Die Schöffen von Xanten bekunden, dass vor ihnen Heinrich von Rheinberg (a Berca) und Heinrich Duffhuis, beide Testamentsexekutoren des Gottfried Stratiander, Vikars von St. Andreas, bekannt haben, dass + Heinrich Berendonck, Pastor zu Appeldorn (Apeldornen) zum Unterhalt bedürftiger katholischer Xantener Bürgerskinder, die in Köln oder an katholischen Schulen studieren, 100 Taler Kapital in seinem Testament vermacht hat. Seine Testamentsexekutoren, der vorgenannte Stratiander und Viktor Duffhuis, der Vater des vorgenannten Heinrich Duffhuis, haben dieses Kapital bei der Stadt Xanten angelegt. Diese zahlte dafür bis heute 6 Taler Jahrrente auf Michaelistag [29. September]. Da beide nun tot sind und jenes Vermächtnis auch in künftigen Zeiten gesichert sein soll, haben die Exekutoren Stratianders die 6 Taler Jahrrente zugunsten jener Bürgerskinder dem Johann Kerßwich als ältestem Priesterkanoniker und Provisor der Elemosinarie des Kapitels [der Xantener Kirche] und seinen Nachfolgern übertragen. Der Provisor soll also jährlich einem oder zwei bedürftigen katholischen Studenten aus Xanten die 6 Taler, die vom Rentmeister der Stadt zu empfangen sind, anweisen. Die Exekutoren haben sich vorbehalten, für den Fall, dass der Provisor Johann stirbt und sein Amt nicht mehr recht ausgeübt wird, einen oder zwei der ältesten Priester zu bestimmen, die die Rente vergeben sollen. Falls das Kapital abgelegt wird, soll es wiederum zum gleichen Zweck angelegt werden, doch soll dem Heinrich Duffhuis die Vergabe der Rente vorbehalten bleiben, solange er lebt. - Ankündigung des Schöffentumssiegels. Gegeven 1624 den 16 Novembris.