Anspruch auf 1800 Rtlr. (Joachimstaler) plus Zinsen, die Wilhelm von Blittersdorff, der Vater des Appellaten, als Verwalter der Feste Jülich am 22. Nov. 1562 dem Wilhelm von Harff zu Nierhoven und dessen Frau Anna von Vlatten geliehen haben soll, wofür eine bei Holzweiler gelegene Windmühle verpfändet wurde. Nach dem kinderlosen Tode Wilhelms behielt Anna noch etwa 60 Jahre die Leibzucht an seinen Gütern und heiratete noch einen Johann Quadt zu Buschfeld und später einen Schall von Bell. Wilhelm von Blittersdorff klagte gegen die Erben des Wilhelm von Harff. Diese halten entgegen, es gebe weder eine Obligation noch eine Schuldverschreibung. Überdies habe 1579 das Hauptgericht Jülich entschieden, daß Johann Quadt die Schulden seiner Frau Anna von Vlatten bezahlen müsse, 1618 sei in einem Vergleich zwischen Anna von Vlatten und ihnen von den 1800 Rtlr. nicht die Rede gewesen und nach der jül.-berg. Landordnung müsse beim Tode eines Ehepartners der Leibzüchter alle Personalschulden bezahlen.
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Anspruch auf 1800 Rtlr. (Joachimstaler) plus Zinsen, die Wilhelm von Blittersdorff, der Vater des Appellaten, als Verwalter der Feste Jülich am 22. Nov. 1562 dem Wilhelm von Harff zu Nierhoven und dessen Frau Anna von Vlatten geliehen haben soll, wofür eine bei Holzweiler gelegene Windmühle verpfändet wurde. Nach dem kinderlosen Tode Wilhelms behielt Anna noch etwa 60 Jahre die Leibzucht an seinen Gütern und heiratete noch einen Johann Quadt zu Buschfeld und später einen Schall von Bell. Wilhelm von Blittersdorff klagte gegen die Erben des Wilhelm von Harff. Diese halten entgegen, es gebe weder eine Obligation noch eine Schuldverschreibung. Überdies habe 1579 das Hauptgericht Jülich entschieden, daß Johann Quadt die Schulden seiner Frau Anna von Vlatten bezahlen müsse, 1618 sei in einem Vergleich zwischen Anna von Vlatten und ihnen von den 1800 Rtlr. nicht die Rede gewesen und nach der jül.-berg. Landordnung müsse beim Tode eines Ehepartners der Leibzüchter alle Personalschulden bezahlen.
AA 0627, 2306 - H 374/1492
AA 0627 Reichskammergericht, Teil IV: H
Reichskammergericht, Teil IV: H >> 1. Buchstabe H
1625 - 1666 (1564 - 1665)
Enthaeltvermerke: Kläger: Gotthard von und zu Harff, Amtmann und Statthalter zu Kaster, und seine Nichte Odilia geb. von Harff, verwitwete von Efferen zu Friesheim (Freisheim), Frau zu Stolberg und Empel (Impel), (Bekl.) Beklagter: Wilhelm von Blittersdorff zu Birgeln (Selfkantkr. Geilenkirchen - Heinsberg), (Kl.), dann seine Witwe Sibylla von der Kaulen (Koulen) Prokuratoren (Kl.): Dr. Heinrich Eylinck 1625 - Dr. Johann Leonhard Schommartz 1664 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Schaumberg 1625 - Dr. Konrad Blaufelder 1645 - Lic. Johann Hansen [1656] 1663 - Subst.: Dr. Johann Rolemann Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Vizestatthalter und Mannen von Lehen der Wassenberger Mannkammer 1618 - 2. Jül.-berg. Hofgericht Düsseldorf 1619 - 3. RKG 1625 - 1666 (1564 - 1665) Beweismittel: Bd. I: Urteil der Vorinstanz 1624 (Q 4). Bestellung der Sibylla von der Kaulen zum Vormund ihrer unmündigen Kinder durch das Hauptgericht Wassenberg 1637 (Q 11). Bd. II: Urteil der Schöffen von Holzweiler in Sachen Wilhelm von Blittersdorff ./. Wilhelm von Harff zu Nierhoven 1564 (18, 75). Urteil des Hauptgerichts Jülich in Sachen Söhne des Gotthard von Harff ./. Johann Quadt zu Buschfeld 1579 (19, 75 - 76). Belehnung des Diederich von Palandt zu Breitenbend mit dem Hof Ophoven 1581 (26 - 27, 76 - 77). Urteil der 1. Instanz 1619 (80). Beschreibung: 2 Bde., beide gebunden, 5 cm, 210 Bl.; Bd. I: 38 Bl.; Q 1 - 16 außer 5; Bd. II: 172 Bl.; Q 5 (Vorakten).
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
11.05.2026, 9:54 AM CEST