A Rep. 263 Berliner Stadtgüter GmbH (bis 1949) (Bestand)
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A Rep. 263
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> A Bestände vor 1945 >> A 6 Unternehmen der Wirtschaft >> A 6.3 Berliner Eigenbetriebe
Vorwort: A Rep. 263 - Berliner Stadtgüter GmbH (bis 1949)
1. Behördengeschichte
Seit 1920 plante der Magistrat die Neuorganisierung der Deputation für die Kanalisationswerke und Güter Berlins. So sollten zum einen die Kanalisationswerke von den Gütern getrennt mit der Tiefbauverwaltung vereint werden und zum anderen eine Deputation für Güter und Forsten gebildet werden. Am 19. Oktober 1922 wurde auf Beschluß des Magistrats die „Berliner Stadtgüter GmbH“ gebildet, eine öffentlich rechtliche Gesellschaft, deren einziger Gesellschafter die Stadt Berlin war. Am 25. April 1923 wurde diese GmbH handelsgerichtlich eingetragen. Zu den Aufgaben gehörte es, die Abwässer der Stadt auf den Rieselfelder zu verteilen und die Rieselfelder und andere landwirtschaftliche Flächen für die Nahrungsmittelerzeugung zu verwenden.
Am 5. April 1935 beschloß der Oberbürgermeister Dr. Sahm die Berliner Stadtgüter GmbH und andere Gesellschaften in Eigenbetriebe umzuwandeln. Die Berliner Stadtgüter waren damit seit dem 1. Juli 1935 ein Eigenbetrieb der Stadt Berlin, deren Bewirtschaftung nach einer Betriebssatzung vom 21. Januar 1938 erfolgte. Die oberste Leitung hatte der Oberbürgermeister, der die ihm obliegende Aufsicht einen Beigeordneten übertragen konnte. Dieser Eigenbetrieb übernahm die Betriebsführung der stadteigenen Güter und deren Nebenbetriebe zur landwirtschaftlichen Nutzung.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nahm der Eigenbetrieb seine Arbeit bis zur Spaltung der Stadt 1948 wieder auf. Als zuständiges Dezernat war für die Berliner Stadtgüter von Mai bis Oktober 1945 das Haupternährungsamt und bis Dezember 1948 die Stadtkämmerei tätig.
Mit der Spaltung 1948 gingen an die Westberliner Stadtverwaltung die Güter Britz, Carolinenhöhe und Marienfelde über, wo in der Folgezeit die Aufsicht über die Stadtgüter durch die Senatsverwaltung Wirtschaft und Ernährung wahrgenommen wurde. Die meisten Stadtgüter lagen jedoch im Ostteil der Stadt Berlin bzw. in Brandenburg, wo neben der aufsichtsführenden Behörde, der Magistratsabteilung Städtische Betriebe, auch eine Verwaltungsbehörde, die Vereinigung Volkseigener Güter (VVG) eingerichtet wurde. Durch die Überführung der Berliner Stadtgüter in Volkseigentum erfolgte auch ihre Umbenennung in Volkseigene Güter (VEG). Die Stadtgüterverwaltung wurde vom Magistrat von Groß-Berlin auf seiner Sitzung vom 23. Juni 1949 aufgelöst.
Die Akten der Berliner Stadtgüter GmbH wurden 1953 von der Vereinigung Volkseigener Güter (VVG) an das Stadtarchiv Berlin übergeben.
2. Bestandsbeschreibung
Die Akten beinhalten zum einen Grundstücksangelegenheiten (Grenzverhandlungen, Rieselgütern, Stadtrandsiedlung in Malchow, Nutzungs- und Pachtverträge in Buch, Flächenverzeichnisse, Bodenreform bei den städtischen Gütern) und zum anderen Finanzangelegenheiten (Bilanzen, Jahresabschlüsse, Bestandsaufnahmen der Güter, Prüfungsberichte). Aus der unmittelbaren Kriegszeit sind Akten zu Personalangelegenheiten (Löhne und Gehälter, Einberufungen) und Schadensmeldungen nach Luftangriffen überliefert. Akten betreffend die Bewirtschaftung der Güter (wie Feldbestellung, Verteilung der Abwassermengen, Leihpferde, Feldversuche, Fischerei, Futtersilos, Brennereien) runden die Überlieferung des Bestandes ab.
Der Bestand umfaßt 70 AE (2,10 lfm) mit einer Laufzeit von 1885 - 1952. Über ein Findbuch und eine Datenbank kann auf die Akten zugegriffen werden.
Weitere Akten der Berliner Stadtgüter GmbH sind im Bestand Magistrat von Berlin - Kanal- und Güterdeputation (A Rep. 006) überliefert, allerdings ist eine Neuzuordnung dieser Akten momentan nicht geplant.
3. Korrespondierende Bestände
LAB A Rep. 006 Magistrat von Berlin, Kanal- und Güterdeputation
LAB B Rep. 176 Berliner Stadtgüter
LAB C Rep. 112-01 Magistratsabteilung Volkseigene Güter
LAB C Rep. 771 Vereinigung Volkseigener Güter
LAB C Rep. 772 Volkseigene Güter A-Z
4. Literatur
Betriebssatzung für die Berliner Stadtgüter, Berlin 1938.-
Kretzschmann, Hans-Joachim: Entwicklung, Bewirtschaftung und Bedeutung der Berliner Stadtgüter, Berlin 1930.-
Ruths, Heinrich: 50 Jahre Berliner Stadtgüter, Berlin 1928.
Dezember 2003 Kerstin Bötticher
1. Behördengeschichte
Seit 1920 plante der Magistrat die Neuorganisierung der Deputation für die Kanalisationswerke und Güter Berlins. So sollten zum einen die Kanalisationswerke von den Gütern getrennt mit der Tiefbauverwaltung vereint werden und zum anderen eine Deputation für Güter und Forsten gebildet werden. Am 19. Oktober 1922 wurde auf Beschluß des Magistrats die „Berliner Stadtgüter GmbH“ gebildet, eine öffentlich rechtliche Gesellschaft, deren einziger Gesellschafter die Stadt Berlin war. Am 25. April 1923 wurde diese GmbH handelsgerichtlich eingetragen. Zu den Aufgaben gehörte es, die Abwässer der Stadt auf den Rieselfelder zu verteilen und die Rieselfelder und andere landwirtschaftliche Flächen für die Nahrungsmittelerzeugung zu verwenden.
Am 5. April 1935 beschloß der Oberbürgermeister Dr. Sahm die Berliner Stadtgüter GmbH und andere Gesellschaften in Eigenbetriebe umzuwandeln. Die Berliner Stadtgüter waren damit seit dem 1. Juli 1935 ein Eigenbetrieb der Stadt Berlin, deren Bewirtschaftung nach einer Betriebssatzung vom 21. Januar 1938 erfolgte. Die oberste Leitung hatte der Oberbürgermeister, der die ihm obliegende Aufsicht einen Beigeordneten übertragen konnte. Dieser Eigenbetrieb übernahm die Betriebsführung der stadteigenen Güter und deren Nebenbetriebe zur landwirtschaftlichen Nutzung.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nahm der Eigenbetrieb seine Arbeit bis zur Spaltung der Stadt 1948 wieder auf. Als zuständiges Dezernat war für die Berliner Stadtgüter von Mai bis Oktober 1945 das Haupternährungsamt und bis Dezember 1948 die Stadtkämmerei tätig.
Mit der Spaltung 1948 gingen an die Westberliner Stadtverwaltung die Güter Britz, Carolinenhöhe und Marienfelde über, wo in der Folgezeit die Aufsicht über die Stadtgüter durch die Senatsverwaltung Wirtschaft und Ernährung wahrgenommen wurde. Die meisten Stadtgüter lagen jedoch im Ostteil der Stadt Berlin bzw. in Brandenburg, wo neben der aufsichtsführenden Behörde, der Magistratsabteilung Städtische Betriebe, auch eine Verwaltungsbehörde, die Vereinigung Volkseigener Güter (VVG) eingerichtet wurde. Durch die Überführung der Berliner Stadtgüter in Volkseigentum erfolgte auch ihre Umbenennung in Volkseigene Güter (VEG). Die Stadtgüterverwaltung wurde vom Magistrat von Groß-Berlin auf seiner Sitzung vom 23. Juni 1949 aufgelöst.
Die Akten der Berliner Stadtgüter GmbH wurden 1953 von der Vereinigung Volkseigener Güter (VVG) an das Stadtarchiv Berlin übergeben.
2. Bestandsbeschreibung
Die Akten beinhalten zum einen Grundstücksangelegenheiten (Grenzverhandlungen, Rieselgütern, Stadtrandsiedlung in Malchow, Nutzungs- und Pachtverträge in Buch, Flächenverzeichnisse, Bodenreform bei den städtischen Gütern) und zum anderen Finanzangelegenheiten (Bilanzen, Jahresabschlüsse, Bestandsaufnahmen der Güter, Prüfungsberichte). Aus der unmittelbaren Kriegszeit sind Akten zu Personalangelegenheiten (Löhne und Gehälter, Einberufungen) und Schadensmeldungen nach Luftangriffen überliefert. Akten betreffend die Bewirtschaftung der Güter (wie Feldbestellung, Verteilung der Abwassermengen, Leihpferde, Feldversuche, Fischerei, Futtersilos, Brennereien) runden die Überlieferung des Bestandes ab.
Der Bestand umfaßt 70 AE (2,10 lfm) mit einer Laufzeit von 1885 - 1952. Über ein Findbuch und eine Datenbank kann auf die Akten zugegriffen werden.
Weitere Akten der Berliner Stadtgüter GmbH sind im Bestand Magistrat von Berlin - Kanal- und Güterdeputation (A Rep. 006) überliefert, allerdings ist eine Neuzuordnung dieser Akten momentan nicht geplant.
3. Korrespondierende Bestände
LAB A Rep. 006 Magistrat von Berlin, Kanal- und Güterdeputation
LAB B Rep. 176 Berliner Stadtgüter
LAB C Rep. 112-01 Magistratsabteilung Volkseigene Güter
LAB C Rep. 771 Vereinigung Volkseigener Güter
LAB C Rep. 772 Volkseigene Güter A-Z
4. Literatur
Betriebssatzung für die Berliner Stadtgüter, Berlin 1938.-
Kretzschmann, Hans-Joachim: Entwicklung, Bewirtschaftung und Bedeutung der Berliner Stadtgüter, Berlin 1930.-
Ruths, Heinrich: 50 Jahre Berliner Stadtgüter, Berlin 1928.
Dezember 2003 Kerstin Bötticher
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ