Eb Anno von Köln bekundet, er habe den Ort Grafschaft (quendam locum in Saxonia Grafscaft vocatum) von der Frau Chuniza und ihrem Sohn Tiemo erworben und dort mit Erlaubnis des Papstes Alexander (II) und des Kaisers Heinrich (IV) im Jahre 1072 Mönche aus Siegburg (regulares monachos Sigebergensis ordinis) hingesetzt und zum gleichen Recht (omni pace et iusticia) wie die übrigen kölnischen Abteien bestätigt und seinen Nachfolgern unter Androhung des Banns (sub anathematis vinculo constringens) untersagt, von dem dortigen Abt irgendeinen weltlichen Dienst zu verlangen. Den Vogt soll sich der Abt wählen, der nur zweimal im Jahr Gericht (placitum) halten soll und nicht mehr als 12 Pferde mitbringen darf. Im Herbst und Winter ist sein Dienstgeld (servitium) 2 Malter Brot, 2 junge Schweine und ein Spanferkel, 4 Hühner und 1 Gans, 4 Käse und 20 Eier, ein Ohm Bier und so viel Met, wie aus einem Viertel Krug Honig bereitet wird; als Pferdefutter 3 Malter Hafer. Im Sommer und Frühjahr 3 junge Schweine und ein Lamm, Futter für 4 Pferde usw. wie oben. Wenn er auch am folgenden Tage Gericht halten will, soll es im Belieben des Abts stehen, ob er ihm ein Mahl reichen will. Bestätigung durch den bischöflichen Bann. Siegelankündigung. Dies sind die Namen der Kirchen und Orte (loca), die er zum Unterhalt der Mönche (ad victum et vestitum) Gott und dem hl. Alexander erworben und dargebracht hat: Wormbach (Worunbach), Attendorn (Attendarra), Lüdenscheid (Liuodolfessceide), Valbert (Falebreht), Herscheid (Hertsceido), Plettenberg (Heslipho), Hemer (Hademare), Kallenhardt (Hosteruelden), Velmede (Felmedo), Bödefeld (Buodeuelden), Brunskappel (Brunescapellun), Altenrüthen (Ruothino). Das sind die Höfe (curtes): Nuttlar (Nuzlare), Glindfeld (Glintfelden), Ober-Hemer (Hademare), Nieder-Hemer (item Hademare), Ellingsen (?) (Amelinchusun, Elvelinchusen B), Brelen (Pretinholo). Zehn Hufen (iuxta Menendin B), die Heinricus (de Sosatio B) gegeben hat: Lüdenscheid (Liudolfessceide), Attendorn, Schmerlecke (Smerlecco), "Alerenen" (Elrin B), Holthausen (bei Medebach) (Holzhusun), Bödefeld (Buodeueldun), Velmede (Felmedo), Lenne (Leno), Benkhausen (Beigenchusun), Brunskappel (Brunescapella), zu Theiningsen (Dietrinchegoan; Thidinchouin B), eine Hufe, zu Löttmaringhausen (?) (Luttardingeschusun) eine Hufe, Oberberndorf (Berendorf), Theten (Tatena), Sorpe (Suropa), Lenninghof (Lannichofon), Gleidorf (Gledorp), Herntrop (Harhincdorf), Werntrop (Werhincdorf), Westfeld (Wedirichuelden). Von den Zehnten bei Soest (ad Suesacen) 3 1/2 Pfund; zu Belecke (Badelecche) 8 Pfund; von dem Lehen (beneficium) des Liubizo 10 sol.; aus dem Lehen des Arnold 25 sol.; Gensungen (Gensingen), Ellingsen (?) (Allinhusun), Nettelstädt (?) (Nescellestein); bei Rheindiebach (Tietbac) ein Weinberg, bei Erpel (Erpelle) ein Weinberg, bei Ebbinghausen (Erbinchusun) ein Haus, "Hasichenbruchun". Zehnten zu Warstein (Warsten), Belecke (Badelike), Mülheim an der Möhne (Mulnheim), Allagen (Anlagen), Bergheim an der Möhne (Bergheim), auf der Haar (in Hare), Uelde (Vlede), Ussen bei Erwitte (Vsne), Hemingsen (?) (Hiuenchusen), Deiringsen (?) (Thietwardinhusen), Hiddingsen (Hiddinchusen). (nach Oedinger, Regesten der Erzbischöfe von Köln; dort auch die weitere Überlieferung)

Vollständigen Titel anzeigen
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
Objekt beim Datenpartner