Weitere Schwierigkeiten des Maximilian von Schönprunn, Fuss zu fassen, nebst Beendigung der Schulkarriere des Rudolph Banchero
Vollständigen Titel anzeigen
E 29/VIII Nr. 16
E 29/VIII Familienarchiv von Tucher/Jüngere Linie/Leitheimer Zweig
Familienarchiv von Tucher/Jüngere Linie/Leitheimer Zweig
10.01.1838 - 11.11.1839
Enthält:
1838 Januar 10: Brief (des Franz Banchero) aus Jettingen an Maximilian von Schönprunn, der Zeit in Passau.
Schreiber erhielt aus Augsburg die Nachricht, dass am 7. d. M. Tante Beck an einer Lungenlähmung verstorben ist. Die Nachricht sollte die Familie zusammenschweißen. Daher die Bitte, Adressat solle doch Hurlach kaufen.
Der letzte Brief des Schreibers vom 4. Dezember, mit welchem der Mutter (Charlotte) 200 Gulden gesandt wurden, blieb bislang unbegreiflicherweise unbeantwortet.
Rudolph verhält sich in Dillingen recht wohl. Erfreulich ist die Nachricht, dass die Mutter, Adressat, Marie und Alfred wohlauf sind und alle zusammen bald das Vaterhaus besuchen wollen.
Dabei:
Zettel: Schreiber wurde von August (Beck) wieder zum Gevatter gebeten, weswegen er sich auf ein Wiedersehen mit Madame Beck freut. August war beim Tode seiner Mutter gerade als gewählter Landrat in Augsburg. Frau von Mosham soll fast von Sinnen kommen.
1838 Januar 16: Brief (des Franz Banchero) aus Jettingen an Maximilian von Schönprunn, der Zeit in Passau.
Vom Reiseplan der Mutter nach Jettingen wird wegen der großen Kälte abgeraten. Bei besserer Witterung sollten die Mutter, Adressat, Marie und das Kind mitkommen.
Warum sträubt Adressat sich gegen den Erwerb von Hurlach? Von dort wäre die Entfernung zum Haus des Schreibers viel geringer, und die Mutter könnte sich um Marie besser kümmern.
Erneute Erwähnung des Todes der Tante Beck in Augsburg.
Mit Rudolphs Leistungen in der Schule ist man sehr zufrieden, er wird von den Professoren gelobt. Ein Rückfall in seine früheren Verirrungen ist daher wohl nicht mehr zu befürchten.
Dabei:
2 Zettel: Es fehlt eine Abschrift der Schuldurkunde Pündters.
Unser (!) Brauhaus ist wieder aufgebaut und eingerichtet. - Reiseplan der Mutter erneut erwähnt.
1838 März 16: Brief des F(ranz) B(anchero) aus Jettingen an Maximilian von Schönprunn in Passau.
Bestätigt den Erhalt von Briefen. Schreiber wird die 1100 Gulden an Sensal Vetterlein in München übermorgen senden. Die Möglichkeiten des Schreibers sind nun aber erschöpft, und Geld von Verwandten wird er gewiss nicht aufnehmen. Schreiber schmerzt es auch, dass Adressat sich nach wie vor nicht in sein Schicksal fügen will, worunter die Mutter und Marie viel zu leiden haben. Es wäre allen viel Kummer erspart geblieben, wenn Marie und ihr Kind hierher gekommen wären.
Nachtrag:
Bitte um Quittierung.
Rentbeamter Kempter hat seine Versetzung nach Lindau nicht mehr erlebt, sondern ist in Wettenhausen verstorben. Grüße von der Witwe und von (Tochter) Amalie.
1838 Mai 14: Brief des F(ranz) B(anchero) aus Jettingen an Maximilian von Schönprunn.
Die Mutter hält sich bei Marie auf, um ihr bei der bevorstehenden Entbindung zu helfen. Schreiber würde die Patenstelle annehmen, falls es sein Sohn wird, welcher dann Wilhelm heißen sollte.
Es läuft eine Klage gegen Pündter wegen dessen Schuld. Schreiber setzt sich in dieser Sache ein. Es wird wohl auf einen Vergleich zu Ratenzahlung hinauslaufen.
Grüße an Marie und Alfred.
1838 August 14: Brief des F(ranz) B(anchero) aus J(ettingen) an Maximilian von Schönprunn.
Rudolph ist am Schluß seines letzten Schuljahres in Dillingen wieder dimittiert worden. Bitte, dies der Mutter schonend beizubringen. Schreiber reiste auf die Nachricht hin sofort nach Dillingen, aber es war schon zu spät.
Rudolph war nur auf Probe an der Schule angenommen worden, und nun hat man entdeckt, dass er in Lauingen ein Wirtshaus besucht hatte. Dies führte zu seiner Entlassung. Weitere Bemühungen des Vaters, dem Sohn doch noch die Zulassung zum Absolutorium zu verschaffen. Rudolph war in Augsburg und wollte nach München - ob er dort angekommen ist, ist unbekannt.
Es wird Rudolph wohl nichts anderes übrig bleiben als der Eintritt beim Militär - etwa bei einem Chevauxlegersregiment.
Verschiedene Reiserouten erwähnt, da Adressat mit der Mutter, seiner Frau Marie und den Kindern (!) nach Jettingen kommen soll.
1839 November 11: Brief des Vaters (Franz Banchero) aus Jettingen an seine Tochter Marie (von Schönprunn) in Passau.
Anna Beck ist am 2. d. M. im Hause des Schreibers verstorben. August war durch Eilboten aus der Stadt (Augsburg) geholt worden, fand aber seine Frau nicht mehr lebend vor. Beschreibung des Leichenzuges zum Familienbegräbnis in Augsburg. Anwesend waren beim Leichentransport aus Jettingen der Schreiber und sein Sohn Rudolph sowie August und sein Kind Sophie samt Kindsmagd.
Die Mutter (Charlotte) hatte die Sterbende gepflegt, die als ihre Nichte bezeichnet wird.
Rudolph ist wieder nach München gereist.
Einem Brief der Tochter war zu entnehmen, dass es ihr, ihrem Gatten und den Kindern gutgeht.
1838 Januar 10: Brief (des Franz Banchero) aus Jettingen an Maximilian von Schönprunn, der Zeit in Passau.
Schreiber erhielt aus Augsburg die Nachricht, dass am 7. d. M. Tante Beck an einer Lungenlähmung verstorben ist. Die Nachricht sollte die Familie zusammenschweißen. Daher die Bitte, Adressat solle doch Hurlach kaufen.
Der letzte Brief des Schreibers vom 4. Dezember, mit welchem der Mutter (Charlotte) 200 Gulden gesandt wurden, blieb bislang unbegreiflicherweise unbeantwortet.
Rudolph verhält sich in Dillingen recht wohl. Erfreulich ist die Nachricht, dass die Mutter, Adressat, Marie und Alfred wohlauf sind und alle zusammen bald das Vaterhaus besuchen wollen.
Dabei:
Zettel: Schreiber wurde von August (Beck) wieder zum Gevatter gebeten, weswegen er sich auf ein Wiedersehen mit Madame Beck freut. August war beim Tode seiner Mutter gerade als gewählter Landrat in Augsburg. Frau von Mosham soll fast von Sinnen kommen.
1838 Januar 16: Brief (des Franz Banchero) aus Jettingen an Maximilian von Schönprunn, der Zeit in Passau.
Vom Reiseplan der Mutter nach Jettingen wird wegen der großen Kälte abgeraten. Bei besserer Witterung sollten die Mutter, Adressat, Marie und das Kind mitkommen.
Warum sträubt Adressat sich gegen den Erwerb von Hurlach? Von dort wäre die Entfernung zum Haus des Schreibers viel geringer, und die Mutter könnte sich um Marie besser kümmern.
Erneute Erwähnung des Todes der Tante Beck in Augsburg.
Mit Rudolphs Leistungen in der Schule ist man sehr zufrieden, er wird von den Professoren gelobt. Ein Rückfall in seine früheren Verirrungen ist daher wohl nicht mehr zu befürchten.
Dabei:
2 Zettel: Es fehlt eine Abschrift der Schuldurkunde Pündters.
Unser (!) Brauhaus ist wieder aufgebaut und eingerichtet. - Reiseplan der Mutter erneut erwähnt.
1838 März 16: Brief des F(ranz) B(anchero) aus Jettingen an Maximilian von Schönprunn in Passau.
Bestätigt den Erhalt von Briefen. Schreiber wird die 1100 Gulden an Sensal Vetterlein in München übermorgen senden. Die Möglichkeiten des Schreibers sind nun aber erschöpft, und Geld von Verwandten wird er gewiss nicht aufnehmen. Schreiber schmerzt es auch, dass Adressat sich nach wie vor nicht in sein Schicksal fügen will, worunter die Mutter und Marie viel zu leiden haben. Es wäre allen viel Kummer erspart geblieben, wenn Marie und ihr Kind hierher gekommen wären.
Nachtrag:
Bitte um Quittierung.
Rentbeamter Kempter hat seine Versetzung nach Lindau nicht mehr erlebt, sondern ist in Wettenhausen verstorben. Grüße von der Witwe und von (Tochter) Amalie.
1838 Mai 14: Brief des F(ranz) B(anchero) aus Jettingen an Maximilian von Schönprunn.
Die Mutter hält sich bei Marie auf, um ihr bei der bevorstehenden Entbindung zu helfen. Schreiber würde die Patenstelle annehmen, falls es sein Sohn wird, welcher dann Wilhelm heißen sollte.
Es läuft eine Klage gegen Pündter wegen dessen Schuld. Schreiber setzt sich in dieser Sache ein. Es wird wohl auf einen Vergleich zu Ratenzahlung hinauslaufen.
Grüße an Marie und Alfred.
1838 August 14: Brief des F(ranz) B(anchero) aus J(ettingen) an Maximilian von Schönprunn.
Rudolph ist am Schluß seines letzten Schuljahres in Dillingen wieder dimittiert worden. Bitte, dies der Mutter schonend beizubringen. Schreiber reiste auf die Nachricht hin sofort nach Dillingen, aber es war schon zu spät.
Rudolph war nur auf Probe an der Schule angenommen worden, und nun hat man entdeckt, dass er in Lauingen ein Wirtshaus besucht hatte. Dies führte zu seiner Entlassung. Weitere Bemühungen des Vaters, dem Sohn doch noch die Zulassung zum Absolutorium zu verschaffen. Rudolph war in Augsburg und wollte nach München - ob er dort angekommen ist, ist unbekannt.
Es wird Rudolph wohl nichts anderes übrig bleiben als der Eintritt beim Militär - etwa bei einem Chevauxlegersregiment.
Verschiedene Reiserouten erwähnt, da Adressat mit der Mutter, seiner Frau Marie und den Kindern (!) nach Jettingen kommen soll.
1839 November 11: Brief des Vaters (Franz Banchero) aus Jettingen an seine Tochter Marie (von Schönprunn) in Passau.
Anna Beck ist am 2. d. M. im Hause des Schreibers verstorben. August war durch Eilboten aus der Stadt (Augsburg) geholt worden, fand aber seine Frau nicht mehr lebend vor. Beschreibung des Leichenzuges zum Familienbegräbnis in Augsburg. Anwesend waren beim Leichentransport aus Jettingen der Schreiber und sein Sohn Rudolph sowie August und sein Kind Sophie samt Kindsmagd.
Die Mutter (Charlotte) hatte die Sterbende gepflegt, die als ihre Nichte bezeichnet wird.
Rudolph ist wieder nach München gereist.
Einem Brief der Tochter war zu entnehmen, dass es ihr, ihrem Gatten und den Kindern gutgeht.
Umfang/Beschreibung: 9 Prod
Archivale
Indexbegriff Person: Banchero, Charlotte
Indexbegriff Person: Banchero, Franz
Indexbegriff Person: Banchero, Rudolph
Indexbegriff Person: Beck, Anna
Indexbegriff Person: Beck, August
Indexbegriff Person: Beck, N (Augsburg)
Indexbegriff Person: Beck, Sophie
Indexbegriff Person: Kempter, Amalie (Wettenhausen)
Indexbegriff Person: Kempter, N (Wettenhausen)
Indexbegriff Person: Mosham, N (Augsburg)
Indexbegriff Person: Pündter, N
Indexbegriff Person: Schönprunn, Alfred von
Indexbegriff Person: Schönprunn, Marie von geb Banchero
Indexbegriff Person: Schönprunn zu Mattau und Mittich, Maximilian von
Indexbegriff Person: Vetterlein, N (München)
Indexbegriff Person: Banchero, Franz
Indexbegriff Person: Banchero, Rudolph
Indexbegriff Person: Beck, Anna
Indexbegriff Person: Beck, August
Indexbegriff Person: Beck, N (Augsburg)
Indexbegriff Person: Beck, Sophie
Indexbegriff Person: Kempter, Amalie (Wettenhausen)
Indexbegriff Person: Kempter, N (Wettenhausen)
Indexbegriff Person: Mosham, N (Augsburg)
Indexbegriff Person: Pündter, N
Indexbegriff Person: Schönprunn, Alfred von
Indexbegriff Person: Schönprunn, Marie von geb Banchero
Indexbegriff Person: Schönprunn zu Mattau und Mittich, Maximilian von
Indexbegriff Person: Vetterlein, N (München)
Augsburg
Dillingen
Hurlach
Jettingen
Jettingen, Brauhaus
Lauingen
Lindau
München
Passau
Wettenhausen
Todesfall
Lungenlähmung
Gutskauf geplant
Geldsendung
Patenschaft
Landrat
Reiseplan
Kälte
Schüler
Verhalten
Schuldurkunde
Abschrift
Brauhaus
Sensal
Unterstützung
Quittung
Rentbeamter
Versetzung
Entbindung
Vergleich, Ratenzahlung
Dimission
Absolutorium
Wirtshausbesuch
Militär
Chevauxleger-Regiment
Eilbote
Leichenzug
Familienbegräbnis
Kindsmagd
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:01 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Stadtarchiv Nürnberg (Archivtektonik)
- Stadtarchiv Nürnberg (Tektonik)
- Bestandsgruppe E: Dokumentationsgut privater Provenienz (Tektonik)
- E 29 - Familienarchiv von Tucher (Tektonik)
- E 29/VIII - Familienarchiv Tucher / Leitheimer Zweig (Tektonik)
- Familienarchiv von Tucher/Jüngere Linie/Leitheimer Zweig (Bestand)