im Sauerland. Das Geschäft scheint sich auf eine Reihe alter Dauerkunden zu konzentrieren und geht im Umfang sehr zurück. Zwar ist ein Urkern noch sichtbar, aber die Schwerpunkte des Unternehmens hatten sich verlagert. Schon seit 1834 besuchten Schmidt & Rauh die Leipziger Messe. Von da gelang es, einen wachsenden Kundenstamm im sächsisch-thüringischen Raum zu gewinnen, und in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts hatte dieser Absatz den Verkauf in der heimatlichen westdeutschen Umgebung weit hinter sich gelassen. Das Schaubild für 1852 zeigt, dass Schmidt & Rauh in Leipzig viele "kleine" Kunden aus der Region bedienten, die sich auf der Messe für einen begrenzten lokalen Bedarf eindeckten. Ausnahme waren einige größere Geschäfte in Leipzig und um Dresden, Chemnitz und Weißenfels. Aus dem Rahmen fällt der hohe Absatz nach Schönheide im Erzgebirge. Dieser verhältnismäßig kleine Ort war Zentrum der Bürstenindustrie und die Hausierer, die von da ins Land zogen, wurden von verschiedenen Kaufleuten des Orts für ihre Verkaufstouren auch mit Stahlwaren ausgestattet, die sie u.a. bei Schmidt & Rauh auf der Messe erworben hatten. Gustav Schmidt berichtet in seiner Chronik darüber: "In den 30er und 40er Jahren wurde auf den Messen viel Ware mit Hausierern umgesetzt besonders aus Schönheide im Erzgebirge die neben ihren Blech- und Bürstenwaren Messer mitführten, es wurde von Messe zu Messe traditiert. Da die Hausierer aber meistens nicht gut zahlten, wurde dabei viel Geld verloren, so daß das Geschäft verschiedentlich fast zahlungsunfähig wurde." Über die Reise nach Leipzig und den Warentransport schreibt er: "Die Reise nach Leipzig wurde zu Fuß in 10 Tagen à 10 Marschstunden zurückgelegt, in späteren Jahren per Post ab Elberfeld in 3 Tagen u. 3 Nächten langer Fahrt, wozu der Hauptwagen von Elberfeld nach Leipzig durchfuhr, wozu man sich schon 8 Tage ins voraus einschreiben lassen mußte, um in den Hauptwagen zu kommen da die Beschläge auf der Hauptstation gewechselt wurden. [...] Die Waren wurden durch Wilh. Klacht zu Schlagbaum in großen Frachtwagen zur Messe befördert, später in Waggonladungen durch Spedition Silber in Hagen und Leipzig. Versichert wurde das Pfund mit 3 Mark, was der Eisenbahndirektion zu hoch vorkam, weshalb sie sich in den 60er Jahren ein Fass öffnen ließ, um den Inhalt zu controllieren, da sie nicht glaubte, daß die Solinger Ware einen solchen Werth hätte. Zur Messe schickten in den 70er Jahren 25-28 Faß hin und blieb in einer Messe ausnahmsweise nicht ein ganzes Faß Ware übrig. Die Ware aus der Bude wurde dem Spediteur Silber von einer Messe zur anderen in Verwahr gegeben, später blieb dieselbe im Gewölbe von Messe zu Messe stehen. Friedr. Eduard Schneider in Leipzig Hainstr. 2 war in den letzten Jahrzehnten unser Hauptabnehmer, der 10% Rabatt gegen Barzahlung erhielt, auch außer den Messen an unsere Abnehmer die Ware zu unseren Preisen für seine Rechnung abgab." Dem unsicheren Verkauf an zweifelhafte Kunden in den Anfangsjahren wurde mit der Zeit wohl Rechnung getragen, denn zwischen den untersuchten Jahren 1850-1852 und 1875-1877 trat ein großer Wandel ein. Unter den 264 Kunden von 1875 finden sich nur noch 29 Namen aus der frühen Zeit, aus der alten Schönheider Klientel nur noch zwei. Immer noch kamen viele "kleine" Kunden mit Einkäufen bis 100 Talern (oder später 300 Mark) zu Schmidt, aber die Zahl derer, die größer einkauften, war, wie der gesamte Umsatz, enorm gestiegen. Größte Kunden neben dem oben erwähnten Friedr. Eduard Schneider waren mit Käufen über 1000 Mark die Leipziger und Chemnitzer Häuser der Familien Schaaf und die Geschäfte von Schwieger, Hoffmann und Haunstein in Leipzig, Wenzel in Halle, Naumann in Chemnitz, Härtel in Lichtenstein und Heinig in Burgstädt. Die Zentren des Kundenstamms blieben Sachsen, Anhalt und Thüringen, aber auch Käufer aus Göttingen, Hildesheim oder dem böhmischen Grenzland kamen zu Schmidt nach Leipzig. Das verbesserte Verkehrswesen brachte nicht nur neue Kunden; immer häufiger wurden jetzt Bestellungen und Zusatzkäufe außerhalb der reinen Messezeiten im Frühjahr und Herbst durch Bahn- und Postversand erledigt. In den 1860er Jahren fing die Firma dann in den Worten Gustav Schmidts auch "selbst an zu reisen" und stellte 1868 ihren ersten Reisevertreter Jesche ein. "Das Reisen machte bedeutend höhere Spesen als die Messe, wo die Unkosten sehr gering waren da der Unterhalt täglich nur circa M 3.- kostete, und die Gewölbemiete nicht hoch war, wozu noch die Kosten der Hin- und Rückfahrt kamen." Anscheinend waren aber die höheren Aufwendungen für das Vertreterwesen nicht mehr zu vermeiden, um den Kundenstamm zu pflegen und den Verkauf auszudehnen. Vertreter waren seit dieser Zeit fester Teil des Schmidt'schen Vertriebssystems. Allerdings erforderte, wie unten zu sehen, auch der Messeverkauf einigen Aufwand. 1843 hatten die Geschäftspartner Schmidt und Rauh ein Grundstück am Schlagbaum auf Walder Seite gekauft und dort ein Wohn- und Geschäftshaus gebaut. Nachdem Rauh 1856 aus der Firma ausgetreten war, kaufte Joh. Abr. Schmidt mehrere zusammenliegende Grundstücke auf der gegenüberliegenden Gräfrather Seite der Schlagbaumer Chaussee und errichtete dort 1861 ein neues Haus. Sein Erbe wurde 1874 auf rund 133.000 Taler berechnet. Er hatte seine Schöpfung aus kleinen Anfängen zu beachtlichem Erfolg geführt. Seit 1856 wurde die Mitarbeit des älteren Sohns Johann Carl im neuen Firmennamen "Johann Abraham Schmidt und Sohn" berücksichtigt; als ein neues Firmenzeichen wurde im gleichen Jahr der Dreiturm eingetragen. Nach dem Tod ihres Vaters leiteten die beiden Söhne Johann Carl und Gustav seit 1874 das Unternehmen gemeinsam als "Joh. Abr. Schmidt und Söhne". 1890 wurde Gustav Schmidt Alleininhaber. Johann Carl war 1888 gestorben, sein Sohn und Erbe Carl Gustav machte sich selbständig und ließ sich seinen Anteil auszahlen. Bei der Auseinandersetzung wurde auch der Kundenstamm aufgeteilt, das Geschäft blieb aber konkurrenzfähig. 1894 eröffnete Gustav Schmidt sogar eine Verkaufsfiliale in der Friedrichstraße in Berlin, die nach dem Ende des 1. Weltkriegs nicht weitergeführt wurde. Das Absatzgebiet erweiterte sich seit den 1890er Jahren auf Süddeutschland und Hamburg/Schleswig-Holstein. Auch der Auslandsverkauf nahm in dieser Zeit zu; er ging vornehmlich in die österreichisch-ungarischen Staatsländer, wo durch Vertreterbesuche bis nach Czernowitz in der Bukowina Kunden geworben werden konnten. Ein Versuch der Markterweiterung auf Dänemark seit 1897 scheint kurzlebiger gewesen zu sein. Die überlieferten Geschäftsbücher lassen allerdings eine genaue Überprüfung nur bis 1903 zu. Die Verkaufszahlen im Ausland waren nicht überwältigend. Nach einem vielversprechenden Start 1892 pendelten sie zwischen 1895 und 1899 um 15 - 20.000 Mark, sanken dann um die Jahrhundertwende, und es bedurfte in den folgenden Jahren anscheinend verstärkten Vertretereinsatzes in den K.u.K.-Ländern, um den Absatz wieder zu heben. Während Galizien und auch Ungarn sich auf Dauer als schwache Märkte herausstellten, waren die Erfolge im deutschsprachigen Raum der Monarchie und in Böhmen-Mähren besser. Die Firma konnte über die Jahre einen Stamm an Dauerkunden zwischen 80 (1892) und 146 (1899) anwerben; dann kam der starke Einbruch, der zeigte, dass man keineswegs auf sicheren Erfolgen saß. In Dänemark wurden etwa 20 Kunden regelmäßig beliefert, daneben gab es jährlich rund zehn Einzelbestellungen. Hohe Verkaufszahlen wurden aber nicht erreicht. Nach dem 1. Weltkrieg gab es zwar einige Auslandsverkäufe, aber eine wesentliche Rolle mit kaufkräftigen Dauerkunden scheint dieser Zweig im Geschäft nicht gespielt zu haben. 1926 versuchte die Firma, in Rumänien Fuß zu fassen und 1927 belieferte sie dort 49 Geschäfte, aber danach brach der Kontakt ziemlich rasch ab. In den folgenden Jahren blieben einige skandinavische Kunden; dazu kamen Gelegenheitsverkäufe nach Belgien, Holland, Großbritannien und Amerika. Hinter der verhältnismäßig hohen Absatzzahl für 1930 stehen Geschäfte über mehrere Jahre (1929-1935) an schwedische Kunden. Au der anderen Seite hatte sich der Verkauf auf das ganze Reichsgebiet ausgedehnt. Immer noch spielten die alten mitteldeutschen Verkaufszentren Thüringen, Anhalt und Sachsen eine ganz wichtige Rolle, daneben waren neue Gebiete erschlossen - vor allem Hessen gewann große Bedeutung. Deutschland blieb das eigentliche Absatzgebiet der Firma. 1907 hatte Ernst, der ältere Sohn Gustav Schmidts, die Geschäftsleitung übernommen. Zwischen 1910 und 1912 baute er in der Wernerstraße ein neues Wohnhaus und erstmals in der Firmengeschichte - für rund 40.000 Mark - ein eigenes Fabrikgebäude. 1919 brachte eine neue Vermögensteilung. Nach dem Tod ihrer Eltern ging das Erbe auf die drei Kinder Gustav Schmidts über. Ernst behielt das Geschäft, das Nachkriegszeit und Inflation überstand. Die Eröffnungsbilanz der Firma wies nach der Währungsreform im Juni 1924 ein Warenkonto von 30.200,- und Forderungen von 6.576,- Mark aus, dazu kam Grundbesitz; bei sehr geringen Schulden belief sich das Betriebsvermögen auf 54.117,- Mark. Liquidität scheint wie bei vielen Firmen in Solingen nach der Währungsreform ein Problem gewesen zu sein. Aktien- und Geldkapitalanlagen, vor allem als Hypothekenanleihen, die seit Gründerzeit Reserven des Geschäfts waren, wurden durch die Inflation entwertet. Das Geschäft ging nach 1924 nicht gut; das Eigenkapital schrumpfte stetig, war schon 1929 auf 20.552,- Mark gesunken und unter den vollen Auswirkungen der Wirtschaftskrise war der Betrieb nach der Bilanz von 1933 mit 33.675,-Mark überschuldet. Erst seit der Mitte der 1930er Jahre, nun unter der Geschäftsführung der Söhne Werner und Erich des 1936 verstorbenen Ernst Schmidt, erholte sich die Firma. Zur Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg geben die Geschäftsjournale guten Einblick in Wareneingang und -ausgang, Kundenkreis und Kosten der Firma. Die Vertreterbücher zeigen die Aufteilung der Geschäftsbereiche und das Maß der persönlichen Kundenbetreuung, die Lohnbücher vermitteln Auskunft über den Beschäftigungsstand, die Verteilung und Art der Arbeit, den Anteil der Heimarbeit und die generelle Lohnentwicklung. Sehr deutlich sieht man den stark wachsenden Verkauf in den 1950er und 1960er Jahren, der allerdings von entsprechenden Kostensteigerungen in Einkauf, Produktion und Absatz begleitet wird. Dabei wächst der Anteil der Personalkosten (Löhne, Gehälter, Provisionen, Sozialabgaben) an den Gesamtkosten von 35 % (1953) auf 49 % (1968) besonders stark; Betriebskosten (Erneuerungen und Reparaturen, Energie, Fahrzeug- und Reiseausgaben, Verpackung etc.) und steuerliche Belastungen bleiben ziemlich konstant. Aus der Differenz der Jahresendsummen von Kosten und Verkauf erkennt man die Erfolgsentwicklung bis 1960. Der Abschwung der Linie von 1960 bis 1962 ist im Wesentlichen auf Baukosten und Neueinrichtungen zurückzuführen, die rund 250.000 Mark kosteten. Auch zwischen 1966 und 1968 wurden nochmals 65.000 Mark in Einrichtungen investiert. Die Zeiten wurden aber schwieriger: es gibt 1962 und 1963 und nach 1965 Kostensteigerungen im normalen Ablauf, die durch den Verkauf nicht ausgeglichen wurden. Allerdings ist der 1964 gegründete und sich erfolgreich entwickelnde "Eilfix"-Betrieb, der Groß- und Verbrauchermärkte belieferte, in das Bild nicht aufgenommen. Bestandsbeurteilung Der überlieferte Bestand der Jahre 1832 bis 1970 erlaubt keine durchgängige und vollständige Erarbeitung der Firmengeschichte, gibt aber gute Einblicke in einzelne Phasen und Formen der Solinger Industrie- und Unternehmenskultur. Das gilt besonders für die Entwicklung der Firma im 19. Jahrhundert - hier liegt das Paradestück der Überlieferung. Die Fabrik- und Warenausgangsbücher seit 1832 zusammen mit Korrespondenz-, Kassen- und Wechselbüchern zeigen in außergewöhnlichem Detail Herstellungsweise, Lieferanten, Warenangebot, Preise, Kundenkreis und Abrechnungsformen einer aus kleinen Anfängen wachsenden Handelsfirma. Sehr gut lässt sich die Bedeutung der Leipziger Messe verfolgen, die für die Solinger Firmen ja bis ins 20. Jahrhundert ein Gradmesser der Konjunktur war. Auch die Aufschwünge und Krisen - vornehmlich zwischen 1850 und 1890 - dürften gut zu verfolgen sein. Ein zweiter zusammenhängender Teil liegt für die "Wirtschaftswunderphase" nach dem 2. Weltkrieg vor, wo die recht vollständig erhaltenen Journale und die Vertreter- und Lohnbücher Einsicht in Umsatz und Kundenkreis, Konjunkturwellen und die Rolle der Heimarbeit geben. Ebenfalls gut dokumentiert sind die gerade für ein Familienunternehmen so entscheidenden Erb- und Nachfolgeauseinandersetzungen und detailliert ist auch das Material über die Kapitalanlagepolitik der frühen Firmenbesitzer. Schwächer ist der Bestand für die Zeit von 1900 bis 1945. Die Arbeit der Firma in den Weltkriegen z.B. ist nicht zu verfolgen. Eine wesentliche Lücke liegt in der gering überlieferten Korrespondenz, die dem Material Bindendes, Erklärendes und Persönliches gegeben hätte. Reizvoll ist dafür der private Teil des Bestands, der manches über Eigenarten und Lebensstil der Besitzerfamilie verrät. Der Bestand wurde 1984 ins Stadtarchiv übernommen, die Erschließung des Bestandes erfolgte durch Hartmut Roehr im Jahre 2006.
Eingrenzung und Inhalt: Der überlieferte Bestand erlaubt keine durchgängige und vollständige Erarbeitung der Firmengeschichte, gibt aber gute Einblicke in einzelne Phasen und Formen der Solinger Industrie- und Unternehmenskultur. Das gilt besonders für die Entwicklung der Firma im 19. Jahrhundert. Die Fabrik- und Warenausgangsbücher seit 1832 zusammen mit Korrespondenz-, Kassen- und Wechselbüchern zeigen in außergewöhnlichem Detail Herstellungsweise, Lieferanten, Warenangebot, Preise, Kundenkreis und Abrechnungsformen einer aus kleinen Anfängen wachsenden Handelsfirma. Sehr gut lässt sich die Bedeutung der Leipziger Messe verfolgen, die für die Solinger Firmen ja bis ins 20. Jahrhundert ein Gradmesser der Konjunktur war. Auch die Aufschwünge und Krisen - vornehmlich zwischen 1850 und 1890 - dürften gut zu verfolgen sein. Ein zweiter zusammenhängender Teil liegt für die 'Wirtschaftswunderphase' nach dem 2. Weltkrieg vor, wo die recht vollständig erhaltenen Journale und die Vertreter- und Lohnbücher Einsicht in Umsatz und Kundenkreis, Konjunkturwellen und die Rolle der Heimarbeit geben. Ebenfalls gut dokumentiert sind die gerade für ein Familienunternehmen so entscheidenden Erb- und Nachfolgeauseinandersetzungen und detailliert ist auch das Material über die Kapitalanlagepolitik der frühen Firmenbesitzer. Schwächer ist der Bestand für die Zeit von 1900 bis 1945. Die Arbeit der Firma in den Weltkriegen z.B. ist nicht zu verfolgen.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.