Güter Laer und Königsbrück (Bestand)
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NLA OS, Dep 78 b
Nds. Landesarchiv, Abt. Osnabrück (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Organisationen, Betriebe, Einrichtungen >> 2.4 Adels- und Gutsarchive
1600-1934
Geschichte des Bestandsbildners: Der Platensche Familienbesitz im Grönegau geht zurück auf Franz Ernst Reichsgrafen von Platen-Hallermund (1631-1709), der seit 1659 im Dienst des Herzogs Ernst August stand und später Premierminister am kurhannoverschen Hof wurde.
Franz Ernst war Kammerherr in Osnabrück und Drost zu Fürstenau, als Herzog Ernst August von 1662 bis 1680 Fürstbischof war. Er erwarb eines der beiden landtagsfähigen Güter Stockum mit dem zugehörigen Hof in Osnabrück, später auch die Güter Gartlage und Nette. Als er 1680 mit dem Herzogpaar Ernst August und Sophie wieder nach Hannover zog, verkaufte er Gartlage und Nette, um mit dem Erlös von der Familie von Alten Linden bei Herrenhausen zu erwerben und zu einer kleinen barocken Residenz auszubauen.
Als der hannoversche Hof unter Georg I. nach London übersiedelte, orientierte sich die Familie Platen auch nach Dänemark. Von dem Erlös des 1736 an König Georg II. verkauften Postlehens der drei welfischen Linien erwarb Georg Ludwig, kurhannoverscher Generalleutnant, 1739/40 Weissenhaus, Futterkamp und Putlos in Holstein
Ernst Franz heiratete 1775 Frederike Freiin von Münster (1757-1841), deren Bruder Ludwig Dietrich Hofmarschall und Begründer der Linie der Grafen Münster.Langelage und deren zweiter Bruder Ernst Friedrich Herbert königlich hannoverscher Staats- und Kabinettsminister und Begründer der Linie der Grafen Münster-Ledenburg wurden. Ihre Schwester heiratete den Besitzer der Schelenburg. Er verkaufte seinen Anteil an Stockum im Jahre 1797.
Sein Sohn Georg Wilhelm, Präsident und erbliches Mitglied der Ersten Kammer von Hannover, erwarb 1818 von seinem Vetter Schele aus dem seiner Frau, geb. Freiin von Ledebur-Arenhorst, zugefallenen Nehem-Sondermühlenschen Erbe Laer und Drantum, seit Mitte des 16. Jahrhunderts landtagsfähig. Aus der Auslösung des vormals zu Hünnefeld gehörenden Busscheschen Besitzes Königsbrück/Warmenau erwarb er 1862 Königsbrück.
Clemens kaufte 1972 für den in früherer Zeit vermögensmäßig nach Holstein transferierten Hof Drantum das Restgut Sondermühlen von der Erbgemeinschaft Schnatmeyer-Titgemeyer. Diese hatte 1961 das bis dahin im staatlichen Domänenbesitz befindliche Gut gekauft. Es war 1796 durch Otto Matthias von Merode an das Domkapitel verkauft worden. Im Zuge der Säkularisation wurde es Staatsbesitz. Es wurde ab 1972 als Wohnsitz für den Betrieb Laer/Königsbrück, Hof nach der Höfeordnung, ausgebaut. Clemens übertrug den hannoverschen Besitz im Wege der Schenkung Ende 1973 auf seine Tochter Sabine von Richthofen (geb. von Platen-Hallermund).
Der in der Form der Parzellarpachtung durch einen Rentmeister verwaltete Nebenbetrieb wird inzwischen nach Übernahme der Verwaltung und nach Ablösung des Heuerlingswesens und Überleitung der Pachtverhältnisse in wenige Bewirtschaftungsverträge stufenweise in die Eigenbewirtschaftung geführt.
Bestandsgeschichte: Der Bestand Dep 78 wurde im Jahre 1980 durch die heutige Besitzerin des Gutes Sondermühlen im Staatsarchiv deponiert (Acc. 21/80).
Franz Ernst war Kammerherr in Osnabrück und Drost zu Fürstenau, als Herzog Ernst August von 1662 bis 1680 Fürstbischof war. Er erwarb eines der beiden landtagsfähigen Güter Stockum mit dem zugehörigen Hof in Osnabrück, später auch die Güter Gartlage und Nette. Als er 1680 mit dem Herzogpaar Ernst August und Sophie wieder nach Hannover zog, verkaufte er Gartlage und Nette, um mit dem Erlös von der Familie von Alten Linden bei Herrenhausen zu erwerben und zu einer kleinen barocken Residenz auszubauen.
Als der hannoversche Hof unter Georg I. nach London übersiedelte, orientierte sich die Familie Platen auch nach Dänemark. Von dem Erlös des 1736 an König Georg II. verkauften Postlehens der drei welfischen Linien erwarb Georg Ludwig, kurhannoverscher Generalleutnant, 1739/40 Weissenhaus, Futterkamp und Putlos in Holstein
Ernst Franz heiratete 1775 Frederike Freiin von Münster (1757-1841), deren Bruder Ludwig Dietrich Hofmarschall und Begründer der Linie der Grafen Münster.Langelage und deren zweiter Bruder Ernst Friedrich Herbert königlich hannoverscher Staats- und Kabinettsminister und Begründer der Linie der Grafen Münster-Ledenburg wurden. Ihre Schwester heiratete den Besitzer der Schelenburg. Er verkaufte seinen Anteil an Stockum im Jahre 1797.
Sein Sohn Georg Wilhelm, Präsident und erbliches Mitglied der Ersten Kammer von Hannover, erwarb 1818 von seinem Vetter Schele aus dem seiner Frau, geb. Freiin von Ledebur-Arenhorst, zugefallenen Nehem-Sondermühlenschen Erbe Laer und Drantum, seit Mitte des 16. Jahrhunderts landtagsfähig. Aus der Auslösung des vormals zu Hünnefeld gehörenden Busscheschen Besitzes Königsbrück/Warmenau erwarb er 1862 Königsbrück.
Clemens kaufte 1972 für den in früherer Zeit vermögensmäßig nach Holstein transferierten Hof Drantum das Restgut Sondermühlen von der Erbgemeinschaft Schnatmeyer-Titgemeyer. Diese hatte 1961 das bis dahin im staatlichen Domänenbesitz befindliche Gut gekauft. Es war 1796 durch Otto Matthias von Merode an das Domkapitel verkauft worden. Im Zuge der Säkularisation wurde es Staatsbesitz. Es wurde ab 1972 als Wohnsitz für den Betrieb Laer/Königsbrück, Hof nach der Höfeordnung, ausgebaut. Clemens übertrug den hannoverschen Besitz im Wege der Schenkung Ende 1973 auf seine Tochter Sabine von Richthofen (geb. von Platen-Hallermund).
Der in der Form der Parzellarpachtung durch einen Rentmeister verwaltete Nebenbetrieb wird inzwischen nach Übernahme der Verwaltung und nach Ablösung des Heuerlingswesens und Überleitung der Pachtverhältnisse in wenige Bewirtschaftungsverträge stufenweise in die Eigenbewirtschaftung geführt.
Bestandsgeschichte: Der Bestand Dep 78 wurde im Jahre 1980 durch die heutige Besitzerin des Gutes Sondermühlen im Staatsarchiv deponiert (Acc. 21/80).
1 lfd. M. (157 Akten)
Bestand
Literatur: Laer: Wrede, Günther, Geschichtl. Ortsverzeichnis des ehemaligen Fürstbistums Osnabrück, Hildesheim 1977 Königsbrück: Poppe, Roswitha, Zur Baugeschichte von Haus Königsbrück; in: Osnabrücker Mitteilungen, Bd. 84, Osnabrück 1978 Sondermühlen: Poppe, Roswitha, Das Wirtschaftsgebäude auf Sondermühlen, ein Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert; in: Osnabrücker Mitteilungen Bd. 81, Osnabrück 1974
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 10:42 MESZ