Rentamt Bartenstein (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, Ba 85
Landesarchiv Baden-Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein (Archivtektonik) >> Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein >> Archiv Bartenstein >> Jüngere Bestände (19.-20. Jahrhundert)
1806-1860
Inhalt und Bewertung
Der Rentamtsbezirk bestand aus dem alten Amt Bartenstein und dem Unteramt Herrenzimmern sowie den mit Preußen eingetauschten Untertanen und Rechten zu Simmetshausen, Herrentierbach, Kottmannsweiler, Erpfersweiler, Lentersweiler, Wittenweiler, Ober- und Unterweiler und Heroldhausen, außerdem das bayerische Wolfsau und die grundherrlichen Rechte in Heroldhausen, Beimbach, Lenkerstetten, Gaggstatt, Niederwinden, Kirchberg und Weckelweiler. 1860 wurde das Rentamt Bartenstein im Zuge von Sparmaßnahmen aufgehoben, seine Aufgaben übernahm die Domänenkanzlei.
Gliederung: 1. Verwaltungsangelegenheiten (Allgemeines); 2. Dienerangelegenheiten; 3. Herrschaftliche Liegenschaften; 4. Mobiliarverwaltung; 5. Herbst-, Kelter- und Kellereiangelegenheiten; 6. Wege- und Wasserbauten; 7. Steuern; 8. Kirchen- und Schulangelegenheiten, Komplexlasten; 9. Jagd; 10. Grund- und lehenherrliche Rechte; 11. Güterzerschlagungen; 12. Ablösung; 13. Sonstiges.
Der Rentamtsbezirk Bartenstein umfasste das alte Amt Bartenstein einschließlich des Unteramts Herrenzimmern zuzüglich die von Preußen gegen den größten Teil des Amts Schnelldorf 1796 eingetauschten Untertanen und Rechte zu Simmetshausen, Herren-tierbach, Kottmannsweiler, Erpfersweiler, Lentersweiler, Wittenweiler, Ober- und Unterweiler sowie Heroldhausen. Ferner verwaltete das Rentamt Bartenstein das vom Gebietsaustausch mit Preußen nicht betroffene bayerische Wolfsau und die nach der Abtretung des Amts Schnelldorf bei Hohenlohe-Bartenstein verbliebenen grundherrlichen Rechte zu Heroldhausen, Beimbach, Lenkerstetten, Gaggstatt, Niederwinden, Kirchberg und Weckelweiler. Das Rentamt unterstand als nachgeordnete standesherrliche Behörde dem Oberrentamt, ab 1823 der Domänenkanzlei Bartenstein. Seine Hauptfunktion bestand in der Verwaltung der fürstlichen Besitzungen, Einkünfte und Rechte. Durch die faktische Aufhebung der Domänenkanzlei auf Verlangen des Gläubigerausschusses 1829 rückte das Rentamt vorübergehend bis 1834 zur zentralen Verwaltungsstelle der Standesherrschaft auf. Mit dem Abschluss der wichtigsten Ablösungsverfahren nach 1848 reduzierte sich sein Geschäftsumfang. Es wurde 1860 im Zuge von Einsparmaßnahmen aufgehoben. Die rentamtlichen Restfunktionen im Verwaltungsbezirk Bartenstein übernahm die Domänenkanzlei. Soweit erkennbar, war die Rentamtsregistratur nicht verzeichnet. Einzelne ältere Vorgänge, insbesondere Personalunterlagen, nahm der mit der Ordnung der Bartensteiner Registraturen beauftragte Kanzleiassistent Max Neeber 1858/1859 in das von ihm formierte "Archiv" auf. Im übrigen dürften die von mehreren Sachkundigen als katastrophal geschilderten Verhältnisse sowohl was die Unterbringung als auch den Ordnungszustand der verschiedenen Bartensteiner Schriftgutkörper anbelangt, auch für die Rentamtsregistratur zugetroffen haben. Nach der Übernahme des Hohenlohe-Zentralarchivs in staatliche Verwaltung 1971 wurde das in einem Nebengebäude des Schlosses Bartenstein untergebrachte Schriftgut 1972 bis 1976 in mehreren Transporten nach Neuenstein verbracht, vom reichlich vorhandenen Schmutz gereinigt und provisorisch eingelagert. Im Zuge der Verzeichnung und provenienzgerechten Ordnung ab 1998 wurden die Akten des Rentamts zu einem gesonderten Bestand formiert. Seine Gliederung lehnt sich an die anderer hohenlohischer Rentamtsüberlieferungen an. Bei seiner Benutzung sind die Bestände der Bartensteiner Zentralverwaltungen (Domänenkanzlei, Debitadministration) und die zum Zeitpunkt der Fertigstellung des vorliegenden Repertoriums noch nicht abschließend verzeichneten Akten der Forst- und Revierverwaltungen zu berücksichtigen. Der Bestand wurde zwischen 1998 und 2002 von W. Beutter verzeichnet und geordnet. Er umfasst in 8,8 lfd.m 626 Büschel. Neuenstein, im Dezember 2002 Wilfried Beutter
626 Bü (8,8 lfd. m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ