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Eberhard Karls Universität Tübingen, UB - Universitätsarchiv
Archival tectonics
Tektonik
Universitätsarchiv Tübingen (Archivtektonik) >> C Fakultäten
Tektonikbeschreibung: 1. Zur Fakultätsgeschichte
Im Jahre 1817 wurde die Katholische Friedrichs-Universität zu Ellwangen an die württembergische Landesuniversität nach Tübingen verlegt und als Katholisch-theologische Fakultät den hier bestehenden Fakultäten angegliedert. Die Ellwanger Friedrichs-Universität war 1812 gegründet worden, um für die Erziehung des geistlichen Nachwuchses in dem infolge Säkularisation und Mediatisierung um zahlreiche katholische Gebiete vergrößerten Königreich Württemberg zu sorgen. Mit allen Rechten einer Universität, so auch dem Promotionsrecht, ausgestattet, war sie im Grunde doch nicht mehr als eine Fakultät, wenn gleich mit fünf Lehrstühlen (Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte und Kirchenrecht, Dogmatik und Pastoraltheologie) eine wohldotierte. Die Verlegung nach Tübingen erfolgte gleichzeitig mit der Verlegung des Generalvikariats und des Priesterseminars nach Rottenburg. Maßgeblich waren neben den ökonomischen Gründen auch kirchenpolitische Überlegungen; die Abgeschiedenheit, nicht nur die geographische, wurde beargwöhnt. Ihre rechtliche Grundlage fand die Verlegung in den „Organischen Bestimmungen, die Vereinigung der bisherigen katholisch-theologischen Lehranstalt in Ellwangen mit der Landesuniversität in Tübingen und die Errichtung eines höheren katholischen Convikts daselbst betreffend“ vom 22. Januar 1818. In der Reihenfolge der Fakultäten an die zweite Stelle gesetzt, erhielt die Katholisch-theologische Fakultät „die gleichen Rechte und Vorteile“ wie die übrigen Fakultäten (§1, §2). Die fünf Lehrstühle wurden nach Tübingen übernommen. Sie waren in der Folgezeit nicht immer gleichmäßig besetzt, die Professoren lasen auch „fachfremd“. Eine differenzierte Spezialisierung bildete sich erst allmählich heraus.
In organischen Bestimmungen ist auch die Errichtung des Wilhelmsstifts grundgelegt. Seine enge Verbindung zur Fakultät gilt als ein besonderes Merkmal in der Fakultätsgeschichte. Die Vorlesungen hatten in den eigens dazu bestimmten Sälen des Konvikts stattzufinden (§12). Der Direktor, den Professoren im Range gleichgestellt, bildete mit diesen die Konviktskommission, die monatlich in Angelegenheiten des Konvikts Beratungen abhielt (§32). Zeitweilig wurde der Konviktsdirektor auch mit Lehraufträgen bedacht. Eine große Bedeutung kam den Repetenten zu. Sie unterstützten die Zöglinge in ihrer wissenschaftlichen und sittlichen Bildung, wurden darüber hinaus zu Vorlesungen herangezogen und stellten so den Mittelbau der Fakultät.
2. Amts- und Geschäftsführung
Der Dekan führte die Amtsgeschäfte; sie wurden kollegial erledigt. Mittels einer Kapsel ("Kapselzirkulation") erhielten die Fakultätsmitglieder Kenntnis von den Eingängen. Mit beigelegtem Zirkularschreiben erbat der Dekan das Votum seiner Kollegen. Gleichermaßen geschah dies auch mit Entwürfen ausgehender Schreiben. In wichtigen und dringenden Angelegenheiten fanden Fakultätssitzungen statt, nicht selten in der Privatwohnung eines der Fakultätsmitglieder. Das jüngste Mitglied führte Protokoll. Vielfach geben diese Sitzungsprotokolle alleinige Auskunft über einen Vorgang, der in der Fakultät behandelt wurde. Das Schriftgut einer Dekanatsperiode legte man chronologisch zusammen. Beim Amtsbeginn des Dekans setzte jeweils eine neue Serienakte in einem gesonderten Aktenumschlag ein. Dieses Ordnungsprinzip der chronologischen Serie wurde bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts aufrechterhalten. Wohl gab es Ansätze, einzelne Vorgänge gesondert abzulegen, also innerhalb einer Dekanatsperiode kleinere Betreffserien zu bilden. So wurden bereits um 1840 "Spezialia" formiert, Ende der fünfziger Jahre erfolgte die Zusammenlegung der Prüfungsakten, mit Beginn der sechziger Jahre setzt die Serie der Sitzungsprotokolle ein. Dennoch blieb das Grundprinzip, die schlichte chronologische Ordnung, beibehalten. Sie genügte offensichtlich den Erfordernissen. Gelegentlich wurden die Schriftstücke auch durchnummeriert oder quadranguliert, z.B. Acta fac. n. 4...(1837),/1-96(1925/26). Eine dauerhafte Anwendung fand diese Art der Kennzeichnung jedoch nicht.
3. Verzeichnis der Dekane der Katholisch-theologischen Fakultät 1817-1969
Aberle, Moritz (1819-1875)
Adam, Karl (1876-1966)
Arnold, Franz Xaver (1898-1969)
Baur, Ludwig (1871-1943)
Belser, Johann Evangelist (1850-1916)
Bihlmeyer, Karl (1874-1942)
Dresch, Georg Leonhard Benedikt von (1786-1836)
Drey, Johann Sebastian von (1777-1853)
Feilmoser, Andreas Benedikt (1777-1831)
Fink, Karl August (1904-1983)
Flatten, Heinrich (1907-1987)
Fries, Heinrich (1911-1998)
Funk, Franz Xaver (1840-1907)
Gehringer, Joseph (1803-1856)
Geiselmann, Josef Rupert (1890-1970)
Gratz, Alois (1769-1849)
Haag, Herbert (1915-2001)
Hefele, Karl Joseph von (1809-1893)
Herbst, Johann Georg (1787-1836)
Himpel, Felix (1821-1890)
Hirscher, Johann Baptist (1788-1865)
Hofmann, Karl (1900-1954)
Keppler, Paul Wilhelm (1852-1926)
Kober, Franz Quirin (1821-1897)
Koch, Anton (1859-1915)
Küng, Hans (geb. 1928)
Kuhn, Johann Evangelist (1806-1887)
Linsenmann, Franz Xaver (1835-1898)
Löhr, Joseph (1878-1956)
Lösch, Stephan (1881-1966)
Mack, Martin Joseph (1805-1885)
Möhler, Johann Adam (1796-1838)
Möller, Joseph (geb. 1916)
Neumann, Johannes (1929-2013)
Ratzinger, Joseph (geb. 1927)
Riessler, Paul (1865-1935)
Rohr, Ignaz (1866-1944)
Sägmüller, Johann Baptist (1860-1942)
Schanz, Paul (1841-1905)
Scheffczy, Leo (1920-2005)
Schelkle, Karl Hermann (1908-1988)
Schilling, Otto (1874-1956)
Seckler, Max (geb. 1927)
Simon, Paul (1882-1946)
Steinbüchel, Theodor (1888-1949)
Stelzenberger, Johann (1898-1972)
Stier, Fridolin (1902-1981)
Stockmeier, Peter (1925-1988)
Stolz, Eugen (1874-1936)
Vetter, Paul Alexander (1850-1906)
Welte, Benedikt (1805-1885)
Zukrigl, Jakob (1807-1876)
5. Literatur
Gross, W., Das Wilhelmssftift Tübingen 1817-1869, Contubernium 38, Tübingen 1978.
Organische Bestimmungen, die Vereinigung der bisherigen Katholisch-theologischen Lehranstalt in Ellwangen mit der Landesuniversität in Tübingen und die Errichtung eines höheren katholischen Convikts daselbst betreffend, 1818 (Druck).
Reinhardt, R., Tübinger Theologen und ihre Theologie, Contubernium 16, Tübingen 1977.
Zeller, J., Die Errichtung der katholisch theologischen Fakultät in Tübingen im Jahre 1817, in: Theologische Quartalschrift 108, 1927.
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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