Zuckerfabrik Alsleben (Bestand)
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I 597 (Benutzungsort: Merseburg)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 07. Wirtschaft (mit Bergbehörden bis 1990 und Bankwesen) >> 07.10. Nahrungs- und Genussmittelindustrie
1855 - 1991
Hinweis: Der Bestand enthält Archivgut, das personenbezogenen Schutzfristen gemäß § 10 Abs. 3 Satz 2 ArchG LSA unterliegt und bis zu deren Ablauf nur im Wege einer Schutzfristenverkürzung gemäß § 10 Abs. 4 Satz 2 ArchG LSA oder eines Informationszuganges gemäß § 10 Abs. 4a ArchG LSA zugänglich ist.
Findhilfsmittel: Findbuch 2018 (online recherchierbar)
Registraturbildner: Eine Gruppe Gutsbesitzer, Fabrikanten, Kaufleute und Schiffseigner aus Alsleben, Plötzkau, Großwirschleben und Schackstedt fand sich 1850 zusammen, um den Bau einer Aktienzuckerfabrik zu initiieren, die jedoch nur kurze Zeit existierte.
Am 24. Dezember 1855 erfolgte die Neugründung einer Handelsgesellschaft mit dem Ziel, eine Zuckerfabrik in Alsleben zu etablieren. Diese Handelsgesellschaft organisierte und überwachte neben der Saatgutbereitstellung, Rübenverarbeitung und Rohzuckererzeugung auch den Zuckerverkauf. Im Juli 1865 entstand daraus die offene Handelsgesellschaft (OHG) zur Zuckerfabrikation aus Runkelrüben. Aus dieser Gesellschaft ging 1895 die Zuckerfabrik Alsleben GmbH hervor, die bis 1945 bestand.
Ursprünglich erzeugte die Fabrik Rohzucker für Zuckerraffinerien, produzierte aber bereits 1901 Weißzucker für den Export. 1925 wurde die Weißzuckerfabrikation jedoch zugunsten anderer Zuckerfabriken wieder eingestellt. Danach lieferte die Zuckerfabrik Alsleben nur noch Rohzucker an Zuckerraffinerien (u. a. Halle (Saale), Rositz, Staßfurt), an denen sie Aktienanteile erworben hatte.
Im April 1945 besetzten zunächst alliierte Truppen das Gebiet um Alsleben. Im Juli desselben Jahres übernahm die Sowjetische Militäradministration (SMAD) die weitere Verwaltung. Durch die SMAD erhielt der Verein der deutschen Zuckerindustrie im August 1945 den Auftrag, die Leitung aller Zuckerfabriken in ihrem Bereich zu übernehmen. Bereits einen Monat später erfolgte die Auflösung des Aufsichtsrats der Zuckerfabrik Alsleben.
Aufgrund der Verordnung der Provinz Sachsen vom 30. Juli 1946 wurde die Fabrik unter Sequester gestellt, enteignet und durch Beschluss der Provinzialregierung 1946 als VEB Zuckerfabrik Alsleben in Volkseigentum übergeben. Der wirtschaftlich selbständige VEB gehörte ab 1948 zur VVB Zucker- und Stärkeindustrie der DDR.
Am 1. Januar 1965 ging die Fabrik mit sechs anderen Zuckerfabriken im VEB Zuckerfabrik „Saale“ Bernburg auf und gehörte von 1986 bis 1990 als Kombinatsbetrieb zum VEB Zuckerfabrik Elsnigk im VE Kombinat Zucker.
Nach 1991 erwarb die Pfeifer & Langen KG durch ihre Tochtergesellschaft Diamant-Zucker KG Anteile an ostdeutschen Zuckerfabriken, u. a. auch an der in Alsleben. Durch Modernisierung und Ausbau des hauptsächlichen Produktionsstandortes in Könnern wurde die unrentabel gewordene Fabrik in Alsleben noch vor 1994 geschlossen.
Bestandsinformationen: 2007 wurde dem Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Merseburg, durch das historische Archiv der Diamant-Zucker KG Könnern etwa 3,9 lfm Schriftgut des ehemaligen VEB Zuckerfabrik Alsleben und dessen Vorgängerfirma Zuckerfabrik Alsleben GmbH übergeben, das durch eine Abgabeliste zugänglich war.
2012 wurden die Angaben aus der Abgabeliste ins Archivprogramm scopeArchiv retrokonvertiert, eine Bestandsgliederung erstellt und die Verzeichnungseinheiten den Gliederungsgruppen zugeordnet.
2018 erfolgte die abschließende Bearbeitung und Online-Stellung der Datensätze.
Enthaltene Fotos: 16
Findhilfsmittel: Findbuch 2018 (online recherchierbar)
Registraturbildner: Eine Gruppe Gutsbesitzer, Fabrikanten, Kaufleute und Schiffseigner aus Alsleben, Plötzkau, Großwirschleben und Schackstedt fand sich 1850 zusammen, um den Bau einer Aktienzuckerfabrik zu initiieren, die jedoch nur kurze Zeit existierte.
Am 24. Dezember 1855 erfolgte die Neugründung einer Handelsgesellschaft mit dem Ziel, eine Zuckerfabrik in Alsleben zu etablieren. Diese Handelsgesellschaft organisierte und überwachte neben der Saatgutbereitstellung, Rübenverarbeitung und Rohzuckererzeugung auch den Zuckerverkauf. Im Juli 1865 entstand daraus die offene Handelsgesellschaft (OHG) zur Zuckerfabrikation aus Runkelrüben. Aus dieser Gesellschaft ging 1895 die Zuckerfabrik Alsleben GmbH hervor, die bis 1945 bestand.
Ursprünglich erzeugte die Fabrik Rohzucker für Zuckerraffinerien, produzierte aber bereits 1901 Weißzucker für den Export. 1925 wurde die Weißzuckerfabrikation jedoch zugunsten anderer Zuckerfabriken wieder eingestellt. Danach lieferte die Zuckerfabrik Alsleben nur noch Rohzucker an Zuckerraffinerien (u. a. Halle (Saale), Rositz, Staßfurt), an denen sie Aktienanteile erworben hatte.
Im April 1945 besetzten zunächst alliierte Truppen das Gebiet um Alsleben. Im Juli desselben Jahres übernahm die Sowjetische Militäradministration (SMAD) die weitere Verwaltung. Durch die SMAD erhielt der Verein der deutschen Zuckerindustrie im August 1945 den Auftrag, die Leitung aller Zuckerfabriken in ihrem Bereich zu übernehmen. Bereits einen Monat später erfolgte die Auflösung des Aufsichtsrats der Zuckerfabrik Alsleben.
Aufgrund der Verordnung der Provinz Sachsen vom 30. Juli 1946 wurde die Fabrik unter Sequester gestellt, enteignet und durch Beschluss der Provinzialregierung 1946 als VEB Zuckerfabrik Alsleben in Volkseigentum übergeben. Der wirtschaftlich selbständige VEB gehörte ab 1948 zur VVB Zucker- und Stärkeindustrie der DDR.
Am 1. Januar 1965 ging die Fabrik mit sechs anderen Zuckerfabriken im VEB Zuckerfabrik „Saale“ Bernburg auf und gehörte von 1986 bis 1990 als Kombinatsbetrieb zum VEB Zuckerfabrik Elsnigk im VE Kombinat Zucker.
Nach 1991 erwarb die Pfeifer & Langen KG durch ihre Tochtergesellschaft Diamant-Zucker KG Anteile an ostdeutschen Zuckerfabriken, u. a. auch an der in Alsleben. Durch Modernisierung und Ausbau des hauptsächlichen Produktionsstandortes in Könnern wurde die unrentabel gewordene Fabrik in Alsleben noch vor 1994 geschlossen.
Bestandsinformationen: 2007 wurde dem Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Merseburg, durch das historische Archiv der Diamant-Zucker KG Könnern etwa 3,9 lfm Schriftgut des ehemaligen VEB Zuckerfabrik Alsleben und dessen Vorgängerfirma Zuckerfabrik Alsleben GmbH übergeben, das durch eine Abgabeliste zugänglich war.
2012 wurden die Angaben aus der Abgabeliste ins Archivprogramm scopeArchiv retrokonvertiert, eine Bestandsgliederung erstellt und die Verzeichnungseinheiten den Gliederungsgruppen zugeordnet.
2018 erfolgte die abschließende Bearbeitung und Online-Stellung der Datensätze.
Enthaltene Fotos: 16
Laufmeter: 4.5
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
14.04.2025, 08:12 MESZ