Provinzialkriegsarchiv (Bestand)
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XX. HA, Rep. 235
Tektonik >> TERRITORIALÜBERLIEFERUNGEN, PROVINZIAL- UND LOKALBEHÖRDEN >> Preußenland / Ostpreußen >> Ostpreußische halb- oder nichtstaatliche Provenienzen >> Erster Weltkrieg, NSDAP
Laufzeit: 1914 - 1918
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Vorbemerkung
Behördengeschichte
Im Januar 1915, während der Besetzung großer Teile Ostpreußens durch die russische Armee, wandte sich der Oberpräsident von Batocki an die ostpreußischen Flüchtlinge mit der Bitte um Erlebnisberichte. Zahlreiche Berichte - meist an den Aufenthaltsorten vor Pfarrern oder anderen Behörden zu Protokoll gegeben - wurden eingesandt. Eine Auswahl wurde in den von Albert Brackmann herausgegebenen "Ostpreußischen Kriegsheften" veröffentlicht.
Am 28. September 1915 trat unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten in Königsberg eine "Provinzialkommission für die ostpreußische Kriegsgeschichte" zusammen, die die Quellengrundlage für eine spätere Kriegsgeschichtsschreibung bereiten wollte. Um eine gewisse Einheitlichkeit und Übersichtlichkeit der Berichte zu schaffen, entwickelte sie ein Schema, nach dem noch aus der frischen Erinnerung heraus die Kriegserlebnisse in den Orten und Kirchspielen - meist von Lehrern oder Pfarrern - in einheitliche Hauptpunkte gegliedert, niedergeschrieben wurden. Diese "Kriegschroniken" wurden von Kirchspielausschüssen gesichtet und der Provinzialkommission ab 1916 zugeschickt. Nach deren Auflösung gegen Kriegsende kam das gesamte Material schließlich als Provinzialkriegsarchiv (PKA) an das Staatsarchiv Königsberg. Das PKA enthielt außerdem die vom Oberpräsidenten veranlassten Kriegsberichte der Behörden in der Provinz sowie Material über die Verschleppung nach Russland.
Bestandsgeschichte
Der im vorliegenden Findbuch verzeichnete Bestand ist nur ein geringer Rest des ursprünglichen Provinzialkriegsarchivs in Königsberg. Lediglich die Niederschriften aus dem Kreis Johannisburg sowie einige Abschriften aus dem Kreis Insterburg sind nach der Auslagerung während des Zweiten Weltkrieges in das Staatliche Archivlager Göttingen gelangt.
Das Insterburger Material war, nachdem es 1917 an die Kreisschulinspektion ausgeliehen worden war, bereits um 1930 nicht mehr auffindbar, so dass schon damals für diesen Kreis nur eine Mappe mit einigen Abschriften vorlag, die der Regierungspräsident von Gumbinnen nachträglich der Provinzialkommission übergeben hatte. Diese enthält nur Chroniken aus den Kirchspielen Didlacken, Grünheide und Jodlauken sowie einen Zeitungsbericht, jedoch keine Fluchtberichte.
Für den Kreis Johannisburg bilden die Orts-, Schul- und Kirchspielkriegschroniken den Hauptteil, der durch die Fluchtberichte aus dem Jahr 1915 ergänzt wird. Das Material ist nach Kirchspielen sortiert und in Mappen geordnet. Innerhalb der Mappen ist im allgemeinen die alphabetische Reihenfolge der Schulbezirke eingehalten.
Vorhanden sind aus dem Kreis Johannisburg Mappen für die Kirchspiele Adlig Kessel, Alt-Utka, Arys, Baitkowen, Bialla, Drygallen, Eckersberg, Gehsen, Gr.-Rosinsko, Johannisburg, Johanisburg Stadt, Kumilsko, Skarzinnen, Turoscheln, Weissuhnen.
Die vorliegenden Stücke haben einen Gesamtumfang von 0,2 lfm und sind in den 1950er Jahren von dem damaligen Archivinspektor Herbert Budde verzeichnet worden. Hierbei wurden jede Chronik und jeder Erlebnisbericht einzeln verzeichnet in der Hoffnung, die Benutzung so zu vereinfachen. Eine Überarbeitung der Verzeichnung mit minimalen Änderungen im Wortlaut und einem neuen Vorwort erfolgte 1974.
Bei der Retrokonversion der analogen Findbücher in die Archivdatenbank 2021 wurde die Einzelverzeichnung rückgängig gemacht, da die Kirchspielmappen damals tatsächlich physisch nicht aufgeteilt wurden und die Berichte und Chroniken für die Archivnutzenden nicht einzeln bestellbar sind. Sie sind jedoch in den Enthältvermerken aufgeführt und dadurch über die Datenbanksuche leicht aufzufinden.
[Unter Verwendung des Vorworts von Budde 1955 und eines Vorworts von 1974 ohne Verfasserangabe]
Literatur
- BRACKMANN, A. (Hrsg.), 1915-1917. Ostpreußische Kriegshefte: Auf Grund amtlicher und privater Berichte. Heft 1-5. Berlin: S. Fischer.
- GAUSE, F., 1930. Die Quellen zur Geschichte des Russeneinfalls in Ostpreußen im Jahre 1914. In: Altpreußische Forschungen. 7 (1930), S. 82 ff.
- GAUSE, F., 1931. Die Russen in Ostpreußen 1914/15. Königsberg: Gräfe und Unzer.
- FORSTREUTER, K., 1955. Das Preußische Staatsarchiv in Königsberg: Ein geschichtlicher Rückblick mit einer Übersicht über seine Bestände. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Veröffentlichungen der niedersächsischen Archivverwaltung. Heft 3.
Formalangaben
Letzte vergebene Nummer*: 216 - 219
(* bei Signierung nach nc)
Umfang (in laufenden Metern): 0,2 lfm (16 VE)
Gesamtlaufzeit des Bestandes: 1914 - 1918
Lagerungsort : Magazin Dahlem
Die Akten sind auf rosa oder weißen Leihscheinen wie folgt zu bestellen:
XX. HA, Rep. 235, Kreis ## Nr. ##
Zitierweise:
GStA PK, XX. HA, Rep. 235 Provinzialkriegsarchiv, Kreis ## Nr. ##
Berlin, 2. Juni 2022
Janina Kunze,
Abteilung II
Zitierweise: GStA PK, XX. HA, Rep. 235
Vorbemerkung
Behördengeschichte
Im Januar 1915, während der Besetzung großer Teile Ostpreußens durch die russische Armee, wandte sich der Oberpräsident von Batocki an die ostpreußischen Flüchtlinge mit der Bitte um Erlebnisberichte. Zahlreiche Berichte - meist an den Aufenthaltsorten vor Pfarrern oder anderen Behörden zu Protokoll gegeben - wurden eingesandt. Eine Auswahl wurde in den von Albert Brackmann herausgegebenen "Ostpreußischen Kriegsheften" veröffentlicht.
Am 28. September 1915 trat unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten in Königsberg eine "Provinzialkommission für die ostpreußische Kriegsgeschichte" zusammen, die die Quellengrundlage für eine spätere Kriegsgeschichtsschreibung bereiten wollte. Um eine gewisse Einheitlichkeit und Übersichtlichkeit der Berichte zu schaffen, entwickelte sie ein Schema, nach dem noch aus der frischen Erinnerung heraus die Kriegserlebnisse in den Orten und Kirchspielen - meist von Lehrern oder Pfarrern - in einheitliche Hauptpunkte gegliedert, niedergeschrieben wurden. Diese "Kriegschroniken" wurden von Kirchspielausschüssen gesichtet und der Provinzialkommission ab 1916 zugeschickt. Nach deren Auflösung gegen Kriegsende kam das gesamte Material schließlich als Provinzialkriegsarchiv (PKA) an das Staatsarchiv Königsberg. Das PKA enthielt außerdem die vom Oberpräsidenten veranlassten Kriegsberichte der Behörden in der Provinz sowie Material über die Verschleppung nach Russland.
Bestandsgeschichte
Der im vorliegenden Findbuch verzeichnete Bestand ist nur ein geringer Rest des ursprünglichen Provinzialkriegsarchivs in Königsberg. Lediglich die Niederschriften aus dem Kreis Johannisburg sowie einige Abschriften aus dem Kreis Insterburg sind nach der Auslagerung während des Zweiten Weltkrieges in das Staatliche Archivlager Göttingen gelangt.
Das Insterburger Material war, nachdem es 1917 an die Kreisschulinspektion ausgeliehen worden war, bereits um 1930 nicht mehr auffindbar, so dass schon damals für diesen Kreis nur eine Mappe mit einigen Abschriften vorlag, die der Regierungspräsident von Gumbinnen nachträglich der Provinzialkommission übergeben hatte. Diese enthält nur Chroniken aus den Kirchspielen Didlacken, Grünheide und Jodlauken sowie einen Zeitungsbericht, jedoch keine Fluchtberichte.
Für den Kreis Johannisburg bilden die Orts-, Schul- und Kirchspielkriegschroniken den Hauptteil, der durch die Fluchtberichte aus dem Jahr 1915 ergänzt wird. Das Material ist nach Kirchspielen sortiert und in Mappen geordnet. Innerhalb der Mappen ist im allgemeinen die alphabetische Reihenfolge der Schulbezirke eingehalten.
Vorhanden sind aus dem Kreis Johannisburg Mappen für die Kirchspiele Adlig Kessel, Alt-Utka, Arys, Baitkowen, Bialla, Drygallen, Eckersberg, Gehsen, Gr.-Rosinsko, Johannisburg, Johanisburg Stadt, Kumilsko, Skarzinnen, Turoscheln, Weissuhnen.
Die vorliegenden Stücke haben einen Gesamtumfang von 0,2 lfm und sind in den 1950er Jahren von dem damaligen Archivinspektor Herbert Budde verzeichnet worden. Hierbei wurden jede Chronik und jeder Erlebnisbericht einzeln verzeichnet in der Hoffnung, die Benutzung so zu vereinfachen. Eine Überarbeitung der Verzeichnung mit minimalen Änderungen im Wortlaut und einem neuen Vorwort erfolgte 1974.
Bei der Retrokonversion der analogen Findbücher in die Archivdatenbank 2021 wurde die Einzelverzeichnung rückgängig gemacht, da die Kirchspielmappen damals tatsächlich physisch nicht aufgeteilt wurden und die Berichte und Chroniken für die Archivnutzenden nicht einzeln bestellbar sind. Sie sind jedoch in den Enthältvermerken aufgeführt und dadurch über die Datenbanksuche leicht aufzufinden.
[Unter Verwendung des Vorworts von Budde 1955 und eines Vorworts von 1974 ohne Verfasserangabe]
Literatur
- BRACKMANN, A. (Hrsg.), 1915-1917. Ostpreußische Kriegshefte: Auf Grund amtlicher und privater Berichte. Heft 1-5. Berlin: S. Fischer.
- GAUSE, F., 1930. Die Quellen zur Geschichte des Russeneinfalls in Ostpreußen im Jahre 1914. In: Altpreußische Forschungen. 7 (1930), S. 82 ff.
- GAUSE, F., 1931. Die Russen in Ostpreußen 1914/15. Königsberg: Gräfe und Unzer.
- FORSTREUTER, K., 1955. Das Preußische Staatsarchiv in Königsberg: Ein geschichtlicher Rückblick mit einer Übersicht über seine Bestände. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Veröffentlichungen der niedersächsischen Archivverwaltung. Heft 3.
Formalangaben
Letzte vergebene Nummer*: 216 - 219
(* bei Signierung nach nc)
Umfang (in laufenden Metern): 0,2 lfm (16 VE)
Gesamtlaufzeit des Bestandes: 1914 - 1918
Lagerungsort : Magazin Dahlem
Die Akten sind auf rosa oder weißen Leihscheinen wie folgt zu bestellen:
XX. HA, Rep. 235, Kreis ## Nr. ##
Zitierweise:
GStA PK, XX. HA, Rep. 235 Provinzialkriegsarchiv, Kreis ## Nr. ##
Berlin, 2. Juni 2022
Janina Kunze,
Abteilung II
Zitierweise: GStA PK, XX. HA, Rep. 235
Umfang: 0,2 lfm (16 VE); 0,2 lfm (16 VE)
Bestand
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
19.08.2025, 12:19 MESZ