Katharina Gräfin zu Hohenzollern, geb. Freiin zu Welsperg und Primör, Witwe des Grafen Christoph zu Hohen., Sigmaringen und Veringen, Herrn zu Haigerloch und Wehrstein, des hl. römischen Reiches Erbkämmerers, römischer Majestät Rats etc., bekundet: Da die untere Pfarrkirche zu Haigerloch wegen des Hochwassers ungesund und gefährdet ist, hat aus christlichem Eifer, zum Lob und zur Ehre Gottes, der allerheiligsten Dreifaltigkeit, der seligsten Gottesmutter Maria und des hl. Märtyrers Sigismund, zum Beistand Gottes, besonders in der Todesstunde, zur Erlosung aller, besonders der zollerischen und welspergischen Stammes mit anderen ihrer hinterlassenen Söhne, Töchter und Nächstbefreundeten abgestorbenen Seelen, zum Nutzen und zur Wohlfahrt aller zollerischen Stammes und zu Haigerloch wohnenden christlichen Oberkeit und Untertanen ihr Gemahl zwischen Stadt und Schloß am selben Berg größtenteils aus der vormundschaftlichen Kasse und Rentkammer den Bau einer neuen Pfarrkirche mit allerlei von vielen wohlgerühmten Altären begonnen; zu ihrer Erhaltung vermacht sie der neuen Schloßkirche, ihrer Fabrik und den von geistlicher und weltlicher Obrigkeit verordneten Pflegern sowohl aus eigener als auch aus der ihr von der kaiserlichen Kammer zu Speyer übertragenen vormundschaftlichen Gewalt in Form eines Testaments ihre eigenen, laut Kaufbrief von 1601 März 13 (dessen Anfang und Ende mitgeteilt werden) von Adam Ostertag von Grosselfingen gekauften, um Haigerloch liegenden Güter, die den städtischen Beschwerungen unterworfen sind, da sie von Untertanen gekauft sind, und deren Wert auf 50 Gulden veranschlagt wird. Ferner vermacht sie den Hof zu Gruol, genannt der Weißlernen Gut, den jetzt Franz Hoheneckh und Bastian Feistel innehaben: davon gehen alljährlich an Martini [November 11] als Zins an die Fabrikpfleger 2 Pfund 2 Schilling 3 Heller, 10 Malter Vesen Haigerlocher Meß, 5 Malter 4 Viertel Hafer - dies alles jährlich auf mindestens 40 Gulden veranschlagt. Diese Güter - auch "Freihof" genannt - sind der Herrschaft gegenüber fronfrei. Dazu stiftet die Gräfin aus der herrschaftlichen Rentkammer 8 Gulden für einen Jahrtag mit allen 6 Priestern für alle zollerischen Stammes und trifft Bestimmungen über die Verteilung des Geldes. Die Herrschaft verspricht ferner von den 100 Gulden Hauptgut, die sie von Andres Fux eingenommen hat, der Kirche den jährlichen Zins von 13 Gulden aus der Rentkammer zu geben. 140 Gulden aus Trillfingen sollen mit jährlich 7 Gulden zu Gunsten der Fabrik verzinst werden. Die Gräfin verspricht, für alles, was der Fabrik noch ermangelt, aufzukommen. Von der Dotation sollen der Bau und andere Notwendigkeiten bestritten werden. Die Gräfin erläßt außerdem noch folgende Bestimmungen: Als Prokuratoren der Fabrik sollen taugliche Leute aus den Beamten und der Priesterschaft verordnet und vereidigt werden, deren Aufgaben festgelegt werden. Wenn das Kapital abgelöst wird, soll es anderweitig angelegt werden. Ein entstandener Überschuß soll für fromme Zwecke, besonders für das Studium armer Schüler, verwendet werden. Der Leichnam ihres Gemahls soll aus der unteren in die neue Pfarrkirch überführt und mit ihrem eigenen Leichnam in einer Gruft (Gewölbe) im Chor beim Hochaltar beigesetzt werden. Alljährlich am 21. April (1592, dem Todestag ihres Gemahls) soll ein Jahrtag mit 12 hiesigen und aus der Herrschaft dazu gerufenen Priestern begangen werden. Es folgen Bestimmungen über die von den Fabrikpflegern auszuzahlenden Beträge. Wenn die Religion geändert und die Stiftung keine Wirkung mehr haben sollte, sollen die bei der wahren, reinen, katholischen alleinseligmachenden Religion verharrdenden Grafen zu Hohenzollern jederzeit die Macht haben, alle vorgenannten Güter wieder an sich zu ziehen und für den gleichen Gottesdienst [an anderer Stelle] zu verwenden. Alles Bau und Fundation Betreffende ist mit Wissen des Bischofs Jakob von Konstanz so eingerichtet worden, daß jeder Ort, wo vorher in 14 Tagen ein Gottesdienst war, jetzt alle Sonn - und Feiertage alle zur Erlangung des Seelenheiles notwendigen Gottendienste, Verwaltung der Sakramente, Kinderlehre, Predigt und Frühmesse haben soll. Dazu sollen täglich in der neuen Pfarrkirche Amt und Vesper gehalten werden. Die Güter der vor mehr als 50 Jahren eingegangenen Klause sollen für die Frühmesse verwendet werden. Es sollen ständig 6 Priester in der Stadt sein. Der Pfarrer soll Trillfingen durch einen Helfer versehen lassen, Frühmesser und Nachprediger haben. Nach Weildorf und Bittelbronn kommt ein besonderer Priester