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Liga für Völkerfreundschaft der DDR (Bestand)
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Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Deutsche Demokratische Republik mit sowjetischer Besatzungszone (1945-1990) >> Organisationen und Verbände >> Organisationen
1954-1990
Geschichte des Bestandsbildners: Gründung am 15.12.1961; Umbildung am 23./24.6.1990 in Liga für Völkerverst Völkerverständigung e.V. Interessenverband von Gesellschaften für Zusammenarbeit und Freundschaft mit anderen Ländern und Völkern; Auflösung am 1.4.1992.
Die Liga für Völkerfreundschaft war die Dachorganisation der in der DDR bestehenden nationalen Freundschaftsgesellschaften und -komitees. Sie wurde am 15. Dezember 1961 in Berlin gegründet. Älteste Freundschaftsgesellschaften der DDR waren die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft, die 1947 gegründet wurde und die im August 1948 gegründete Hellmut-von-Gerlach-Gesellschaft für kulturelle, wirtschaftliche und politische Beziehungen mit dem neuen Polen, die sich am 26. März 1950 in "Deutsch-Polnische Gesellschaft für Frieden und gute Nachbarschaft" umbenannte.
Am 7. Juni 1952 wurden alle bestehenden Freundschaftsgesellschaften in der DDR in der Dachorganisation "Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland" (GkV) vereint. Aus ihr ging die Liga für Völkerfreundschaft hervor.
Der Liga angegliedert war die am 4. Dezember 1964 gegründete "Gesellschaft Neue Heimat", eine Vereinigung für Verbindungen mit Bürgern deutscher Herkunft im Ausland.
Hauptaufgaben der Liga waren die Verbreitung von Informationen über die DDR im Ausland, die Festigung der Freundschaft und der kulturellen Beziehungen zwischen der DDR und den einzelnen Ländern und die Stärkung des internationalen Ansehens der DDR.
Ende 1989 gehörten der Liga rund 50 Freundschaftsgesellschaften und vergleichbare Komitees an, die in der Mehrzahl Beziehungen zu kapitalistischen Staaten und Ländern der Dritten Welt unterhielten.
Die Generalversammlung vom 23. und 24. Juni 1990 beschloss die Umbenennung der Liga in "Liga für Völkerfreundschaft e. V. - Interessenverband von Gesellschaften für Zusammenarbeit und Freundschaft mit anderen Ländern und Völkern" und nahm ein neues Statut an. Am 26. Februar 1992 beschloss die Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins.
Bestandsbeschreibung: Aufgaben und Organisation:
Die Liga für Völkerfreundschaft als Dachorganisation der in der DDR bestehenden nationalen Freundschaftsgesellschaften wurde am 15.12.1961 in Berlin gegründet. Der Gründung ging ein Beschluss des ZK der SED vom Nov. 1961 voraus. Die bis zu diesem Zeitpunkt bestehenden Freundschaftsgesellschaften waren unter dem Dach der "Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland" vereint. Die älteste war die am 19.08.1948 gegründete "Helmut-von-Gerlach-Gesellschaft für kulturelle, wirtschaftliche und politische Beziehungen zu dem neuen Polen", die sich am 26.03.1950 in "Deutsch-Polnische Gesellschaft für Frieden und gute Nachbarschaft" umbenannte. Die "Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland" sollte in einem umfassenden Rahmen das Studium und die Anwendung der Ergebnisse und Erfahrungen auf allen Gebieten der Wissenschaft, Technik und Kunst der befreundeten Länder ermöglichen, bei der Realisierung der Kulturabkommen mithelfen und den Kulturaustausch befördern und alle bisher auf diesem Gebiet tätigen Einrichtungen zusammenfassen und koordinieren. Nach der Gründung der Liga für Völkerfreundschaft gehörte die GKV dieser als Mitglied an und wurde durch ihren Präsidenten im Präsidium der Liga vertreten. Ihre Aufgaben reduzierten sich auf die Entwicklung, Förderung und Pflege der Beziehungen auf allen Gebieten des kulturellen Lebens zu den Ländern, die nicht zum Wirkungsbereich anderer in der DDR bestehender Freundschaftsgesellschaften gehörten. Präsident der GKV war von 1952 bis 1978 Robert Alt.
Höchstes Organ der Liga für Völkerfreundschaft war die Mitgliederversammlung, ab 1976 die Generalversammlung, die das Präsidium wählte. Dem Präsidium gehörten der von ihm gewählte Präsident, die Präsidenten der Freundschaftsgesellschaften, der Generalsekretär sowie Einzelpersönlichkeiten an. Mitglieder der Liga waren die in der DDR bestehenden Freundschaftsgesellschaften und Komitees sowie Institutionen, deren Aufgaben geeignet waren, die Ziele der Liga zu unterstützen. Der Liga gehörten Ende 1989 rund 50 Freundschaftsgesellschaften und vergleichbare Komitees an, die in der Mehrzahl Beziehungen zu kapitalistischen Staaten und Ländern der Dritten Welt unterhielten. Nach der Auflösung des "Deutschen Städte- und Gemeindetages" im Jahre 1974 bestand bei der Liga ein Komitee Städte- und Gemeindetag, das für die Betreuung zahlreicher Städtepartnerschaften zuständig war. Der Liga angegliedert war die am 04.12.1964 gegründete "Gesellschaft Neue Heimat", die Vereinigung für Verbindungen mit Bürgern deutscher Herkunft im Ausland. Die Generalversammlung vom 23. und 24.06.1990 beschloss die Umbenennung der Liga in "Liga für Völkerfreundschaft e. V. - Interessenverband von Gesellschaften für Zusammenarbeit und Freundschaft mit anderen Ländern und Völkern" und nahm ein neues Statut an. Am 26.02.1992 beschloss die Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins. Präsidenten der Liga für Völkerfreundschaft waren Phillip Daub (1961-1964), Paul Wandel (1964-1976), Gerald Götting (1976-1989), Horst Grunert (1990) und Helmuth Jung (1990-1992). Hauptaufgaben der Liga waren die Verbreitung von Informationen über die DDR im Ausland, die Festigung der Freundschaft und der kulturellen Beziehungen zwischen der DDR und den einzelnen Ländern und die Stärkung des internationalen Ansehens der DDR. Die Liga sollte dazu beitragen, der DDR zu weltweiter diplomatischer Anerkennung zu verhelfen. In den 60er Jahren unterstützte sie vor allem in Nord- und Westeuropa die Gründung von sog. Anerkennungskomitees, die nach 1973, als die DDR zu zahlreichen Staaten diplomatische Beziehungen aufnahm, teilweise als Freundschaftsgesellschaften weiterbestanden. Die Liga für Völkerfreundschaft richtete in nordeuropäischen, arabischen und in einigen sozialistischen Staaten eigene Kultur- und Informationszentren ein, die der Kontaktaufnahme und der Werbung für die DDR dienten. Die KIZ organisierten u. a. Sprachlehrgänge, Ausstellungen und Kulturveranstaltungen und verbreiteten Druckschriften und Informationsmaterial über die DDR. Die Liga gab eine Reihe von Zeitschriften und Periodika in verschiedenen Sprachen heraus. Die Selbstdarstellung der DDR im Ausland unterlag der Anleitung und Kontrolle durch die Abt. Auslandsinformation des ZK der SED.
Bestandsbeschreibung:
Der Bestand enthält Unterlagen folgender Freundschaftsgesellschaften: Deutsch-Afrikanische Gesellschaft, Deutsch-Arabische Gesellschaft, Gesellschaft DDR-Belgien, Freundschaftsgesellschaft DDR-Großbritannien, Deutsch-Französische Gesellschaft, Freundschaftsgesellschaft DDR-Italien, Deutsch-Lateinamerikanische Gesellschaft, Deutsch-Nordische Gesellschaft, Deutsch-Südostasiatische Gesellschaft, Freundschaftsgesellschaft und Kuratorium DDR-Japan, Freundschaftsgesellschaft DDR-Österreich und Gesellschaft Neue Heimat. Über die Helmut-von-Gerlach-Gesellschaft bzw. die Deutsch-Polnische Gesellschaft sind nur vereinzelte Dokumente vorhanden Aus den Büros des Generalsekretärs und seiner Stellvertreter und den Abteilungen der Liga ist ein umfangreicher Schriftverkehr mit Freundschaftsgesellschaften und Freundschaftskomitees, Anerkennungskomitees und mit Kultur- und Informationszentren überliefert, ebenso Arbeitsvereinbarungen mit den Gesellschaften und Beratungen mit ihren Präsidenten und Generalsekretären. Über die Tätigkeit der KIZ geben u. a. Programme, Berichte und Analysen Auskunft, über den Bereich Auslandsinformation liegen Monatsberichte und Einschätzungen v. a. aus den 70er Jahren vor. Ebenfalls vorhanden sind Unterlagen über ein- und ausreisende Delegationen. Mitglieder- bzw. Generalversammlungen sind erst ab 1964 überliefert, Tagungen des Präsidiums ab 1963, Sitzungen des Sekretariates ab 1964. Unterlagen von bzw. über die GKV sind im Bestand nur in sehr geringem Umfang zu finden und nur für den Zeitraum von 1961 bis 1972. Ergänzende Unterlagen zur Liga für Völkerfreundschaft finden sich im Bestand SED, Abt. Internationale Verbindungen des ZK der SED.