Niedersächsische Landgesellschaft - Meppen (Bestand)
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NLA OS, Erw D 17
Nds. Landesarchiv, Abt. Osnabrück (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Organisationen, Betriebe, Einrichtungen >> 2.2 Verbände und Innungen
1950-2002
Bestandsgeschichte: Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) - Außenstelle Meppen -
Die Niedersächsische Landgesellschaft mbH wurde 1915 als Siedlungsunternehmen nach dem Reichssiedlungsgesetz gegründet. Ihre Vorläuferin war die Hannoversche gemeinnützige Ansiedlungs-Gesellschaft mbH, die 1907 gegründet worden war. Die Träger der NLG waren die Provinzialverwaltung, Landkreise, Städte, Gemeinden, die Landwirtschaftskammer, landwirtschaftliche Vereine, die Landesversicherungsanstalt, die Klosterkammer u.a. Die Aufgabe der NLG bestand in den Förderung der ländlichen Ansiedelung durch die Vermehrung oder Neugründung von Bauernstellen und die Vergrößerung vorhandener Stellen sowie die Ansiedlung von Arbeitern auf dem Land.
1946 wurde der Hannoverschen Siedlungsgesellschaft (HSG, bis 1959) vom Land Niedersachsen die treuhänderische Verwaltung der Vermögenswerte der Berliner Reichsumsiedlungsgesellschaft übertragen mit dem Auftrag der Durchführung von Siedlungs- und Umsiedlungsverfahren. Zur Durchführung der Verfahren wurden am jeweiligen Sitz der Siedlungsbehörden Außenstellen der Abteilung "Treuhandstelle für Flüchtlingssiedlung" eingerichtet. Ein besonderer Schwerpunkt lag im Emsland, wo die HSG umfangreiche Flächen aus Staatsbesitz erwarb für die Kultivierung und zum anschließenden Verkauf an Landwirte für die Gründung neuer Siedlerstellen, insbesondere zur Ansiedelung von aus der Landwirtschaft stammenden Flüchtlingen aus dem Osten.
Die 1950 in Meppen eingerichtete Außenstelle war zuständig für die Kreise Aschendorf-Hümmling, Meppen, Lingen und Grafschaft Bentheim und in Abstimmung mit den für den Emslandplan zuständigen Stellen und Behörden (v.a. Landeskulturamt, Staatliche Moorverwaltung, Wasserwirtschaftsamt, Emsland GmbH) tätig. Sie erwarb zwischen 1946 und 1964 rd. 11300 ha Moor- und
Bestandsgeschichte: Ödlandflächen, auf denen 485 Vollbauern- und 309 Nebenerwerbsstellen und dadurch sogar neue Dörfer oder Siedlungen entstanden.
Im Bestand überliefert sind zwei exemplarisch ausgewählte, vollständige Siedlungsverfahren sowie allgemeine Akten eines weiteren Verfahrens.
- Verfahren Alexisdorf-Neugnadenfeld (vollständig):
Der Ort wurde auf dem Gelände des ehemaligen Lagers XV Alexisdorf von der Herrnhuter Brüdergemeine im Juni 1946 neu gegründet. Zunächst wohnten die Flüchtlingsfamilien aus verschiedenen Gegenden Polens noch in den Lagerbaracken. Zwischen 1950 und 1963 entstanden dann 109 Kleinsiedlerstellen (Flächen 0,5-2 ha) und 10 Vollbauernstellen (Flächen von 15-35 ha). Die Brüdergemeine existiert bis heute, ihre Mitglieder machen etwa 40% der Gesamtbevölkerung aus.
- Verfahren Hesepermoor/ Groß Hesepe (vollständig):
Die Kultivierung des Hochmoorgebiets zog sich bis in die 1970er Jahre. Die Besiedlung erfolgte ab 1953. Insgesamt wurden bis 1970 sukzessive 52 Bauernstellen, die zum geringeren Teil an Heimatvertriebene, zum größeren Teil an Einheimische und Umsiedler gingen. Wichtiger Arbeitgeber neben der Landwirtschaft war das 1913 gegründete und bis heute existierende Torfwerk Klasmann.
- Verfahren Sustrum / Sustrumermoor:
Der Ort wurde als Dorf mit Weiler angelegt und sollte als Kleinzentrum für die Neusiedlungen Walchum-Moor und Niederlangen-Moor sowie für die Dörfer Sustrum und Neusustrum mit Versorgungseinrichtungen wie Schule, Kirche, Gemeindehaus, Betriebe und Geschäfte dienen. Angesiedelt wurden ausschließlich katholische Familien. Die Ansiedlung mit 43 Flüchtlingsfamilien und 41 einheimische Familien, darunter acht Traktaktbauern, die Wirtschaftsflächen in den Niederlanden hatten abgeben müssen, war 1963 abgeschlossen.
Der Bestand gelangte als Akz. 2010/069 in das Staatsarchiv und wurde 2011 u. a. von den Referendarinnen Christine Juliane Henzler und Natascha Noll verzeichnet.
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
Die Niedersächsische Landgesellschaft mbH wurde 1915 als Siedlungsunternehmen nach dem Reichssiedlungsgesetz gegründet. Ihre Vorläuferin war die Hannoversche gemeinnützige Ansiedlungs-Gesellschaft mbH, die 1907 gegründet worden war. Die Träger der NLG waren die Provinzialverwaltung, Landkreise, Städte, Gemeinden, die Landwirtschaftskammer, landwirtschaftliche Vereine, die Landesversicherungsanstalt, die Klosterkammer u.a. Die Aufgabe der NLG bestand in den Förderung der ländlichen Ansiedelung durch die Vermehrung oder Neugründung von Bauernstellen und die Vergrößerung vorhandener Stellen sowie die Ansiedlung von Arbeitern auf dem Land.
1946 wurde der Hannoverschen Siedlungsgesellschaft (HSG, bis 1959) vom Land Niedersachsen die treuhänderische Verwaltung der Vermögenswerte der Berliner Reichsumsiedlungsgesellschaft übertragen mit dem Auftrag der Durchführung von Siedlungs- und Umsiedlungsverfahren. Zur Durchführung der Verfahren wurden am jeweiligen Sitz der Siedlungsbehörden Außenstellen der Abteilung "Treuhandstelle für Flüchtlingssiedlung" eingerichtet. Ein besonderer Schwerpunkt lag im Emsland, wo die HSG umfangreiche Flächen aus Staatsbesitz erwarb für die Kultivierung und zum anschließenden Verkauf an Landwirte für die Gründung neuer Siedlerstellen, insbesondere zur Ansiedelung von aus der Landwirtschaft stammenden Flüchtlingen aus dem Osten.
Die 1950 in Meppen eingerichtete Außenstelle war zuständig für die Kreise Aschendorf-Hümmling, Meppen, Lingen und Grafschaft Bentheim und in Abstimmung mit den für den Emslandplan zuständigen Stellen und Behörden (v.a. Landeskulturamt, Staatliche Moorverwaltung, Wasserwirtschaftsamt, Emsland GmbH) tätig. Sie erwarb zwischen 1946 und 1964 rd. 11300 ha Moor- und
Bestandsgeschichte: Ödlandflächen, auf denen 485 Vollbauern- und 309 Nebenerwerbsstellen und dadurch sogar neue Dörfer oder Siedlungen entstanden.
Im Bestand überliefert sind zwei exemplarisch ausgewählte, vollständige Siedlungsverfahren sowie allgemeine Akten eines weiteren Verfahrens.
- Verfahren Alexisdorf-Neugnadenfeld (vollständig):
Der Ort wurde auf dem Gelände des ehemaligen Lagers XV Alexisdorf von der Herrnhuter Brüdergemeine im Juni 1946 neu gegründet. Zunächst wohnten die Flüchtlingsfamilien aus verschiedenen Gegenden Polens noch in den Lagerbaracken. Zwischen 1950 und 1963 entstanden dann 109 Kleinsiedlerstellen (Flächen 0,5-2 ha) und 10 Vollbauernstellen (Flächen von 15-35 ha). Die Brüdergemeine existiert bis heute, ihre Mitglieder machen etwa 40% der Gesamtbevölkerung aus.
- Verfahren Hesepermoor/ Groß Hesepe (vollständig):
Die Kultivierung des Hochmoorgebiets zog sich bis in die 1970er Jahre. Die Besiedlung erfolgte ab 1953. Insgesamt wurden bis 1970 sukzessive 52 Bauernstellen, die zum geringeren Teil an Heimatvertriebene, zum größeren Teil an Einheimische und Umsiedler gingen. Wichtiger Arbeitgeber neben der Landwirtschaft war das 1913 gegründete und bis heute existierende Torfwerk Klasmann.
- Verfahren Sustrum / Sustrumermoor:
Der Ort wurde als Dorf mit Weiler angelegt und sollte als Kleinzentrum für die Neusiedlungen Walchum-Moor und Niederlangen-Moor sowie für die Dörfer Sustrum und Neusustrum mit Versorgungseinrichtungen wie Schule, Kirche, Gemeindehaus, Betriebe und Geschäfte dienen. Angesiedelt wurden ausschließlich katholische Familien. Die Ansiedlung mit 43 Flüchtlingsfamilien und 41 einheimische Familien, darunter acht Traktaktbauern, die Wirtschaftsflächen in den Niederlanden hatten abgeben müssen, war 1963 abgeschlossen.
Der Bestand gelangte als Akz. 2010/069 in das Staatsarchiv und wurde 2011 u. a. von den Referendarinnen Christine Juliane Henzler und Natascha Noll verzeichnet.
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
5 Regalmeter (321 Archivguteinheiten)
Bestand
Literatur: - Ordnung des ländlichen Raumes. 50 Jahre im Dienst am Lande. Niedersächsische Landgesellschaft m.b.H. Gemeinnütziges Unternehmen für ländliche Siedlung, Flüchtlingssiedlung und Agrarstruktur. 1915 / 1965, hg. v. NLG, 1965. - Chr. Haverkamp: Die Erschließung des Emslandes im 20. Jahrhundert als Beispiel regionaler Wirtschaftsförderung, Emsland/Bentheim. Beiträge zur Geschichte, Bd.7, Sögel 1991, v.a. S. 215 ff. - A. Wilbers-Noetzel: Die wohnräumliche und wirtschaftliche Eingliederung der Flüchtlinge und Vertriebenen im Emsland nach 1945, Emsland/Bentheim. Beiträge zur Geschichte, Bd. 17, Sögel 2004
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 10:42 MESZ