Bitte um Ansicht zu einer Einleitung einer größeren Arbeit über deutsche Altertümer
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LLA 005/005
LLA Lindenschmit, Ludwig d. Ä.
Lindenschmit, Ludwig d. Ä. >> Korrespondenz >> Korrespondenz August von Cohausen
1869-03-30
Inhalt/Beschreibung/Darin: "Verehrter theurer Freund!
Nimm mir es nicht böse auf daß ich jetzt erst Dein
liebes Schreiben beantworte das mir als Beweis Deiner
fortwährend freundlichen Erinnerung und lebendigen Teilnahme
an den alterthümlichen Studien so große Freude bereitete.
Erst mit dem Eintritt der Sonntagsruhe bin ich zu meiner
erschreckend angehäuften Correspondenz gelangt und es ist mein
Erstes Dir für Deine Mittheilung zu danken und die
gewünschten Bemerkungen freilich bei der Schwierigkeit des
Gegenstandes nur fragmentarisch zu notiren.
Das Thema Deines Vortrags ist freilich für alle die
hochgeehrten Herrn ein sehr unbequemes gewesen. Über diese
Dinge ist überhaupt noch wenig gedacht und noch gar Nichts
geschrieben. Du hast jedenfalls den Verdienst das Notwendige
einer tieferen Anregung zuerst markirt zu haben.
Marmora über Sardinien kenne ich noch nicht, wohl aber die
fratzenhaften Metallfiguren die dort gefunden wurden. Ich
habe mir dieses Land und das betreffende Werk aufsparen müßen
bis ich zur Bronzezeit in meiner unten zu erwähnenden Schrift
gelangen werde. Durch die so überaus merkwürdige neuerdings
in d. revue archeol ([gestr. in d. Klammer unles.; über der Klammer “Juli August 1867”]) von Rougé und von Lauth in
München besprochene ägypt. Inschrift mit Bildwerk von Karnak ist die Aufmerksam-
keit in erhöhtem Grade auf die westlichen Inseln und Länder des
Mittelmeers gelenkt worden, und ihre eigenthümlich fremdartige
und bis jetzt noch räthselhafte frühzeitige Cultur. Es handelt sich
da um einen Angriff auf Ägypten um 1400 v. Chr. von Seiten dieser
Westvölker welche prachtvoll gekleidet und reich bewaffnet sind unter
diesen namentlich die Sardainas. Unter dem ganzen Heer wovon
die Tursia (Tyrrhener) die Anführer, aber auch Achaier waren
dabei […] […]. Ihre Hieroglyphe hat die Form
einer Beinschiene. Es liegen noch dichte Nebel über der alten
Culturgeschichte [“selbst” gestr.; “und grade mehr über jene” ü. d. Z.] und grade mehr über jene von Mittelmeervölkern als der
[…] Nordstämme. Soviel ist aber gewiß daß
diese Nebel von Herrn wie Curtius und überhaupt
von den jetzigen Trägern der philologischen Alterthumskunde
mit ihren von umsichtigen verrannten Ideen ausgehenden
Constructen der Vorgeschichte nicht gelichtet werden.
Was das Eisen (Stahl) der Ägypter anbelangt so hat ja
wie ich höre neuerdings Brugsch über sehr alte ägypt. [Eisen…]
auf der sinaithischen Halbinsel berichtet. Das grade auf sehr alten
ich glaube am ältesten [Muler…] blaugemalte Klingen von
Messern, bei Opfern und Abschlachten von Thieren vorkommen
wird Dir bekannt sein. Aber auf dieses ganze Thema des
Alten des nachweisbaren Eisengebrauchs werde ich erst
später ernstlich eingehen müßen da ich noch mit Neuerem
die Hände voll zu thun habe.
In Bezug auf die Wirkung von Steininstrumenten kann
ich dir sagen daß ich bei Gelegenheit eines Besuchs d. Pariser Ausstellung
in dem Musée St. Germain Proben beigewohnt habe welche
mit Steinbeilen auf Bruchstücken von Dolmensteinen
versucht wurden, und welche geben daß mit Steinbeilen
allerdings jene Linien und barb. Figuren ausgehärtet werden
konnten die sich im Innern mancher der alten Grabkammern
zeigen.
Was aber die durchbohrten Steinbeile anlangt so vertragen
solche meiner Ansicht nach nicht solche Zumuthung. Ich möchte
keine dieser feingearbeiteten Äxte, so viel ich daran schon
sah, […] […] Schlag auf einen gleichharten Schaft zutrauen.
Bedenke wie unzählige allemal am Schaftloch ausgesprungene
gefunden sind. Ich denke mir die nicht durchbohrten Beile
die in Holz und zwar Axt und Wurzelknollen eingesetzt sind können
zur Bearbeitung harter Schafte gebraucht worden sein.
Die derben durchbohrten Äxte mit breiteren Seitenwänden
[Zeichnung Beil] sind auch nur als Satzkeile und [Satz…] für Holzschlegel
Die Feineren und teilweise ornamentirten können allerdings
wie ich glaube als Waffen benutzt worden sein da sie
für einen Schlag auf Holz von dünnen Schilde [Pelz…?] und nackte
Körper immerhin eine respektable Wirkung äußern mußten.
Wie aber das Verhältniß des Metallgebrauchs zu jenem
des Steins bei den alten Culturvölkern eine überaus schwierige
jetzt noch beinah unlösbare Frage ist (im Gegensatz zu den
[…] bei welchen dieses Verhältniß durch d. Funde pp klargestellt ist),
so bleibt es für mich namentlich der ich von d. Tektonik nichts
verstehe
doppelt schwer über das Verhältniß des Metallgebrauchs zu
den baulichen Denkmalen ohne vorherige eingehende Umschau
irgend eine Ansicht zu äußern. Es ist daher nur dieses
Wenige sozu sagen Nichts was ich in Bezug der wichtigen
von Dir angeregten Frage zu sagen weiß. Es ist aber schon
genug daß sie überhaupt angeregt wurde. Hier wie überall
wo […] eingegangen werden […], zeigt sich das Verkehrte
und Unrichtige der bisherigen Auffaßungen und Grundanschauungen.
Wie in so vielem Andren fehlt auch in den so wichtigen Bauten
jede Brücke jede Verbindung der europäischen Barbaren
mit der ältesten Cultur. Ziegelbau und jeder Bau mit
bearbeiteten Stein ist und bleibt ein höchst bezeichnendes
unterscheidendes Merkmal der alten Culturcentren in
Gegensatz zu den Barbaren und meiner Ansicht wenigstens
nach, ein höchst sachlicher Grund gegen die […] Einwendung
der letzteren. In Bezug dieses Punktes und [“anderer” Einf. ü. d. Z.] anderer meiner Überzeugung nach falschen
Voraussetzungen habe ich mich in der Einleitung zu einer
größeren (reich illustrierten) Arbeit über deutsche Alterthümer
die ich unter der Hand habe ausgesprochen, und wünschte
sehr über dieselbe Deine Ansicht zu vernehmen, auf
welche ich, wie Du weißt grade in den wesentlichsten Punkten
ein entscheidendes Gewicht lege. Hast Du Zeit und Lust
die Abschrift durchzusehen so wäre mir Deine Kritik vom
höchsten Werthe und jedenfalls eine Vorbereitung zu dem
[…] den ich zu bestehen haben werde.
In Bezug des letztern bedaure ich nur daß ich anfange
die Einwirkung des Alters zu verspüren, doch wer kann’s
ändern, solange man sich mit den Beinen halten kann
muß es vorwärts gehen.
Was die Untersuchung des Hildesheimers über Alle bisher
gefundenen Römische Alterthümer […] und kostbaren Fund
betrifft so erscheint eine Mittheilung die ich durch unsern
Dompfarrer H. Thoms und einen andern Hildesheimer geborenen
[…] Herrn, bei Einsichtnahme der Abgüße in unserem Museum
erhielt, von Wichtigkeit. Beide Herrn behaupten nämlich daß
sich auf dem Galgenberg ein runder [schengenartiger?] Wall
befinde innerhalb welchem sie oft als Kinder gespielt
hatten. Deshalb […] keinerlei Beziehung zu Schengenformen
d. späteren Zeit.
und [“für” Einf. ü. d. Z.] für aller Wahrscheinlichkeit
von höchstem Alter. Ob Spuren eines später geschleiften Tumulus auf der
Fundstelle durch Steinsetzung zerbrochen. Gefäß zu […]
darauf brauch doch Niemand einen so erfahrnen Ausgraber
wie Dich aufmerksam zu machen. Wichtig erschien es mir Spuren
einer etwa früher vorhandenen x-xllten heiligen Stätte pp?
nachzugehen. Für Alle solche Dinge die nur vom scharfen
unbefangenen Auge zu constutiren sind hatte die Regierung
keine geeignete Person committiren können. Findest Du
irgend Etwas so schreibe mir mit einigen Worten Nachricht.
Du brauchst keinen vorgreiflich anmaßlichen Gebrauch einer
solchen Notiz zu befürchten. Es ist nur weil ich selbst den
größten Antheil an d. Suche und ihrer genauen Untersuchung
nehme.
Auf Dein so überaus freundliches Erbieten Deiner
theilnehmenden Verwendung für unsere Angelegenheiten
kann ich vor der Hand Dir Nichts weiter ans Herz legen
als die endliche Flüßigmachung unserer v. Seite S. M. d Königs
uns neu bewilligten Subvention, von welcher wir eine am Ende
des dritten Monats Nichts weiter gehört haben als die
endliche Mittheilung unsres Prinz Gouverneurs. Du kennst ja
die ganze Misere unserer Verhältniße die durch solche
Verzögerungen begreiflicherweise zu dem peinlichsten
Grade gesteigert wird.
Entschuldige das Formlose dieses Schreibens, welches nochmals
durch den unverhofften Besuch meines Neffen aus München
den ich seit lange nicht gesehen unterbrochen worden ist.
Ist Dir die Durchsicht der eben erreichten Einleitung
meiner Schrift nicht beschwerlich so laß mich dieß in
2 Worten mit Angabe genauerer Adreße wißen
als unter welcher ich dieses Blatt zu senden wage.
Mit den herzlichsten Grüßen Dein
treuergebenster
Ludwig Lindenschmit
Mainz den 30ten März 1869“
Transkription: Lara Beringer
Nimm mir es nicht böse auf daß ich jetzt erst Dein
liebes Schreiben beantworte das mir als Beweis Deiner
fortwährend freundlichen Erinnerung und lebendigen Teilnahme
an den alterthümlichen Studien so große Freude bereitete.
Erst mit dem Eintritt der Sonntagsruhe bin ich zu meiner
erschreckend angehäuften Correspondenz gelangt und es ist mein
Erstes Dir für Deine Mittheilung zu danken und die
gewünschten Bemerkungen freilich bei der Schwierigkeit des
Gegenstandes nur fragmentarisch zu notiren.
Das Thema Deines Vortrags ist freilich für alle die
hochgeehrten Herrn ein sehr unbequemes gewesen. Über diese
Dinge ist überhaupt noch wenig gedacht und noch gar Nichts
geschrieben. Du hast jedenfalls den Verdienst das Notwendige
einer tieferen Anregung zuerst markirt zu haben.
Marmora über Sardinien kenne ich noch nicht, wohl aber die
fratzenhaften Metallfiguren die dort gefunden wurden. Ich
habe mir dieses Land und das betreffende Werk aufsparen müßen
bis ich zur Bronzezeit in meiner unten zu erwähnenden Schrift
gelangen werde. Durch die so überaus merkwürdige neuerdings
in d. revue archeol ([gestr. in d. Klammer unles.; über der Klammer “Juli August 1867”]) von Rougé und von Lauth in
München besprochene ägypt. Inschrift mit Bildwerk von Karnak ist die Aufmerksam-
keit in erhöhtem Grade auf die westlichen Inseln und Länder des
Mittelmeers gelenkt worden, und ihre eigenthümlich fremdartige
und bis jetzt noch räthselhafte frühzeitige Cultur. Es handelt sich
da um einen Angriff auf Ägypten um 1400 v. Chr. von Seiten dieser
Westvölker welche prachtvoll gekleidet und reich bewaffnet sind unter
diesen namentlich die Sardainas. Unter dem ganzen Heer wovon
die Tursia (Tyrrhener) die Anführer, aber auch Achaier waren
dabei […] […]. Ihre Hieroglyphe hat die Form
einer Beinschiene. Es liegen noch dichte Nebel über der alten
Culturgeschichte [“selbst” gestr.; “und grade mehr über jene” ü. d. Z.] und grade mehr über jene von Mittelmeervölkern als der
[…] Nordstämme. Soviel ist aber gewiß daß
diese Nebel von Herrn wie Curtius und überhaupt
von den jetzigen Trägern der philologischen Alterthumskunde
mit ihren von umsichtigen verrannten Ideen ausgehenden
Constructen der Vorgeschichte nicht gelichtet werden.
Was das Eisen (Stahl) der Ägypter anbelangt so hat ja
wie ich höre neuerdings Brugsch über sehr alte ägypt. [Eisen…]
auf der sinaithischen Halbinsel berichtet. Das grade auf sehr alten
ich glaube am ältesten [Muler…] blaugemalte Klingen von
Messern, bei Opfern und Abschlachten von Thieren vorkommen
wird Dir bekannt sein. Aber auf dieses ganze Thema des
Alten des nachweisbaren Eisengebrauchs werde ich erst
später ernstlich eingehen müßen da ich noch mit Neuerem
die Hände voll zu thun habe.
In Bezug auf die Wirkung von Steininstrumenten kann
ich dir sagen daß ich bei Gelegenheit eines Besuchs d. Pariser Ausstellung
in dem Musée St. Germain Proben beigewohnt habe welche
mit Steinbeilen auf Bruchstücken von Dolmensteinen
versucht wurden, und welche geben daß mit Steinbeilen
allerdings jene Linien und barb. Figuren ausgehärtet werden
konnten die sich im Innern mancher der alten Grabkammern
zeigen.
Was aber die durchbohrten Steinbeile anlangt so vertragen
solche meiner Ansicht nach nicht solche Zumuthung. Ich möchte
keine dieser feingearbeiteten Äxte, so viel ich daran schon
sah, […] […] Schlag auf einen gleichharten Schaft zutrauen.
Bedenke wie unzählige allemal am Schaftloch ausgesprungene
gefunden sind. Ich denke mir die nicht durchbohrten Beile
die in Holz und zwar Axt und Wurzelknollen eingesetzt sind können
zur Bearbeitung harter Schafte gebraucht worden sein.
Die derben durchbohrten Äxte mit breiteren Seitenwänden
[Zeichnung Beil] sind auch nur als Satzkeile und [Satz…] für Holzschlegel
Die Feineren und teilweise ornamentirten können allerdings
wie ich glaube als Waffen benutzt worden sein da sie
für einen Schlag auf Holz von dünnen Schilde [Pelz…?] und nackte
Körper immerhin eine respektable Wirkung äußern mußten.
Wie aber das Verhältniß des Metallgebrauchs zu jenem
des Steins bei den alten Culturvölkern eine überaus schwierige
jetzt noch beinah unlösbare Frage ist (im Gegensatz zu den
[…] bei welchen dieses Verhältniß durch d. Funde pp klargestellt ist),
so bleibt es für mich namentlich der ich von d. Tektonik nichts
verstehe
doppelt schwer über das Verhältniß des Metallgebrauchs zu
den baulichen Denkmalen ohne vorherige eingehende Umschau
irgend eine Ansicht zu äußern. Es ist daher nur dieses
Wenige sozu sagen Nichts was ich in Bezug der wichtigen
von Dir angeregten Frage zu sagen weiß. Es ist aber schon
genug daß sie überhaupt angeregt wurde. Hier wie überall
wo […] eingegangen werden […], zeigt sich das Verkehrte
und Unrichtige der bisherigen Auffaßungen und Grundanschauungen.
Wie in so vielem Andren fehlt auch in den so wichtigen Bauten
jede Brücke jede Verbindung der europäischen Barbaren
mit der ältesten Cultur. Ziegelbau und jeder Bau mit
bearbeiteten Stein ist und bleibt ein höchst bezeichnendes
unterscheidendes Merkmal der alten Culturcentren in
Gegensatz zu den Barbaren und meiner Ansicht wenigstens
nach, ein höchst sachlicher Grund gegen die […] Einwendung
der letzteren. In Bezug dieses Punktes und [“anderer” Einf. ü. d. Z.] anderer meiner Überzeugung nach falschen
Voraussetzungen habe ich mich in der Einleitung zu einer
größeren (reich illustrierten) Arbeit über deutsche Alterthümer
die ich unter der Hand habe ausgesprochen, und wünschte
sehr über dieselbe Deine Ansicht zu vernehmen, auf
welche ich, wie Du weißt grade in den wesentlichsten Punkten
ein entscheidendes Gewicht lege. Hast Du Zeit und Lust
die Abschrift durchzusehen so wäre mir Deine Kritik vom
höchsten Werthe und jedenfalls eine Vorbereitung zu dem
[…] den ich zu bestehen haben werde.
In Bezug des letztern bedaure ich nur daß ich anfange
die Einwirkung des Alters zu verspüren, doch wer kann’s
ändern, solange man sich mit den Beinen halten kann
muß es vorwärts gehen.
Was die Untersuchung des Hildesheimers über Alle bisher
gefundenen Römische Alterthümer […] und kostbaren Fund
betrifft so erscheint eine Mittheilung die ich durch unsern
Dompfarrer H. Thoms und einen andern Hildesheimer geborenen
[…] Herrn, bei Einsichtnahme der Abgüße in unserem Museum
erhielt, von Wichtigkeit. Beide Herrn behaupten nämlich daß
sich auf dem Galgenberg ein runder [schengenartiger?] Wall
befinde innerhalb welchem sie oft als Kinder gespielt
hatten. Deshalb […] keinerlei Beziehung zu Schengenformen
d. späteren Zeit.
und [“für” Einf. ü. d. Z.] für aller Wahrscheinlichkeit
von höchstem Alter. Ob Spuren eines später geschleiften Tumulus auf der
Fundstelle durch Steinsetzung zerbrochen. Gefäß zu […]
darauf brauch doch Niemand einen so erfahrnen Ausgraber
wie Dich aufmerksam zu machen. Wichtig erschien es mir Spuren
einer etwa früher vorhandenen x-xllten heiligen Stätte pp?
nachzugehen. Für Alle solche Dinge die nur vom scharfen
unbefangenen Auge zu constutiren sind hatte die Regierung
keine geeignete Person committiren können. Findest Du
irgend Etwas so schreibe mir mit einigen Worten Nachricht.
Du brauchst keinen vorgreiflich anmaßlichen Gebrauch einer
solchen Notiz zu befürchten. Es ist nur weil ich selbst den
größten Antheil an d. Suche und ihrer genauen Untersuchung
nehme.
Auf Dein so überaus freundliches Erbieten Deiner
theilnehmenden Verwendung für unsere Angelegenheiten
kann ich vor der Hand Dir Nichts weiter ans Herz legen
als die endliche Flüßigmachung unserer v. Seite S. M. d Königs
uns neu bewilligten Subvention, von welcher wir eine am Ende
des dritten Monats Nichts weiter gehört haben als die
endliche Mittheilung unsres Prinz Gouverneurs. Du kennst ja
die ganze Misere unserer Verhältniße die durch solche
Verzögerungen begreiflicherweise zu dem peinlichsten
Grade gesteigert wird.
Entschuldige das Formlose dieses Schreibens, welches nochmals
durch den unverhofften Besuch meines Neffen aus München
den ich seit lange nicht gesehen unterbrochen worden ist.
Ist Dir die Durchsicht der eben erreichten Einleitung
meiner Schrift nicht beschwerlich so laß mich dieß in
2 Worten mit Angabe genauerer Adreße wißen
als unter welcher ich dieses Blatt zu senden wage.
Mit den herzlichsten Grüßen Dein
treuergebenster
Ludwig Lindenschmit
Mainz den 30ten März 1869“
Transkription: Lara Beringer
2 Blatt
Papier
Brief
Deutsch
Rogué, Emmanuel de - Erwähnt
Thoms - Erwähnt
Musée des antiquités
nationales - Erwähnt
Mainz - Absendeort
München - Erwähnt
Karnak (Ägypten) - Erwähnt
Paris (Frankreich) - Erwähnt
Hildesheim - Erwähnt
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
13.05.2026, 11:29 MESZ