C Rep. 060-53 Gehörlosen- und Schwerhörigenverband der DDR, Bezirksorganisation Berlin (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
C Rep. 060-53
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> C Bestände (Ost-) Berliner Behörden bis 1990 >> C 7 Kammern und Körperschaften, Parteien, Organisationen und Vereine >> C 7.2 Verbände und Vereine
Vorwort: C Rep. 060-53 Gehörlosen- und Schwerhörigenverband der DDR, Bezirksorganisation Berlin
1. Geschichte der Institution
Am 1. Juni 1957 wurde der Allgemeine Deutsche Gehörlosenverband der DDR gegründet, mit dem Ziel, als Interessenvertretung Gehörloser und Hörgeschädigter deren Integration in das Berufsleben und in soziale und gesellschaftliche Bereiche zu fördern. Die Verbandsarbeit verantwortete ein gewählter Zentralvorstand. In den Bezirks- und Kreisorganisationen wurden ebenfalls Vorstände gewählt, für die haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig waren. 1973 nannte sich der Verband, dem bereits seit 1961 auch schwerhörige Menschen angehörten, in "Gehörlosen- und Schwerhörigenverband der DDR" (GSV) um.
In Berlin fand am 16. November 1957 die erste Bezirksdelegiertenkonferenz des Verbandes statt, auf der ein Bezirksvorstand unter Vorsitz von Karl Reschke gewählt wurde. Reschke (geb. am 16. Dezember 1925 in Oberbeuna, Kreis Merseburg) war Mitbegründer des Verbandes und um diese Zeit als Sportlehrer an der Berliner Gehörlosenschule "Albert Gutzmann" angestellt. Er blieb bis 1982 in dieser Vorsitzender der Berliner Bezirksorganisation und war danach bis 1989 Präsident des [Zentral-] Verbandes [zur Biografie: s. Wikipedia-Eintrag "Karl Reschke"]. Jürgen Heidenreich übernahm den Vorsitz im Berliner Bezirksverband.
Die Organisation des Berliner Bezirksverbandes gestaltete sich zunächst schwierig, da die Mitgliedergewinnung nur zögerlich voranging und die Emanzipation vom Zentralvorstand, dessen Geschäftsstelle zunächst auch für die Berliner Organisation tätig war, schwer fiel. In den Stadtbezirken waren in den ersten Monaten lediglich Vertrauensleute tätig, bevor 1958 die Bildung von Kreisorganisationen begann. Nach einiger Zeit konnte die Bezirksgeschäftsstelle schließlich eigene Räumlichkeiten in dem ehemaligen Jugendheim der Gehörlosen in der Brunnenstraße 181 beziehen (vgl. Jahresbericht 1958, in C Rep. 060-53, Nr. 1). Seit Ende 1960 unterhielt der Verband das Klubhaus "Wilhelms Mertens" als Hauptsitz. Neben den Kreisorganisationen unterhielt der Verband in Berlin mehrere Arbeitsgemeinschaften und Interessengruppen, die sich auf einzelne Aspekte des Berufs-, Familien- und Freizeitlebens hörbehinderter Menschen spezialisierten. Der Verband arbeitete eng mit Medizinern, Pädagogen, Betrieben, Parteien und Verwaltungen zusammen.
Ab Januar 1990 suchte die Bezirksorganisation verstärkt die Zusammenarbeit mit dem Landesverband Westberlin des Deutschen Gehörlosenbundes und ging schließlich 1991 in diesem Verband auf.
Die Akten wurden dem Landesarchiv Berlin 2022 vom Förderverein der Gehörlosen/Hörbehinderten e.V. (BRD) übergeben.
2. Bestandsbeschreibung
Der Bestand umfasst 21 Bände (1,05 lfm) aus den Jahren 1957 bis 1992. Die Unterlagen wurden in Festeinbänden zusammengefasst, deren Rückentitel inhaltlich nicht immer zutreffen. Die Erschließung im Landesarchiv wurde von Auszubildenden vorgenommen.
Die Tätigkeit der Berliner Bezirksorganisation widerspiegelt sich überwiegend in zusammengefasster Form, durch Berichte der auf den verschiedenen Ebenen wirkenden Gremien, sowie durch Unterlagen zu den Verbandswahlen.
Der Bestand ist nun über die DAtenbank nutzbar.
Einige Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren: Landesarchiv Berlin, C Rep. 060-53 Gehörlosen- und Schwerhörigenverband der DDR, Bezirksorganisation Berlin, Nr. ….
3. Korrespondierende Bestände
Landesarchiv Berlin:
LAB C Rep. 100-05 - Magistrat von Berlin, Büro des Magistrats
LAB C Rep. 101 - Der Oberbürgermeister von Berlin
LAB C Rep. 105 - Magistrat von Berlin, Abteilung Finanzen
LAB C Rep. 107 - Bezirksplankommission - Standortgenehmigungen
LAB C Rep. 110-01 - Magistrat von Berlin, Chefarchitekt - Büro für Städtebau
LAB C Rep. 118 - Magistrat von Berlin, Abteilung Gesundheits- und Sozialwesen
LAB C Rep. 120 - Magistrat von Berlin, Abteilung Volksbildung
LAB C Rep. 121 - Magistrat von Berlin, Abteilung Kultur
LAB C Rep. 131-01 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Mitte, Bezirksbürgermeister
LAB C Rep. 131-02-01 - Bezirksversammlung und Stadtbezirksversammlung Berlin-Mitte
LAB C Rep. 131-02-02 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Mitte, Ratssitzungen
LAB C Rep. 131-05 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Mitte, Abteilung Planung, Material und Arbeit
LAB C Rep. 131-09 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Mitte, Abteilung Bauwesen
LAB C Rep. 131-11 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Mitte, Abteilung Finanzen
LAB C Rep. 131-13 - Rat des Stadtbezirks Mitte, Abteilung Volksbildung
LAB C Rep. 134-13 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Prenzlauer Berg, Abteilung Volksbildung
LAB C Rep. 135-01 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, Bezirksbürgermeister
LAB C Rep. 135-02-02 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, Ratssitzungen
LAB C Rep. 135-09 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, Abteilung Bauwesen
LAB C Rep. 135-13 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, Abteilung Volksbildung
LAB C Rep. 147-02-02 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Lichtenberg, Ratssitzungen
LAB C Rep. 147-13 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Lichtenberg, Abteilung Volksbildung
LAB C Rep. 167 - Deutsche Staatsoper
LAB C Rep. 303 - Präsidium der Volkspolizei
LAB C Rep. 902 - Bezirksleitung Berlin der SED
LAB C Rep. 910 - Freier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB) Berlin
LAB C Rep. 920-01 - Freie Deutsche Jugend, Landesleitung Berlin
Bundesarchiv:
BArch DY 18 - Allgemeiner Deutscher Gehörlosenverband der DDR/ Gehörlosen- und Schwerhörigen-Verbandes der DDR (GSV)
4. Literatur
Berlin, August 2022 Dr. Regina Rousavy
1. Geschichte der Institution
Am 1. Juni 1957 wurde der Allgemeine Deutsche Gehörlosenverband der DDR gegründet, mit dem Ziel, als Interessenvertretung Gehörloser und Hörgeschädigter deren Integration in das Berufsleben und in soziale und gesellschaftliche Bereiche zu fördern. Die Verbandsarbeit verantwortete ein gewählter Zentralvorstand. In den Bezirks- und Kreisorganisationen wurden ebenfalls Vorstände gewählt, für die haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig waren. 1973 nannte sich der Verband, dem bereits seit 1961 auch schwerhörige Menschen angehörten, in "Gehörlosen- und Schwerhörigenverband der DDR" (GSV) um.
In Berlin fand am 16. November 1957 die erste Bezirksdelegiertenkonferenz des Verbandes statt, auf der ein Bezirksvorstand unter Vorsitz von Karl Reschke gewählt wurde. Reschke (geb. am 16. Dezember 1925 in Oberbeuna, Kreis Merseburg) war Mitbegründer des Verbandes und um diese Zeit als Sportlehrer an der Berliner Gehörlosenschule "Albert Gutzmann" angestellt. Er blieb bis 1982 in dieser Vorsitzender der Berliner Bezirksorganisation und war danach bis 1989 Präsident des [Zentral-] Verbandes [zur Biografie: s. Wikipedia-Eintrag "Karl Reschke"]. Jürgen Heidenreich übernahm den Vorsitz im Berliner Bezirksverband.
Die Organisation des Berliner Bezirksverbandes gestaltete sich zunächst schwierig, da die Mitgliedergewinnung nur zögerlich voranging und die Emanzipation vom Zentralvorstand, dessen Geschäftsstelle zunächst auch für die Berliner Organisation tätig war, schwer fiel. In den Stadtbezirken waren in den ersten Monaten lediglich Vertrauensleute tätig, bevor 1958 die Bildung von Kreisorganisationen begann. Nach einiger Zeit konnte die Bezirksgeschäftsstelle schließlich eigene Räumlichkeiten in dem ehemaligen Jugendheim der Gehörlosen in der Brunnenstraße 181 beziehen (vgl. Jahresbericht 1958, in C Rep. 060-53, Nr. 1). Seit Ende 1960 unterhielt der Verband das Klubhaus "Wilhelms Mertens" als Hauptsitz. Neben den Kreisorganisationen unterhielt der Verband in Berlin mehrere Arbeitsgemeinschaften und Interessengruppen, die sich auf einzelne Aspekte des Berufs-, Familien- und Freizeitlebens hörbehinderter Menschen spezialisierten. Der Verband arbeitete eng mit Medizinern, Pädagogen, Betrieben, Parteien und Verwaltungen zusammen.
Ab Januar 1990 suchte die Bezirksorganisation verstärkt die Zusammenarbeit mit dem Landesverband Westberlin des Deutschen Gehörlosenbundes und ging schließlich 1991 in diesem Verband auf.
Die Akten wurden dem Landesarchiv Berlin 2022 vom Förderverein der Gehörlosen/Hörbehinderten e.V. (BRD) übergeben.
2. Bestandsbeschreibung
Der Bestand umfasst 21 Bände (1,05 lfm) aus den Jahren 1957 bis 1992. Die Unterlagen wurden in Festeinbänden zusammengefasst, deren Rückentitel inhaltlich nicht immer zutreffen. Die Erschließung im Landesarchiv wurde von Auszubildenden vorgenommen.
Die Tätigkeit der Berliner Bezirksorganisation widerspiegelt sich überwiegend in zusammengefasster Form, durch Berichte der auf den verschiedenen Ebenen wirkenden Gremien, sowie durch Unterlagen zu den Verbandswahlen.
Der Bestand ist nun über die DAtenbank nutzbar.
Einige Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren: Landesarchiv Berlin, C Rep. 060-53 Gehörlosen- und Schwerhörigenverband der DDR, Bezirksorganisation Berlin, Nr. ….
3. Korrespondierende Bestände
Landesarchiv Berlin:
LAB C Rep. 100-05 - Magistrat von Berlin, Büro des Magistrats
LAB C Rep. 101 - Der Oberbürgermeister von Berlin
LAB C Rep. 105 - Magistrat von Berlin, Abteilung Finanzen
LAB C Rep. 107 - Bezirksplankommission - Standortgenehmigungen
LAB C Rep. 110-01 - Magistrat von Berlin, Chefarchitekt - Büro für Städtebau
LAB C Rep. 118 - Magistrat von Berlin, Abteilung Gesundheits- und Sozialwesen
LAB C Rep. 120 - Magistrat von Berlin, Abteilung Volksbildung
LAB C Rep. 121 - Magistrat von Berlin, Abteilung Kultur
LAB C Rep. 131-01 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Mitte, Bezirksbürgermeister
LAB C Rep. 131-02-01 - Bezirksversammlung und Stadtbezirksversammlung Berlin-Mitte
LAB C Rep. 131-02-02 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Mitte, Ratssitzungen
LAB C Rep. 131-05 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Mitte, Abteilung Planung, Material und Arbeit
LAB C Rep. 131-09 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Mitte, Abteilung Bauwesen
LAB C Rep. 131-11 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Mitte, Abteilung Finanzen
LAB C Rep. 131-13 - Rat des Stadtbezirks Mitte, Abteilung Volksbildung
LAB C Rep. 134-13 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Prenzlauer Berg, Abteilung Volksbildung
LAB C Rep. 135-01 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, Bezirksbürgermeister
LAB C Rep. 135-02-02 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, Ratssitzungen
LAB C Rep. 135-09 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, Abteilung Bauwesen
LAB C Rep. 135-13 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, Abteilung Volksbildung
LAB C Rep. 147-02-02 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Lichtenberg, Ratssitzungen
LAB C Rep. 147-13 - Rat des Stadtbezirks Berlin-Lichtenberg, Abteilung Volksbildung
LAB C Rep. 167 - Deutsche Staatsoper
LAB C Rep. 303 - Präsidium der Volkspolizei
LAB C Rep. 902 - Bezirksleitung Berlin der SED
LAB C Rep. 910 - Freier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB) Berlin
LAB C Rep. 920-01 - Freie Deutsche Jugend, Landesleitung Berlin
Bundesarchiv:
BArch DY 18 - Allgemeiner Deutscher Gehörlosenverband der DDR/ Gehörlosen- und Schwerhörigen-Verbandes der DDR (GSV)
4. Literatur
Berlin, August 2022 Dr. Regina Rousavy
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ