Archiv der Freiherren Boecklin von Boecklinsau: Herrschaften Nonnenweier und Orschweier (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Freiburg, U 101/3
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg (Archivtektonik) >> Deposita >> Familien- und Herrschaftsarchive
1546-1942
Geschichte der Herrschaft Nonnenweier: Die Herrschaft Nonnenweier war in Besitz des Stiftes St. Stephan in Straßburg. 1663 gelangte sie in den Besitz von Johann Christoph von der Grün und zwei Generationen später durch Heirat an die Familie von Rathsamhausen. Unter den Brüdern Christoph Samson und Christoph Philipp von Rathsamhausen wurde die Herrschaft aufgeteilt. Da letzterer keine Kinder hatte, übertrug er seine Hälfte auf die Töchter seines Bruders. Die Töchter Caroline, Wilhelmine, Sophie und Friedericke von Rathsamhausen erbten von ihrem Vater jeweils ein Viertel der Herrschaft. Caroline heiratete Herrn von Oberkirch; deren Anteil ging später an die Familie von Gayling. Sophie heiratete Ludwig Samson von Rathsamhausen, mit dem sie zwei Töchter hatte, die sich wiederum mit zwei Herrn von der Tann verehelichten. Friedericke von Rathsamhausen heiratete Friedrich von Böcklin. Als sie kinderlos starb, nahm Friedrich ihre Schwester Wilhelmine zur Frau, mit der er drei Söhne hatte: Friedrich, Leopold und Emil. Da Friedrich zwei der Töchter von Rathsamhausen heiratete, war die Familie von Böcklin im Besitz des größten Anteils an der Herrschaft Nonnenweier. Die Famile von Böcklin hielt 10/24 während die Familien von Oberkirch und von der Tann jeweils nur 7/24 innehatten. 1847 beendete die Familie von Böcklin die gemeinsame Verwaltung ihrer Besitzungen und teilte diese unter die drei Brüder auf. Dabei blieb die Herrschaft Rust im Besitz des Erstgeborenen Friedrich Wilhelm Ludwig Maximilian, die Anteile an der Herrschaft Nonnenweier übernahm Emil Karl Ernst Eberhard und die Herrschaft Nonnenweier fiel an Leopold August Alexander von Böcklin. Da die Herrschaft Rust am einträglichsten war, musste Friedrich seine Brüder anteilig an den Einkünften aus Rust beteiligen.
Geschichte der Herrschaft Orschweier: Das Rittergut Orschweier wurde 1833 von den Brüdern Friedrich, Leopold und Emil von Böcklin von der Familie von Brandenstein erworben. Den überlieferten Unterlagen nach zufolge, war das Rittergut Orschweier Lebensmittelpunkt der Familie Leopolds von Böcklin und seines Sohnes Richard (sein zweiter Sohn Hermann starb mit Anfang zwanzig). Richard von Böcklin übernahm offenbar die Rolle des Familienoberhaupts. Er verwaltete bis zu dessen Tod 1873 die Gantmasse seines Onkels Friedrich und somit auch die Herrschaft Rust, außerdem nahmen er und seine Frau Marie, selbst kinderlos, die Tochter seines Onkels Emil, Maria, als Pflegetochter an. Emil von Böcklin hatte Schloss Nonnenweier erworben, wohl um daraus seinen Familiensitz zu machen, sein zweiter Sohn Adolph verkaufte dieses aber wieder nach seinem Tod. Emil hatte vier Söhne und eine Tochter. Die bereits erwähne Tochter Maria starb 1896 kinderlos, ihr Bruder Leopold starb nur ein Jahr nach ihr, dessen Sohn wanderte in die USA aus und verstarb dort. August, der dritte Sohn, war schon 1882 verstorben, Adolph lebte bis 1922. Er hatte einen Sohn und eine Tochter, der Sohn verstarb 1898 im Alter von 23 Jahren, die Tochter heirateteKurt von Wahlen-Jürgass. Der Älteste, Emil, war verheiratet mit Mathilde von Bose. Als einzig übriggebliebener männlicher Nachkomme von Leopold und Emil von Böcklin erbte ihr Sohn Emil die Herrschaften Nonnenweier und Orschweier. Das Rittergut Orschweier blieb bis 1983 in Familienbesitz, dann verkaufte es Emils Sohn Dietrich, bevor er im Jahr 2000 starb.
Bestandsgeschichte: Der Bestand gliedert sich in zwei Teile: die Herrschaft Nonnenweier und die Herrschaft Orschweier. Die Unterlagen zur Herrschaft Nonnenweier waren Teil des Familienarchivs, das in Schloss Rust verwahrt war. Die Beschriftung der Aktendeckel "Archiv der Freiherrn Böcklin von Böcklinsau - Nonnenweier" kennzeichnen sie als eigenen Teilbestand. Die Akten der Herrschaft Nonnenweier waren allerdings nicht konsequent separiert worden, daher finden sich noch einige weitere Unterlagen zu Nonnenweier im Bestand U 101/1. Die Unterlagen der Herrschaft Orschweier hingegen gelangten erst 2005 in das Staatsarchiv Freiburg. Sie lagerten im Gut Orschweier, wurden von dort aber ins Rathaus umgelagert, da Dietrich von Böcklin das Gut nicht mehr bewohnte und die Sicherheit der Unterlagen nicht gewährleistet war. Es kam wohl auch zu Archivaliendiebstählen. 2005 übergab der damalige Bürgermeister Orschweiers die Unterlagen dem Staatsarchiv Freiburg zur Aufbewahrung. Der Bestand spiegelt die Besitz- und Verwaltungsverwobenheit der von Böcklinschen Besitzungen wieder. In ihm befinden sich Akten der Herrschaften Rust, Nonnenweier und Orschweier. Dies ist vermutlich dem geschuldet, dass Richard von Böcklin als Herr über die Herrschaft Orschweier, gleichzeitig Gantverwalter seines Onkels Friedrich und somit Verwalter der Herrschaft Rust war. Da Richard kinderlos starb, fiel sein Besitz an die Kinder seines Vetters Emil, die Besitzer der Anteile an der Herrschaft Nonnenweier. Der Bestand enthält nicht nur besitzrechtliche, finanzielle, wirtschaftliche und geschäftliche Unterlagen, sondern auch viele private Akten, Korrespondenz, Fotos, Postkarten, Musikalien etc. Der Bestand U 101/wurde von Anja Steeger im Rahmen eines Projektes der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg erschlossen und archivgerecht verpackt. Er umfasst 419 Archivalieneinheiten in 4,5 lfd. m. Freiburg, im März 2015 Anja Steeger
Geschichte der Herrschaft Orschweier: Das Rittergut Orschweier wurde 1833 von den Brüdern Friedrich, Leopold und Emil von Böcklin von der Familie von Brandenstein erworben. Den überlieferten Unterlagen nach zufolge, war das Rittergut Orschweier Lebensmittelpunkt der Familie Leopolds von Böcklin und seines Sohnes Richard (sein zweiter Sohn Hermann starb mit Anfang zwanzig). Richard von Böcklin übernahm offenbar die Rolle des Familienoberhaupts. Er verwaltete bis zu dessen Tod 1873 die Gantmasse seines Onkels Friedrich und somit auch die Herrschaft Rust, außerdem nahmen er und seine Frau Marie, selbst kinderlos, die Tochter seines Onkels Emil, Maria, als Pflegetochter an. Emil von Böcklin hatte Schloss Nonnenweier erworben, wohl um daraus seinen Familiensitz zu machen, sein zweiter Sohn Adolph verkaufte dieses aber wieder nach seinem Tod. Emil hatte vier Söhne und eine Tochter. Die bereits erwähne Tochter Maria starb 1896 kinderlos, ihr Bruder Leopold starb nur ein Jahr nach ihr, dessen Sohn wanderte in die USA aus und verstarb dort. August, der dritte Sohn, war schon 1882 verstorben, Adolph lebte bis 1922. Er hatte einen Sohn und eine Tochter, der Sohn verstarb 1898 im Alter von 23 Jahren, die Tochter heirateteKurt von Wahlen-Jürgass. Der Älteste, Emil, war verheiratet mit Mathilde von Bose. Als einzig übriggebliebener männlicher Nachkomme von Leopold und Emil von Böcklin erbte ihr Sohn Emil die Herrschaften Nonnenweier und Orschweier. Das Rittergut Orschweier blieb bis 1983 in Familienbesitz, dann verkaufte es Emils Sohn Dietrich, bevor er im Jahr 2000 starb.
Bestandsgeschichte: Der Bestand gliedert sich in zwei Teile: die Herrschaft Nonnenweier und die Herrschaft Orschweier. Die Unterlagen zur Herrschaft Nonnenweier waren Teil des Familienarchivs, das in Schloss Rust verwahrt war. Die Beschriftung der Aktendeckel "Archiv der Freiherrn Böcklin von Böcklinsau - Nonnenweier" kennzeichnen sie als eigenen Teilbestand. Die Akten der Herrschaft Nonnenweier waren allerdings nicht konsequent separiert worden, daher finden sich noch einige weitere Unterlagen zu Nonnenweier im Bestand U 101/1. Die Unterlagen der Herrschaft Orschweier hingegen gelangten erst 2005 in das Staatsarchiv Freiburg. Sie lagerten im Gut Orschweier, wurden von dort aber ins Rathaus umgelagert, da Dietrich von Böcklin das Gut nicht mehr bewohnte und die Sicherheit der Unterlagen nicht gewährleistet war. Es kam wohl auch zu Archivaliendiebstählen. 2005 übergab der damalige Bürgermeister Orschweiers die Unterlagen dem Staatsarchiv Freiburg zur Aufbewahrung. Der Bestand spiegelt die Besitz- und Verwaltungsverwobenheit der von Böcklinschen Besitzungen wieder. In ihm befinden sich Akten der Herrschaften Rust, Nonnenweier und Orschweier. Dies ist vermutlich dem geschuldet, dass Richard von Böcklin als Herr über die Herrschaft Orschweier, gleichzeitig Gantverwalter seines Onkels Friedrich und somit Verwalter der Herrschaft Rust war. Da Richard kinderlos starb, fiel sein Besitz an die Kinder seines Vetters Emil, die Besitzer der Anteile an der Herrschaft Nonnenweier. Der Bestand enthält nicht nur besitzrechtliche, finanzielle, wirtschaftliche und geschäftliche Unterlagen, sondern auch viele private Akten, Korrespondenz, Fotos, Postkarten, Musikalien etc. Der Bestand U 101/wurde von Anja Steeger im Rahmen eines Projektes der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg erschlossen und archivgerecht verpackt. Er umfasst 419 Archivalieneinheiten in 4,5 lfd. m. Freiburg, im März 2015 Anja Steeger
1-419
Bestand
Boecklin von Boecklinsau, Freiherren von
Nonnenweier : Schwanau OG; Boecklin von Boecklinsau
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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13.11.2025, 2:41 PM CET