Autobiografische Kurzgeschichte von Heinz-Joachim Neubauer (*18.10.1943) vor allem über dessen Kindheit und Jugend, aber auch teilweise bis ins junge Erwachsenenalter weitreichend, von 1943 bis 1967/68 mit seinem Lebensmittelpunkt beziehungsweise- wohnort auf der Kaiserburg.
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E 63 Nr. 478
E 63 Projekt "Menschen machen Stadtgeschichte!"
Projekt "Menschen machen Stadtgeschichte!"
1943 - 1968
Heinz-Joachim Neubauer, geboren am 18. Oktober 1943, berichtet, dass er und seine Eltern nach der Evakuierung infolge der Bombenangriffe auf Nürnberg bei einer Schreinerei- und Bauernfamilie im Bibertal gelegenen Dietenhofen Zuflucht gefunden haben. 1945 ist ihm und seinen Eltern eine Erdgeschosswohnung in der Villa der Familie Diehl, deren Unternehmen vor allem in der Rüstungsbranche tätig gewesen ist und es seit Begründung der Bundeswehr wieder ist, in Nürnberg-Ziegelstein zugewiesen worden.
1946 ist Heinz-Joachims Vater, Willy Neubauer, technischer Angestellter des damaligen Landbauamtes Nürnberg für die planerische und technische Leitung des Wiederaufbaus geworden, nachdem ihm diese Stellen informell von einem Vereinskameraden des Nürnberger Hockey- und Tennis-Club (NHTC), dem damaligen Leiter jener Nürnberger Behörde, angeboten worden ist. Sein Baubüro hat sich in einem kleinen Raum des Sekreatriatsgebäudes auf der Kaiserburg befunden. Bevor im September 1949 Familie Neubauer einschließlich Großmutter durch den Beruf des Vaters auf die Kaiserburg gezogen ist, hat sie ihre neue Wohnung im westlichen Obergeschoss der Himmelsstallung einige Male begutachtet, die sich bis zum Einzug noch im Innenausbau befunden hat. Einen Garten, der sich auf dem etwas tiefer gelegenen nördlichen Nebenwerk der Rosenbastei befunden hat, ist ebenfalls von Familie Neubauer gepachtet worden. Neben der Familie Neubauer haben die siebenköpfige Familie Dr. Fritz Häberleins, welcher als Konservator für detaillierte Restaurierungsarbeiten im Palas beschäftigt gewesen ist, im Erdgeschoss, eine Architektenfamilie, dessen Villa in Nürnberg-Erlenstegen zuvor seitens us-amerikanischer Militärregierung enteignet worden, im mittleren Bereich der Himmelsstallung und die Familie eines Konservators des Germanischen Nationalmuseums in einer an die Hasenburg angelehnten Wohnung des Fachwerkgebäudes gewohnt haben. Zusätzlich betont Heinz-Joachim Neubauer, dass zur Zeit des Einzuges die massivsten Bombardierungsschäden auf der Kaiserburg wenigstens äußerlich ausgeglichen worden sind.
Im Allgemeinen ist nach Heinz-Joachim Neubauer aber die Kaiserburg, wobei die Doppelkapelle mit dem Heidenturm, das Sekretaritatsgebäude mit der naheliegenden Scheune, den Sinwellturm, das Burgamtmannsgebäude und die Hasenburg in geringeren Maße, desaströs beschädigt gewesen. Beim Wiederaufbau hat der Hauptfokus auf die Wiederherstellung der Silhouette der Kaiserburg gelegen, wobei grundlegend der Bauschutt beseitigt worden ist, jedoch noch intakte Sandsteinquader aufbewahrt worden sind. Im Gegensatz zum Rittersaal und der romanischen Doppelkapelle, in welchen schon in den 1950er Jahren wieder Führungen stattgefunden haben, hat der Innenausbau des Palas mehr Zeit in Anspruch genommen. Außerdem ist es ab Anfang der 1950er Jahre, nachdem unterhalb der Nordwand des Sekretariatsgebäudes ein hölzernes Podium mit Chorstufen im Hintergrund konstruiert worden ist, wieder möglich gewesen, kulturelle Veranstaltungen, wie beispielsweise Schwänken, also volksnahe Erzählungen beziehungsweise Theaterstücke mit einer Laienspieltruppe, von Hans Sachs oder Burgserenaden mit dem 'Städtischen Philharmonischen Orchester' oder 'Fränkischen Landesorchester', den heutigen 'Nürnberger Symphonikern', innerhalb des so genannten Schwedenhofes am nördlichen Eingang des Burggartens zu organisieren.
Nach seiner Zeit im Kindergarten von St. Sebald wurde Heinz-Joachim Neubauer im September 1950 in der nicht weit entfernten Grundschule am Paniersplatz zusammen mit dem jüngsten Bruder des Schriftstellers Hans Magnus Enzensbergers eingeschult. Das Einzugsbereich hat neben der Sebalder Altstadt auch das Prinzregentenufer bis zum Stadtpark umfasst. Im Zuge der Entnazifizierung der Beamtenschaft hat ein erheblicher Lehrermangel bestanden, weswegen es sehr oft während Heinz-Joachim Neubauers Grundschulzeit Leerstunden gegeben hat. Höhepunkte seiner Grundschulzeit sind zum Beispiel der so genannte "Bretzenbeck" als Pausenverkauf, das Aufsuchen eines von einer älteren Frau namens Buchtler geführten Süßigkeitenladens in der Tetzelgasse nach dem Unterrichtsende oder auch am Wochenende der Besuch des Jugendkinos im Kultursaal der Kaiserstallung gewesen. Letzeres hat er damals dem Blockflöte spielen vorgezogen. Dazu hat Heinz-Joachim Neubauer auch ab 1950 mit dem Schulbeginn den Kindergottesdienst in der Sebalduskirche besucht, nachdem diese für liturgische Zwecke wieder hergerichtet worden ist.
Neben seinen prägenden Grundschulerlebnissen sind während seiner Kindheit auf der Kaiserburg für Heinz-Joachim Neubauer besonders die althergebrachten Arbeitsweisen der Zimmerleute Pietsch und Schletter beeindruckend gewesen, deren hauptsächliches Instrumentarium aus Haubeil, Stemmeisen, Handbohrern wie- sägen bestanden hat. Bei Gelegenheit haben jene beiden Zimmerleute den Kindern auf der Kaiserburg auch hölzerne Schwerter und Schilde angefertigt und geschenkt. An schneereichen Wintertagen ist es für die Kinder auch möglich gewesen, Schlitten auf der Anlage der Kaiserburg zu fahren. Witterungsunabhängig und daher sehr vorteilhaft für die Kinder sind die Versteckspiele auf der Burganlage gewesen. Wenn es nicht zu Stromausfällen an Weihnachten oder Silvester gekommen ist, hat Heinz-Joachim auch gerne mit der elektrischen Eisenbahn gespielt, die sein Vater immer während der Jahreswechsel aufgebaut hat. Auch zum Klettern haben die Kinder (eben wegen der architektonischen und je nach Bauglied unterschiedlich ausgeprägten Beschädigungen) auf der Kaiserburg etliche Möglichkeiten, wie beispielsweise in den Kaiserstallungen oder im Felsensockel des Sinnwellturms, genutzt. Noch dazu ist erwähnenswert, dass die Kinder es genossen haben, dem Fliegen der Fessellfugmodelle von Flugmodellbauern im weiten Graben unterhalb des Eppeleinsprungs zuzuschauen. Des Weiteren erinnert sich Hein-Joachim Neubauer auch an Bombenfunde- und explosionen, wie beispielsweise an eine schwere Detonation mit mehreren Toten in der Maxfeldstraße beim Stadtpark an einem Nachmittag 1953 sowie einige Jahre später an eine erfolgreiche Entschärfung einer Luftmine auf einer Baustelle neben einem neu errichteten Wohnkomplex in der Schildgasse in der Sebalder Altstadt, zurück. Tragische Zwischenfälle auf der Kaiserburg sind ihm jedoch ebenfalls in Erinnerung geblieben, wenn sich Menschen aufgrund psychischer Erkrankungen beziehungsweise Notlagen selbst umgebracht haben.
Am Ende der Grundschulzeit und trotz Schutzimpfung ist Heinz-Joachim Neubauer an Scharlach erkrankt und aufgrund der damit einhergehenden sechswöchigen Quarantäne im Frühsommer 1954 nicht in der Lage gewesen, an der damals obligatorischen Aufnahmeprüfung für das Gymansium teilzunehmen, weswegen er die 5. Klasse noch an der Volksschule besuchen hat müssen. Schließlich ist der Übertritt an das damalige Realgymnasium am Egidienberg, das heutige Willstätter-Gymnasium, 1955 erfolgt, wobei Heinz-Joachim Neubauers A-Klasse mit 42 Schülern in der Oberrealschule an der Löbleinstraße, dem heutigen Hans-Sachs-Gymnasium, einquartiert worden ist und der Unterricht eben wegen Platz- und Lehrerknappheit in seinem ersten Schuljahr erst um 13:10 Uhr begonnen hat. Zum Schuljahresbeginn 1956/57 ist der Umzug in das für damalige Verhältnisse sehr moderne neue Schulgebäude des Realgymnasiums neben dem Lauferschlagturm vonstatten gegangen.
Als die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1956 durch das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in Karlsruhe verboten worden ist, ist es KPD-Anhängern beziehungsweise- Sympathisanten in der Nacht nach dem Verbot gelungen, sich Zutritt auf das Dach der Kaiserburg zu verschaffen, um dort in großen weißen Lettern den Schriftzug "DIE KPD LEBT" in südlicher Ausrichtung aufzuhängen. Ein weiteres politisches Erlebnis für Heinz-Joachim Neubauer ist, nachdem er am Ende des Schuljahres 1959/60 schon den Staatsbesuch des jungen thailändischen Königspaares, Bhumibol Adulyadej (*5.12.1927-13.10.2016) und Sirikit (*12.8.1932), auf einer Klassenfahrt in London miterlebt hat, der Staatsbesuch eben jenes thailändischen Königspaares auf der Nürnberger Kaiserburg gewesen.
Noch bevor die im Erdgeschoss wohnende Familie Häberlein Ende 1956 nach München gezogen und da für die Familie das Wohnverhältnis sehr eng gewesen ist, ist es dem Familienvater gelungen, die frei werdende Erdgeschosswohnung zusätzlich vonseiten der Burgverwaltung zu erwerben. Ein Jahr später hat Willy Neubauer das erste Auto der Familie gekauft, welches im inneren Burghof des Palas abgestellt worden ist. 1967 hat Heinz-Joachim als sein erstes eigenes Auto einen kleinen BMW 700 bekommen, wobei ein Jahr darauf der 1. FC Nürnberg zum letzten Mal deutscher Fußballmeister geworden ist. Anekdotisch berichtet Heinz-Joachim darüber, dass er, da er stets an derselben Stelle wie sein Vater sein Auto geparkt hat, die Freudenrufe aus dem Stadion nach dem Schlusspfiff auch noch auf der Kaiserburg gehört hat.
1946 ist Heinz-Joachims Vater, Willy Neubauer, technischer Angestellter des damaligen Landbauamtes Nürnberg für die planerische und technische Leitung des Wiederaufbaus geworden, nachdem ihm diese Stellen informell von einem Vereinskameraden des Nürnberger Hockey- und Tennis-Club (NHTC), dem damaligen Leiter jener Nürnberger Behörde, angeboten worden ist. Sein Baubüro hat sich in einem kleinen Raum des Sekreatriatsgebäudes auf der Kaiserburg befunden. Bevor im September 1949 Familie Neubauer einschließlich Großmutter durch den Beruf des Vaters auf die Kaiserburg gezogen ist, hat sie ihre neue Wohnung im westlichen Obergeschoss der Himmelsstallung einige Male begutachtet, die sich bis zum Einzug noch im Innenausbau befunden hat. Einen Garten, der sich auf dem etwas tiefer gelegenen nördlichen Nebenwerk der Rosenbastei befunden hat, ist ebenfalls von Familie Neubauer gepachtet worden. Neben der Familie Neubauer haben die siebenköpfige Familie Dr. Fritz Häberleins, welcher als Konservator für detaillierte Restaurierungsarbeiten im Palas beschäftigt gewesen ist, im Erdgeschoss, eine Architektenfamilie, dessen Villa in Nürnberg-Erlenstegen zuvor seitens us-amerikanischer Militärregierung enteignet worden, im mittleren Bereich der Himmelsstallung und die Familie eines Konservators des Germanischen Nationalmuseums in einer an die Hasenburg angelehnten Wohnung des Fachwerkgebäudes gewohnt haben. Zusätzlich betont Heinz-Joachim Neubauer, dass zur Zeit des Einzuges die massivsten Bombardierungsschäden auf der Kaiserburg wenigstens äußerlich ausgeglichen worden sind.
Im Allgemeinen ist nach Heinz-Joachim Neubauer aber die Kaiserburg, wobei die Doppelkapelle mit dem Heidenturm, das Sekretaritatsgebäude mit der naheliegenden Scheune, den Sinwellturm, das Burgamtmannsgebäude und die Hasenburg in geringeren Maße, desaströs beschädigt gewesen. Beim Wiederaufbau hat der Hauptfokus auf die Wiederherstellung der Silhouette der Kaiserburg gelegen, wobei grundlegend der Bauschutt beseitigt worden ist, jedoch noch intakte Sandsteinquader aufbewahrt worden sind. Im Gegensatz zum Rittersaal und der romanischen Doppelkapelle, in welchen schon in den 1950er Jahren wieder Führungen stattgefunden haben, hat der Innenausbau des Palas mehr Zeit in Anspruch genommen. Außerdem ist es ab Anfang der 1950er Jahre, nachdem unterhalb der Nordwand des Sekretariatsgebäudes ein hölzernes Podium mit Chorstufen im Hintergrund konstruiert worden ist, wieder möglich gewesen, kulturelle Veranstaltungen, wie beispielsweise Schwänken, also volksnahe Erzählungen beziehungsweise Theaterstücke mit einer Laienspieltruppe, von Hans Sachs oder Burgserenaden mit dem 'Städtischen Philharmonischen Orchester' oder 'Fränkischen Landesorchester', den heutigen 'Nürnberger Symphonikern', innerhalb des so genannten Schwedenhofes am nördlichen Eingang des Burggartens zu organisieren.
Nach seiner Zeit im Kindergarten von St. Sebald wurde Heinz-Joachim Neubauer im September 1950 in der nicht weit entfernten Grundschule am Paniersplatz zusammen mit dem jüngsten Bruder des Schriftstellers Hans Magnus Enzensbergers eingeschult. Das Einzugsbereich hat neben der Sebalder Altstadt auch das Prinzregentenufer bis zum Stadtpark umfasst. Im Zuge der Entnazifizierung der Beamtenschaft hat ein erheblicher Lehrermangel bestanden, weswegen es sehr oft während Heinz-Joachim Neubauers Grundschulzeit Leerstunden gegeben hat. Höhepunkte seiner Grundschulzeit sind zum Beispiel der so genannte "Bretzenbeck" als Pausenverkauf, das Aufsuchen eines von einer älteren Frau namens Buchtler geführten Süßigkeitenladens in der Tetzelgasse nach dem Unterrichtsende oder auch am Wochenende der Besuch des Jugendkinos im Kultursaal der Kaiserstallung gewesen. Letzeres hat er damals dem Blockflöte spielen vorgezogen. Dazu hat Heinz-Joachim Neubauer auch ab 1950 mit dem Schulbeginn den Kindergottesdienst in der Sebalduskirche besucht, nachdem diese für liturgische Zwecke wieder hergerichtet worden ist.
Neben seinen prägenden Grundschulerlebnissen sind während seiner Kindheit auf der Kaiserburg für Heinz-Joachim Neubauer besonders die althergebrachten Arbeitsweisen der Zimmerleute Pietsch und Schletter beeindruckend gewesen, deren hauptsächliches Instrumentarium aus Haubeil, Stemmeisen, Handbohrern wie- sägen bestanden hat. Bei Gelegenheit haben jene beiden Zimmerleute den Kindern auf der Kaiserburg auch hölzerne Schwerter und Schilde angefertigt und geschenkt. An schneereichen Wintertagen ist es für die Kinder auch möglich gewesen, Schlitten auf der Anlage der Kaiserburg zu fahren. Witterungsunabhängig und daher sehr vorteilhaft für die Kinder sind die Versteckspiele auf der Burganlage gewesen. Wenn es nicht zu Stromausfällen an Weihnachten oder Silvester gekommen ist, hat Heinz-Joachim auch gerne mit der elektrischen Eisenbahn gespielt, die sein Vater immer während der Jahreswechsel aufgebaut hat. Auch zum Klettern haben die Kinder (eben wegen der architektonischen und je nach Bauglied unterschiedlich ausgeprägten Beschädigungen) auf der Kaiserburg etliche Möglichkeiten, wie beispielsweise in den Kaiserstallungen oder im Felsensockel des Sinnwellturms, genutzt. Noch dazu ist erwähnenswert, dass die Kinder es genossen haben, dem Fliegen der Fessellfugmodelle von Flugmodellbauern im weiten Graben unterhalb des Eppeleinsprungs zuzuschauen. Des Weiteren erinnert sich Hein-Joachim Neubauer auch an Bombenfunde- und explosionen, wie beispielsweise an eine schwere Detonation mit mehreren Toten in der Maxfeldstraße beim Stadtpark an einem Nachmittag 1953 sowie einige Jahre später an eine erfolgreiche Entschärfung einer Luftmine auf einer Baustelle neben einem neu errichteten Wohnkomplex in der Schildgasse in der Sebalder Altstadt, zurück. Tragische Zwischenfälle auf der Kaiserburg sind ihm jedoch ebenfalls in Erinnerung geblieben, wenn sich Menschen aufgrund psychischer Erkrankungen beziehungsweise Notlagen selbst umgebracht haben.
Am Ende der Grundschulzeit und trotz Schutzimpfung ist Heinz-Joachim Neubauer an Scharlach erkrankt und aufgrund der damit einhergehenden sechswöchigen Quarantäne im Frühsommer 1954 nicht in der Lage gewesen, an der damals obligatorischen Aufnahmeprüfung für das Gymansium teilzunehmen, weswegen er die 5. Klasse noch an der Volksschule besuchen hat müssen. Schließlich ist der Übertritt an das damalige Realgymnasium am Egidienberg, das heutige Willstätter-Gymnasium, 1955 erfolgt, wobei Heinz-Joachim Neubauers A-Klasse mit 42 Schülern in der Oberrealschule an der Löbleinstraße, dem heutigen Hans-Sachs-Gymnasium, einquartiert worden ist und der Unterricht eben wegen Platz- und Lehrerknappheit in seinem ersten Schuljahr erst um 13:10 Uhr begonnen hat. Zum Schuljahresbeginn 1956/57 ist der Umzug in das für damalige Verhältnisse sehr moderne neue Schulgebäude des Realgymnasiums neben dem Lauferschlagturm vonstatten gegangen.
Als die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1956 durch das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in Karlsruhe verboten worden ist, ist es KPD-Anhängern beziehungsweise- Sympathisanten in der Nacht nach dem Verbot gelungen, sich Zutritt auf das Dach der Kaiserburg zu verschaffen, um dort in großen weißen Lettern den Schriftzug "DIE KPD LEBT" in südlicher Ausrichtung aufzuhängen. Ein weiteres politisches Erlebnis für Heinz-Joachim Neubauer ist, nachdem er am Ende des Schuljahres 1959/60 schon den Staatsbesuch des jungen thailändischen Königspaares, Bhumibol Adulyadej (*5.12.1927-13.10.2016) und Sirikit (*12.8.1932), auf einer Klassenfahrt in London miterlebt hat, der Staatsbesuch eben jenes thailändischen Königspaares auf der Nürnberger Kaiserburg gewesen.
Noch bevor die im Erdgeschoss wohnende Familie Häberlein Ende 1956 nach München gezogen und da für die Familie das Wohnverhältnis sehr eng gewesen ist, ist es dem Familienvater gelungen, die frei werdende Erdgeschosswohnung zusätzlich vonseiten der Burgverwaltung zu erwerben. Ein Jahr später hat Willy Neubauer das erste Auto der Familie gekauft, welches im inneren Burghof des Palas abgestellt worden ist. 1967 hat Heinz-Joachim als sein erstes eigenes Auto einen kleinen BMW 700 bekommen, wobei ein Jahr darauf der 1. FC Nürnberg zum letzten Mal deutscher Fußballmeister geworden ist. Anekdotisch berichtet Heinz-Joachim darüber, dass er, da er stets an derselben Stelle wie sein Vater sein Auto geparkt hat, die Freudenrufe aus dem Stadion nach dem Schlusspfiff auch noch auf der Kaiserburg gehört hat.
Umfang/Beschreibung: Elf DIN A4 Seiten. Seiten jeweils: 21,1 x 29,6 cm.
Archivale
Indexbegriff Person: Adulyadej, Bhumibol
Indexbegriff Person: Enzensberger, Hans Magnus
Indexbegriff Person: Häberlein, Fritz Dr.
Indexbegriff Person: Neubauer, Familie Diehl
Indexbegriff Person: Neubauer, Heinz-Joachim
Indexbegriff Person: Sachs, Hans
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Einzeldokumente
Indexbegriff Person: Enzensberger, Hans Magnus
Indexbegriff Person: Häberlein, Fritz Dr.
Indexbegriff Person: Neubauer, Familie Diehl
Indexbegriff Person: Neubauer, Heinz-Joachim
Indexbegriff Person: Sachs, Hans
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Einzeldokumente
Burgamtmannsgebäude
Burgamtmannswohnung
Burggarten
Dietenhofen
Doppelkapelle
Erlenstegen
Germanisches Nationalmuseum
Hans-Sachs-Gymnasium, Löbleinstr. 10
Hasenburg
Heidenturm
Himmelsstallung
Kaiserburg
Oberrealschule an der Löbleinstraße
Palas
Paniersplatz
Realgymnasium am Eg
Realgymnasium Nürnberg / Aula, Egidienberg
Rittersaal in der Kaiserburg
Rosenbastei
Schwedenhof
Sebalduskirche
Sekretariatsgebäude
Sinwellturm
St. Sebald
Stadtpark
Tetzelgasse
Willstätter-Gymnasium, Innerer Laufer Platz 11
Ziegelstein
Zweiter Weltkrieg
Zusammenbruchsgesellschaft
Bombenangriff
Nachkriegszeit
Rüstungsindustrie
Rüstungsunternehmen Diehl
Schreinerei
Bauer
Diehl, Firma
Landbauamt
NHTC
Nürnberger Hockey- und Tennisclub e.V.
Konservator
Militärregierung, amerikanische
US-Army
Schwank (Schauspiel)
Burgserenade
Fränkisches Landesorchester
Entnazifizierung
Handwerk
Scharlach, Quarantäne
Gymnasium
Grundschule
Kommunistische Partei Deutschlands
KPD
Bundesverfassungsgericht
BVerfG
Grundschulerlebnisse
Kindheitserinnerungen
Klassenfahrt
Kindergottesdienst
1. FC Nürnberg
1. FCN
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.06.2025, 1:02 PM CEST