Gymnasium am Leibnizplatz (Bestand)
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4.39/20
Staatsarchiv Bremen (Archivtektonik) >> Gliederung >> 4. Staatliche Stellen und Eigenbetriebe des Landes und der Stadtgemeinde Bremen >> 4.8. Kultur, Bildung und Kirche >> 4.8.2. Einzelne Schulen
1908-1922
Geschichte des Bestandsbildners: Die Schule wurde nach 2jähriger Bauzeit am 22. April 1909 eröffnet unter der Bezeichnung "Realschule für Jungen in der Neustadt". Den Entwurf zur Architektur der Schule lieferte Baumeister Fritsche von der Hochbauinspektion. Direktor der Schule war Prof. Dr. Friedrich Fricke, der nach seiner Ausbildung zunächst an der Oberrealschule in Oldenburg lehrte und ab 1895 am Alten Gymnasium in Bremen seinen Dienst versah.
Die Schule eröffnete zunächst mit 5 Klassen und 186 Schülern. Im Laufe der Jahre kamen weitere Jahrgänge hinzu, insgesamt sollte die Schule alle Klassen von der Sexta bis zur Oberprima umfassen. Vor dem Besuch der Realschule besuchten die Kinder bis 1920 (Reichsgrundschulgesetz) vorwiegend private Vorschulen, wie z.B. die Vorschule von Dr. Robert Liebig in der Brautstraße.
1912 erhielt die Schule das Recht, ihren Schülen die wissenschaftliche Befähigung zum einjährig-freiwilligen Heerdienst auf Grund der Schlußprüfung gültig zu bescheinigen. 1913 wurde die Realschule in der Neustadt als siebenstufige Schule anerkannt, das bedeutete, dass die bestandene Entlassungsprüfung gleichwertig mit dem an einer Oberrealschule erworbenen Zeugnis der Reife für die Unterprima war. An der Realschule waren Entlassungs- und Schlussprüfungen zu unterscheiden. Letztere absolvierten alle Unterprimaner.
Während der Kämpfe im Februar 1919 zur Beendigung der Räterepublik erhielt die Schule einen Granattreffer, der im Bild festgehalten wurde. Diese Fotos sind im Bestand erhalten.
1926 wurde Dr. Heinrich Bierbaum zum neuen Schulleiter gewählt.
Ostern 1926 wurde eine Obersekunda aufgenommen, die zum Abitur geführt werden sollte. Dadurch erweiterte sich die Schule zu einer Oberrealschule, an der Ostern 1929 das erste Abitur stattfand. Formal unterstand die Oberstufe der Oberrealschule an der Dechanatstraße, deren Lehrpläne übernommen wurden.
1937 wurde die Bezeichnung Oberschule eingeführt. 1938 wurde Wilhelm Westphal neuer Direktor der Schule, nachdem Dr. Bierbaum feierlich in den Ruhestand verabschiedet wurde. Zu seinen ersten Amtshandlungen gehörte die Umbenennung der Schule in "Kapitän-König-Schule" am Platz der SA (Leibnizplatz) in Erinnerung an den Kapitän des Handels-U-Bootes "Deutschland" im 1. Weltkrieg. (15. Februar 1938) 1941 begannen angesichts der zunehmenden Luftangriffe die Entsendungen von Schülern im Rahmen der Kinderlandverschickung. Die Kinder wurden nach Berchtesgaden, nach Garching bei Mühldorf am Inn und schließlich nach Reit im Winkl gebracht.
Das Gebäude wurde im 2. Weltkrieg durch Bomben schwer beschädigt, doch konnte nach ersten Instandsetzungsarbeiten der Unterricht im Dezember 1945 wieder aufgenommen werden. Die Schule hieß jetzt Oberschule am Leibnizplatz. 1950 zog die Oberschule für Mädchen an der Mainstraße (Lyzeum) in das Schulgebäude am Leibnizplatz ein. 1951 wurden Jungen- und Mädchenschule Neustadt vereinigt. 1957 erfolgte die Namensänderung in "Gymnasium am Leibnizplatz". 1959 wurde ein neuer Anbau eingeweiht. Zum 1.8.1988 wurde das Gymnasium am Leibnizplatz dem Schulzentrum Delmestraße angegliedert, zum 1.9.1989 verließen die letzten gymnasialen Klassen das alte Schulgebäude.
Bestandsgeschichte: Im Zuge der Auflösung des Gymnasiums am Leibnizplatz wurde 1985 eine Besichtigung der Aktenüberlieferung vor Ort vorgenommen und ein Teil als nicht archivwürdig ausgesondert. Ablieferungen an das Staatsarchiv erfolgten im November 1985 und am 15.2.1989. Der Bestand wurde von der Archivangestellten Katharina Freier 1988 und 1990 geordnet und erschlossen. Er enthält Schriftgut von 1908 bis 1982, davon Abiturarbeiten von 1946 bis 1982.
2011 sind ergänzende Unterlagen übernommen und dem Bestand zugeführt worden. (Nr. 147 bis 159)
Die Schule eröffnete zunächst mit 5 Klassen und 186 Schülern. Im Laufe der Jahre kamen weitere Jahrgänge hinzu, insgesamt sollte die Schule alle Klassen von der Sexta bis zur Oberprima umfassen. Vor dem Besuch der Realschule besuchten die Kinder bis 1920 (Reichsgrundschulgesetz) vorwiegend private Vorschulen, wie z.B. die Vorschule von Dr. Robert Liebig in der Brautstraße.
1912 erhielt die Schule das Recht, ihren Schülen die wissenschaftliche Befähigung zum einjährig-freiwilligen Heerdienst auf Grund der Schlußprüfung gültig zu bescheinigen. 1913 wurde die Realschule in der Neustadt als siebenstufige Schule anerkannt, das bedeutete, dass die bestandene Entlassungsprüfung gleichwertig mit dem an einer Oberrealschule erworbenen Zeugnis der Reife für die Unterprima war. An der Realschule waren Entlassungs- und Schlussprüfungen zu unterscheiden. Letztere absolvierten alle Unterprimaner.
Während der Kämpfe im Februar 1919 zur Beendigung der Räterepublik erhielt die Schule einen Granattreffer, der im Bild festgehalten wurde. Diese Fotos sind im Bestand erhalten.
1926 wurde Dr. Heinrich Bierbaum zum neuen Schulleiter gewählt.
Ostern 1926 wurde eine Obersekunda aufgenommen, die zum Abitur geführt werden sollte. Dadurch erweiterte sich die Schule zu einer Oberrealschule, an der Ostern 1929 das erste Abitur stattfand. Formal unterstand die Oberstufe der Oberrealschule an der Dechanatstraße, deren Lehrpläne übernommen wurden.
1937 wurde die Bezeichnung Oberschule eingeführt. 1938 wurde Wilhelm Westphal neuer Direktor der Schule, nachdem Dr. Bierbaum feierlich in den Ruhestand verabschiedet wurde. Zu seinen ersten Amtshandlungen gehörte die Umbenennung der Schule in "Kapitän-König-Schule" am Platz der SA (Leibnizplatz) in Erinnerung an den Kapitän des Handels-U-Bootes "Deutschland" im 1. Weltkrieg. (15. Februar 1938) 1941 begannen angesichts der zunehmenden Luftangriffe die Entsendungen von Schülern im Rahmen der Kinderlandverschickung. Die Kinder wurden nach Berchtesgaden, nach Garching bei Mühldorf am Inn und schließlich nach Reit im Winkl gebracht.
Das Gebäude wurde im 2. Weltkrieg durch Bomben schwer beschädigt, doch konnte nach ersten Instandsetzungsarbeiten der Unterricht im Dezember 1945 wieder aufgenommen werden. Die Schule hieß jetzt Oberschule am Leibnizplatz. 1950 zog die Oberschule für Mädchen an der Mainstraße (Lyzeum) in das Schulgebäude am Leibnizplatz ein. 1951 wurden Jungen- und Mädchenschule Neustadt vereinigt. 1957 erfolgte die Namensänderung in "Gymnasium am Leibnizplatz". 1959 wurde ein neuer Anbau eingeweiht. Zum 1.8.1988 wurde das Gymnasium am Leibnizplatz dem Schulzentrum Delmestraße angegliedert, zum 1.9.1989 verließen die letzten gymnasialen Klassen das alte Schulgebäude.
Bestandsgeschichte: Im Zuge der Auflösung des Gymnasiums am Leibnizplatz wurde 1985 eine Besichtigung der Aktenüberlieferung vor Ort vorgenommen und ein Teil als nicht archivwürdig ausgesondert. Ablieferungen an das Staatsarchiv erfolgten im November 1985 und am 15.2.1989. Der Bestand wurde von der Archivangestellten Katharina Freier 1988 und 1990 geordnet und erschlossen. Er enthält Schriftgut von 1908 bis 1982, davon Abiturarbeiten von 1946 bis 1982.
2011 sind ergänzende Unterlagen übernommen und dem Bestand zugeführt worden. (Nr. 147 bis 159)
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Bestand
Literatur: Jahresberichte der Realschule in der Neustadt 1909-1927, 1930-1943. 50 Jahre Gymnasium am Leibnizplatz 1909-1959 und Oberschule für Mädchen in der Neustadt, Bremen, 1959.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
30.06.2025, 11:55 AM CEST