Abteilung für Sicherheitsfragen im ZK der SED
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Gliederung
BArch DY 30 Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
Anfang 1990 übernahmen Mitarbeiter des Zentralen Parteiarchivs der SED (ZPA) das Schriftgut der (80ger Jahre aus der Registratur der Abteilung Sicherheitsfragen. Abgabeverzeichnisse mit Zugangsnummern gab es nicht. Da die Aktenbündel lediglich grob nach Funktionsbereichen der Abteilung bzw. inhaltlichen Gesichtspunkten geordnet waren, ließ sich die Zuordnung zum Aktenplan nur schwer nachvollziehen. Zu den Aufgaben und Befugnissen der Abteilung Sicherheitsfragen des ZK der SED in den 70er und 80er Jahren, die in der Arbeitsordnung, im Arbeitsplan und im Struktur- und Stellenplan des Sekretariats des Zentralkomitees der SED festgelegt waren, gehörten: - die Erarbeitung grundlegender militär-, sicherheits- und friedenspolitischer Beschlüsse und Richtlinien für die Politik des Politbüros des ZK der SED, - die direkte Einflussnahme auf Personalangelegenheiten in der Armee, Polizei, Zollverwaltung, Zivilverteidigung, Gesellschaft für Sport und Technik und im Bereich der Staatssicherheit, die Anleitung und Kontrolle der SED-Parteiorganisationen in den bewaffneten Organen und - die Bearbeitung von Beschwerden und Eingaben von Bürgern an das ZK der SED vor allem zu Fragen des Reise- und Besucherverkehrs und zu den Dienst-, Arbeits- und Lebensbedingungen in den bewaffneten Organen sowie zum Spezialbauwesen. Die Abteilung Sicherheitsfragen gliederte sich bis einschließlich 3. Dezember 1989 in folgende Funktions- und Arbeitsbereiche: Sektor B-Arbeit Sektor Ministerium des Innern Sektor Ministerium für Staatssicherheit Sektor Nationale Volksarmee Redaktion “Der Kämpfer” Wehrpolitische Massenarbeit Verantwortlicher Sekretär für Sicherheitsfragen im Politbüro des ZK der SED war zunächst ab 1953 Walter Ulbricht. Es folgten Erich Honecker (1956-1983), Egon Krenz (1983-1989) und danach kurzzeitig Wolfgang Herger (Nov./Dez.1989). Der Teilbestand "Abteilung Sicherheitsfragen" des ZK der SED” bietet für eine Analyse und kritische Betrachtung der Militär- und Sicherheitspolitik der SED wesentliches und aussagekräftiges Material zur Auswertung an. Trotz vorhandener Lücken in der Überlieferung werden in der Aktengruppe über die “Tätigkeit der Abteilung Sicherheitsfragen” im Wesentlichen die Aufgaben der Abteilung bei der Erarbeitung grundlegender Beschlüsse, Direktiven und Richtlinien zu Fragen der Militär- und Sicherheitspolitik der SED sowie bei der Einflussnahme auf Personalentscheidungen in den bewaffneten Organen der DDR ersichtlich. Hervorzuheben sind hierbei vor allem die archivierten Unterlagen der Führungsstelle des ZK der SED, die ab 1975 von Paul Verner und seit 1984 von Egon Krenz geleitet wurde. Sie beinhalten verbindliche Richtlinien und Festlegungen für die Tätigkeit des Partei-, Staats- und Wirtschaftsapparates im Verteidigungszustand. Als Abteilungsleiter für Sicherheitsfragen war Wolfgang Herger ab 1985 auch Leiter des Stabsorgans der Führungsstelle des ZK der SED. Die Berichte und Mitteilungen zu verschiedenen sicherheitspolitischen Fragen insbesondere zu Ausreiseersuchen von Bürgern aus der DDR, vermitteln einen Einblick über die Art und Weise der Informationsweitergabe der Abteilung an den Sekretär für Sicherheitsfragen Erich Honecker (ab 1983 Egon Krenz). Sie liegen in der Regel urschriftlich vom Sekretär für Sicherheitsfragen abgezeichnet vor. 27 lfm (Fiches) 1949, 1953-1989
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 11:40 MESZ