Lyßbeth von Kyndeswyler, Vögtin zu Lontzen, bekundet für Pontz, Vogt zu Lontzen, ihren Ehemann, daß Pontz, sie und ihre Knechte sich gegen König Maximilian und dessen Sohn Philipp, beide Erzherzöge von Österreich und Burgund, vergangen haben und Johann Graf zu Nassau und Diez, Burggraf zu Limburg, Amtshaberm gegen sie vorgegangen und daß sie Hermann Erzbischof von Köln und Wilhelm Herzog von Jülich und Berg angesprochen haben und daß Graf Johann von Nassau auf Bitte von Diederich von Gulpen, Johan Krummel von Eyneten, genannt von der Raben, Dreys von Glumont, Reynart Herr zu der Nuwerburg und Symon Bertorff, ihrer Schwäger, Magen und guten Freunde zugelassen hat, daß Schloß und Haus Lontzen auf 3 Monate Diederich von Gulpen, für Nassau, und Reynhart von der Nuwerburg, für die Aussteller eingeräumt wird. Pontz soll inzwischen bei König Maximilian, Herzog Philips oder bei Herzog Albrecht von Sachsen (Saessen), Generalstatthalter, einen Tag mit Köln, Jülich-Berg und Nassau, als Burggraf von Limburg, erlangen, sich zu rechtfertigen. Falls Pontz dem Spruch dieses Tages nicht nachkomme, soll Nassau, als Burggraf von Limburg, nach 3 Monaten Schloß und Haus Lontzen für König Maximilian und Herzog Philipp übergeben werden, vorbehaltlich der alten Freiheit und Rechte des Erzbischofs von Köln als Propst der Liebfrauenkirche von Aachen. Der Ehemann der Aussteller und ihre Knechte, die sie im Schloß Lontzen hatten, sind auf Bitte zu Gnaden angenommen worden, gegen Urfehde, nie mehr ins Herzogtum Limburg zu kommen, es sei denn mit Willen eines Herzogs oder eines Burggrafen von Limburg.