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C Rep. 413 VEB Stern-Radio Berlin (Bestand)
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Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> C Bestände (Ost-) Berliner Behörden bis 1990 >> C 6 Betriebe und Einrichtungen der Wirtschaft >> C 6.3 Volkseigene Betriebe
1957 - 1994
Vorwort: C Rep. 413 VEB Stern-Radio Berlin
1. Firmengeschichte
1945 hatte die Steglitzer Opta-Radio AG die Betriebsstätte der Fa. Raspe & Riebe in Berlin-Weißensee übernommen und an diesem Standort mit der Produktion von Elektroröhren begonnen. 1948 wurde daraus die Phonetika Radio GmbH gegründet.
1950 wurde der Weißenseer Betrieb enteignet und durch VOBl. I 54 A/49 Nr. 351 zum Volkseigentum erklärt. Als VEB Phonetika-Radio unterstand er zunächst der Vereinigung Volkseigner Betriebe Berlin (VVBB) Elektroindustrie mit Sitz in der Reinhardtstraße 18.
Ab 01. Januar 1951 wurde der Betrieb dann der DDR-weiten, zentralen VVB Elektroindustrie unterstellt. Hier wurden weiter Bauteile für die Radioproduktion hergestellt, wie auch Radioempfänger selbst. Das übergeordnete staatliche Organ war das Ministerium für (Allgemeinen) Maschinenbau der DDR, Hauptverwaltung Radio- und Fernmeldetechnik.
Mit dem 10. Oktober 1952 erfolgte die Eintragung in das Register der volkseigenen Wirtschaft unter der HRC-Nr. 110-15-18 als VEB Stern-Radio Berlin (VVB RFT). Zu diesem Zeitpunkt war Heinrich Levigion Werkleiter des Betriebes. Im Jahre 1954 übernahm kommissarisch erst Erich Hänel die Betriebsleitung und anschließend Rudolf Müller; im Jahr 1955 wird Helmut Weigert als Werkleiter bestätigt und wurde 1956 von Kurt Seydel abgelöst. 1959 erfolgte mit Karl-Heinz Scheuermann ein erneuter Wechsel der Werkleitung, der diese Funktion kommissarisch wahrnahm.
1957 wurde zusätzlich mit der Produktion von Fernsehgeräten begonnen, die bereits 1960 wieder auslief. 1962 wurde das Werk in der DDR zum Alleinhersteller von tragbarer Rundfunkgeräten (Klein- und Transistorgeräte, mobile Rundfunkempfänger). In der Stalinallee gab es einen Industrieladen des Betriebes, wo auch Reparaturen ausgeführt wurden.
Von 1964 bis 1969 war der Betrieb wieder als VEB Stern-Radio Berlin eingetragen (HRC 110-15-776); die Ergänzung VVB RFT entfiel.
Der VEB Stern-Radio Berlin (Berlin-Weißensee, Liebermannstraße 75) wurde mit Wirkung vom 01. Januar 1970 mit den dazu gehörenden Betriebsteilen in Berlin (Werk II, Gartenstraße 16 und Werk III, Ferdinand-Schultze-Straße 91) dem neu gebildeten DDR-weiten Kombinat Stern-Radio Berlin mit Sitz in Berlin unterstellt (HRC 110-15-957). Der Berliner VEB wurde sogenannter Stammbetrieb des Kombinates. Direktor sowohl des Kombinates als auch des Stammbetriebes war bis 1977 Oskar Mater; ihm folgte Gerhard Immisch.
Das Kombinat setzte sich zunächst aus folgenden Betrieben zusammen: VEB Stern-Radio Berlin als Stammbetrieb, VEB Stern-Radio Sonneberg/Thüringen, VEB Antennenwerk Bad Blankenburg/Thüringen, VEB Funkwerk Zittau, VEB Elektroakustik Leipzig, VEB Elektrotechnik Eisenach. 1975 kamen folgende Betriebe hinzu: VEB Phonozit Zittau/Eichgraben (1976 erloschen und dem VEB Funkwerk Zittau angegliedert); VEB Metallelektrik Neugersdorf (1976 erloschen und dem VEB Funkwerk Zittau angegliedert). 1977 kam der VEB Phonomat Pirna hinzu, der mit Wirkung vom 01. Januar 1978 mit dem VEB Funkwerk Zittau zum VEB Phonotechnik Zittau zusammengeschlossen wurde. Die zum Kombinat zusammengeschlossenen Betriebe hatten den Status von Betrieben ohne juristische Selbständigkeit.
Übergeordnetes Organ des Kombinates war die VVB Rundfunk und Fernsehen Radeberg im Bereich des Ministeriums für Elektrotechnik und Elektronik der DDR. Die wirtschaftliche Tätigkeit des Kombinates bestand in der Entwicklung, der Produktion und dem Absatz von Hörrundfunk- und Tonspeichergeräten sowie Kombinationen, Antennen, Antennenverstärker und Zubehör, Baugruppen und speziellen Bauteilen. 1972 erweiterte sich das Produktionsprofil um die Fertigung von Radio-Recordern.
Die Außenhandelsfunktion für die Erzeugnisse des Kombinates wurde vom Außenhandelsbetrieb (AHB) Heim-Electric GmbH wahrgenommen.
Die Tätigkeit des VEB Kombinat Stern-Radio Berlin erlosch zum 31. Dezember 1978.
Der Berliner VEB Stern-Radio verlor den Status des Stammbetriebes. Im Anschluss erfolgte die Neueintragung des VEB Stern-Radio Berlin im Register der volkseigenen Wirtschaft zum 01. Januar 1979 (HRC 110-15-1592). Der Betrieb gehörte nun zum DDR-weiten VEB Kombinat Rundfunk und Fernsehen Staßfurt und war dem Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik der DDR unterstellt, später dem Ministerium für Maschinenbau der DDR.
Direktor des Betriebes war weiterhin Gerhard Immisch bis zum 31. Juli 1980, ihm folgte Werner Schmidt bis 1985. Ab August 1985 nahm Peter Linke die Funktion des Betriebsdirektors des VEB Stern-Radio Berlin wahr. Zum 15. Juli 1986 wurde Stefan Strohbach zum Betriebsdirektor berufen. Im Jahr 1990 wirkte Klaus-Dieter Schlorff als amtierender Betriebsdirektor.
Nach 1979 wurde die Produktion der Heimelektronik schrittweise auf Bauteile der Mikroelektronik umgestellt. HiFi-Anlagen und tragbare Stereoradio-Recorder wurden produziert. In Berlin-Marzahn wurde 1986 ein modernes Erweiterungswerk errichtet und 1987 der Hauptsitz des Betriebes nach Berlin-Marzahn, Allee der Kosmonauten 37 verlegt.
Im Juli 1990 erfolgte auf der Grundlage des Treuhandgesetzes vom 17. Juni 1990 die Umbildung des VEB Stern-Radio Berlin in die Stern-Radio Berlin GmbH i. A. (HRB 34 739) mit Sitz in der Allee der Kosmonauten 37 in Berlin-Marzahn. Die Zweckbestimmung des Unternehmens war die Herstellung und der Vertrieb von Baugruppen und Geräten der Unterhaltungselektronik sowie der Transport und die Lagerung von Gütern für andere Unternehmen. Klaus-Dieter Schlorff nahm die Aufgaben als vorläufiger Geschäftsführer wahr.
Als ehemaliger VEB wurde der Betrieb mit Treuhandbeteiligung privatisiert und im Jahre 1999 erfolgte die Löschung im Handelsregister.
Quellen:
C Rep. 413 Nrn. 7 und 14
https://de.wikipedia.org/wiki/Kombinat_Sternradio (Stand Juni 2020)
2. Bestandsinformationen
Die aufbewahrungspflichtigen und sonstigen Unterlagen der liquidierten Unternehmen der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS, vormals Treuhandanstalt THA) wurden im Auftrag der BvS zunächst von der DISOS GmbH und später von der Rhenus GmbH archiviert.
Gemäß einer am 09. Juli 2014 getroffenen Vereinbarung der BvS und der Archivreferenten der neuen Länder ist das archivwürdige Schriftgut dieser Überlieferung den zuständigen Archiven in den neuen Ländern zu übergeben; für Berlin dem Landesarchiv Berlin.
In diesem Zusammenhang erhielt das Landesarchiv im Januar 2015 von der Rhenus Office Systems GmbH den hier verzeichneten Archivbestand.
Das Findbuch basiert auf der Verzeichnung der abgegebenen Unterlagen durch Frau Strauß im Jahr 2020 in die Datenbank Augias 9.2 des Landesarchivs Berlin.
Der Bestand umfasst 25 [AE] 1,05 [lfm] und dokumentiert den Zeitraum von 1957 - 1994. Die im Bestand überlieferten Fotos sind herausgelöst und der Fotosammlung des Landesarchivs Berlin übergeben worden und werden von dieser unter Bestand C Rep. 413 (Fotos) verzeichnet.
Die Benutzung erfolgt über die Datenbank und Findbuch.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren:
Landesarchiv Berlin, C Rep. 413 VEB Stern-Radio Berlin (SRB), Nr. ...
3. Korrespondierende Bestände
LAB C Rep. 406 VEB RFT Funk- und Fernmeldeanlagenbau Berlin (FFAB)
LAB C Rep. 904-173 Grundorganisation der SED - VEB Stern-Radio Berlin
Bestände mit Akten mit Bezug zum VEB Stern-Radio Berlin
LAB C Rep. 100-05 - Magistrat von Berlin, Büro des Magistrats
LAB C Rep. 101 - Der Oberbürgermeister von Berlin
LAB C Rep. 105 - Magistrat von Berlin, Abteilung Finanzen
LAB C Rep. 106-02 - Magistrat von Berlin, Wirtschaftsrat des Bezirkes
LAB C Rep. 107 - Magistrat von Berlin, Bezirksplankommission
LAB C Rep. 110-01 - Magistrat von Berlin, Chefarchitekt - Büro für Städtebau
LAB C Rep. 111 - Magistrat von Berlin, Abteilung Wohnungspolitik
LAB C Rep. 120 - Magistrat von Berlin, Abteilung Volksbildung
LAB C Rep. 124 - Magistrat von Berlin, Erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters
LAB C Rep. 148-02-01 - Bezirksversammlung und Stadtbezirksversammlung Berlin-Weißensee
LAB C Rep. 148-02-02 (1960 - 1976) - Rat des Stadtbezirks Weißensee, Ratssitzungen
LAB C Rep. 148-05 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Weißensee, Kreisplankommission
LAB C Rep. 148-09 - Rat des Stadtbezirks Weißensee, Abteilung Bauwesen
LAB C Rep. 150-02-02 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Marzahn, Ratssitzungen
LAB C Rep. 150-13 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Marzahn, Abteilung Volksbildung
LAB C Rep. 304 - Bezirksvertragsgericht Berlin
LAB C Rep. 307 - Zentrale Kommission für Staatliche Kontrolle (ZKSK)/Arbeiter- und Bauerninspektion (ABI) der DDR, Bezirksinspektion Berlin
LAB C Rep. 309 - Reichsbahndirektion Berlin
LAB C Rep. 503 - VE Versorgungsbetrieb Inland-Ausland -Versina-
LAB C Rep. 725 - Berliner Stadtbibliothek
LAB C Rep. 754 - VE Fleischkombinat Berlin
LAB C Rep. 902 - Bezirksleitung Berlin der SED
LAB C Rep. 902-01 - Bezirksparteikontrollkommission der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), Berlin
LAB C Rep. 902-02-03 - Bezirksleitung Berlin der SED, Bezirksparteiarchiv - Nachlässe und Personenfonds
LAB C Rep. 903-01-08 - Kreisleitung der SED - Weißensee
LAB C Rep. 904-173 - Grundorganisation der SED - VEB Stern-Radio Berlin
LAB C Rep. 910 - Freier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB) Berlin
LAB D Rep. 525-01 - Arbeitsamt Berlin-Süd
LAB F Rep. 400-04 - Berlin-Information (Ost)
4. Literaturauswahl
Die aktuelle Welle. Organ der BPO (Betriebsparteiorganisation) des VEB Kombinat Stern-Radio Berlin, Betrieb Stern-Radio Berlin. Berlin 6.1962 (Jan.) - 31.1989.
Der Bildschirm. Organ der SED-BPO der VEB Rafena Werke Radeberg. Hrsg. v. Leitung d. SED-BPO. Buchdr. Radeberg, Radeberg 7.1956 (Nov.) - 18.1966, 51.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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