Vor dem Trierer Notar Petrus Wachsweiler erschien am 9. Juni 1608 abends in der Hofstube des Schlosses Elisabeth, Gräfin zu Löwenstein-Wertheim, geb. Gräfin zu Manderscheid, Blankenheim, Virneburg und Roussy, und erklärte für sich und ihre abwesenden Schwestern, daß sie fordere, daß die Heimbürgen die Grenzen der Grafschaft Virneburg abgingen und dies durch ein Notariatsinstrument protokolliert werde, wie dies auch schon früher geschehen sei. Am Folgetag, Dienstag, dem 10. Juni, morgens um acht versammelten sich Heimbürgen, Schöffen und Zeugen im Dorf Weiler auf einer Wiese an der Alckenbach, ungefähr einen Büchsenschuß entfernt oberhalb der Mündung des genannten Baches in die Elz, um aufzuzeigen, wie der Bezirk vor 30, 40 oder 50 Jahren gewiesen worden war. Zehn genannte Heimbürgen, Gerichtspersonen und Untertanen der Grafschaft Virneburg begannen dann um 9 Uhr mit der Verkündung ihres Weistums: Der Bezirk geht an am Dieffendülttgen, dann den Bach hinauf bis an die Karbach, von dort bis an den Mirckborn beinahe an der Spitze, der liegt, wo die große und kleine Mircktheil aneinanderstoßen, vom Mirckborn rechts über den Berg außen am Frauenholz bis zum Kreuz, von dem Kreuz aus die Straße entlang über den Berg Blumerath (Blomerath) nach St. Jost neben das Langenfelder Eigen, von dort die Nitz aufwärts bis an die Welschenbach, die weiter hinaus bis nach Oberwelschenbach und an den Steinborn. Von da die Wildhöfe entlang bis zum Siebenbacher Kreuz, vom Kreuz aus rechts den Berg hinunter nach Siebenbach bis in die Fliembach bei Synders Mheld, wo drei Herren aneinanderstoßen, nämlich Virneburg, Langenfeld und Olbrück, den Fliembach entlang bis zu den Fuchslöchern, von da rechts herüber in die kurtte Neußbach, von dort bis unter Herresbach an einem Eichbaum, gen. der Hadersbaum, von dort rechts über die Anfeldty bis oben an Herresbacher Scheidt an den Weg, weiter den Weg bis er sich an den Bierschbach wendet, wo wieder drei Herren zusammenstoßen, nämlich Virneburg, Köln und Olbrück, dann den Bierschbach hinunter bis an die Nitz, weiter die Nitz hinauf bis unterhalb von Brück, da Boos an den vierten Zehnten wendt uff Lhur genannt. An dieser Stelle wurde der Grenzbegang am 10. Juni abgebrochen und am 11. fortgesetzt. Von der Brücker Gerechtigkeit weiter das Lohr hinauf über die Anfeld rechts über den Berg an eine Buchenhecke, die Roth Hecke genannt, von dort bis Kießborn an den Steinborn, von dort bis Hermerath an das steinerne Kreuz, wo die Grafschaft und das Retterather Kirchspiel zusammenstoßen, von diesem Kreuz der Straße nach über den Landgraben bis roder sour, dann den sour hinunter zur Eschbach, von da bis zum Zympenborn, von dort hinauf vor Etscheid auf das Mäuerchen, von dort die Straße nach über den Berg, Eschbach genannt, hinab zu einem Grenzstein zwischen Arbach und Leffenzahl, von dem Grenzstein der Anweldt nach bis zur Arbach, diese hinab bis in die Elz, die Elz hinab bis in die Alkenbach, diese wiederum hinauf bis zum Dieffenthültgen, wo die Weisung begonnen hatte. - Zeugen: Johann Decker, Pastor zu Weiler, Johann Hilgers, Vogt, Anton Hachenberg, Bote zu Virneburg. Sr.: Ausst. Ausf. Not.-Instr., Perg., schadhaft - Signet - Rv.

Vollständigen Titel anzeigen
Landesarchiv Baden-Württemberg
Objekt beim Datenpartner
Loading...