Streit um die dem Stift lehensrührige Hälfte des Gülicher Hofes zu Urfeld (Urvel, Amt Bonn). Die Appellantin hatte den Hof nach ihren Verwandten, den Geschwistern Gülicher, geerbt. Sie erklärt, Streitgegenstand an der 1. Instanz sei die zu ihren Gunsten entschiedene Frage gewesen, ob dieser Erbgang zulässig oder, da es sich um ein Mannlehen handle, unzulässig gewesen sei. Die 2. Instanz hatte den Hof für kaduk erklärt. Sie bemängelt, das Urteil entspreche damit nicht dem bisherigen Streitgegenstand. Sie bezweifelt Zuständigkeit und Unparteilichkeit der 2. Instanz, auf deren Verfahren sie sich nur unter Vorbehalt der Appellationsmöglichkeit eingelassen habe. Die Vorinstanz und mit ihr der Kurfürst als Interessent bestritten die Zulässigkeit der Appellation gegen ein Urteil aus einem Revisionsverfahren. Diese Ansicht wies das RKG 1716 zurück und schärfte sein Mandatum attentatorum revocatorium sine clausula von 1702 gegen die Ausführung des vorinstanzlichen Urteils trotz eingelegter Appellation ein. Im folgenden vor allem Streit um die Durchsetzung dieses Mandats. Der Mitteilung Heesers von 1735, der Streit sei verglichen, folgt im Protokoll abschließend ein Completum- Vermerk vom 29. Sept. 1808.
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Streit um die dem Stift lehensrührige Hälfte des Gülicher Hofes zu Urfeld (Urvel, Amt Bonn). Die Appellantin hatte den Hof nach ihren Verwandten, den Geschwistern Gülicher, geerbt. Sie erklärt, Streitgegenstand an der 1. Instanz sei die zu ihren Gunsten entschiedene Frage gewesen, ob dieser Erbgang zulässig oder, da es sich um ein Mannlehen handle, unzulässig gewesen sei. Die 2. Instanz hatte den Hof für kaduk erklärt. Sie bemängelt, das Urteil entspreche damit nicht dem bisherigen Streitgegenstand. Sie bezweifelt Zuständigkeit und Unparteilichkeit der 2. Instanz, auf deren Verfahren sie sich nur unter Vorbehalt der Appellationsmöglichkeit eingelassen habe. Die Vorinstanz und mit ihr der Kurfürst als Interessent bestritten die Zulässigkeit der Appellation gegen ein Urteil aus einem Revisionsverfahren. Diese Ansicht wies das RKG 1716 zurück und schärfte sein Mandatum attentatorum revocatorium sine clausula von 1702 gegen die Ausführung des vorinstanzlichen Urteils trotz eingelegter Appellation ein. Im folgenden vor allem Streit um die Durchsetzung dieses Mandats. Der Mitteilung Heesers von 1735, der Streit sei verglichen, folgt im Protokoll abschließend ein Completum- Vermerk vom 29. Sept. 1808.
AA 0627, 310 - B 709/2722
AA 0627 Reichskammergericht, Teil I: A-B
Reichskammergericht, Teil I: A-B >> 2. Buchstabe B
1701-1735, 1808 (1412-1734)
Enthaeltvermerke: Kläger: Ursula Margaretha (geb.) von Birgel, verwitwete Drostin von Bentinck; ab 1712 C. M. S. Frhr. von Kutzleben für sich und namens seiner Mutter Anna Maria von Kutzleben geb. von Jondainville (Fondainville ?), seiner Schwägerin Gräfin Kinsky und seines Vetters Ferdinand von Spittael, (Kl.) Beklagter: Äbtissin und das freiadlige Stift Dietkirchen zu Bonn, (Bekl.); als Interessent: der Kurfürst von Köln Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Philipp Pulian 1701 - Subst.: Dr. Joh. Ulrich von Gülchen - Lic. Wilhelm Heeser 1720 - Subst.: Lic. Jung Prokuratoren (Bekl.): Lic. Konrad Franz von Steinhausen 1702, 1717 - Subst.: Lic. Henrich Schriels 1702 - Subst.: Dr. Sachs 1717 - Lic. Johann Melchior Deuren 1733 - Subst.: Lic. A. J. Stephani - für den Interessenten: Lic. Albrecht (1702) - Lic. Franz Peter Jung [1712] 1714, [1715] 1715 - Subst.: Dr. Johann Stephan Speckman [1712] 1714 - Subst.: Lic. Melchior Deuren [1715] 1715 Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Kölner Offizial (judex ordinarius quomodlibet habitorum et productorum) 1687-1690 - 2. Kurköln. Hofkanzlei (Revisorium) zu Bonn 1690-1701 - 3. RKG 1701-1735, 1808 (1412-1734) Beweismittel: Vorakten der 1. Instanz (104-132, 373-397). Coesfelder Gerichtsurkunde von 1688: Die wegen ihres hohen Alters zurückgetretene Äbtissin des Klosters Marienborn in Coesfeld tut kund, daß sie vor ihrer im Zisterzienserinnenkloster Mariensaal (Kloster Saarn) abgelegten Profeß ihren Kindesteil des Gutes zu Urfeld ihrer Nichte Ursula Margarete von Birgel abgetreten hat (114-116). Zeugnis der in den 3. Orden des hl. Franziskus im Kloster St. Elisabethberg in Duisburg eingetretenen Katharina und Gertrud Gazweiler (?), 1688 (116f.). Vorakten der 2. Instanz (133-287, 398-508): Auszug aus dem Lehensbuch des Stiftes Dietkirchen (150-153). Desgl. aus dem Mannlehenbuch: Belehnung des Franz Jakob Lalaer, 1652 (153-155). Auszüge aus dem Mannlehenbuch von 1400(ff.) (155f.). Belehnung des Christoffel Speth zu Schilsburg mit dem Gut durch Äbtissin Anna Wrede, 1558 (157f.). Auszüge aus dem Dietkirchener Lehensbuch über einschlägige Belehnungen, ab 1412 (176-178). Urkunde des Gerichts Unna von 1692: Donatio inter vivos Franz Jakobs von Lalaer zugunsten des Johann Ernst von Hövel zu Solde (234-237). Stammtafel: Anton Freitag von Laer zu Herbecke (Kr. Altena) und Ehefrau Klara von Eller zu Laubach. (260). Heiratsnotul der Eheleute Junker Matthias Gülicher und Sibylla, Witwe des kaiserlichen Obristwachtmeisters von Lalaer, 1637 (273-277). Einkünfte des Gülicher Hofes (345-347, 350-360, 369f.). Kornpreise in Köln, 1700-1715 (361f.). Beschreibung: 10 cm, 521 Bl., lose; Q 1 - 67, es fehlen Q 11 (Vollmacht Albrecht), 58*, 6 Beilagen, davon 1 möglicherweise = Q 58*.
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil I: A-B (Archival holding)
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