Orts- und familiengeschichtliche Nachlässe: Erwin Schmidt (Postgeschichtliche Sammlung) (Bestand)
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1066
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1385-2004
Enthält: Sammlung über die Postgeschichte im Kreis Wetzlar.
Bestandsgeschichte: Zugang 36/2005
Die Unterlagen wurden dem Hessischen Hauptstaatsarchiv im Jahre 2005 von Herrn Schmidt persönlich übergeben und sind damit in das Eigentum des Hauptstaatsarchivs Wiesbaden übergegangen.
Geschichte des Bestandsbildners: Hessen-Kasseler-Poststation:
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts befand sich in Großen Linden bei Gießen eine Hessen-Kasseler Poststation. Hier kamen die ein- und abgehenden Postsendungen, die für Wetzlar und Umgebung bestimmten Postsendungen an. Diese Aufgabe übernahmen die Boten der Städte, Gemeinden und Herrschaftshäuser. Anfangs von Großen Linden, später von Gießen und ab 1734 von Fronhausen bei Marburg aus, führte eine Postlinie über Wetzlar nach Rheinfels. Diese Linie war neben der Stadtbotenverbindung (Postzustellung zu Fuß, vergleichbar dem heutigen Briefträger/Postbote); mit dem hessen-darmstädtischen Postamt in Gießen bis um 1690 die wichtigste Postverbindung für Wetzlar und Umgebung. Diese Linie wurde von den Erben des Landgrafen Philipp des Großmütigen eingerichtet um miteinander in Verbindung bleiben zu können. Nach Verlegung des Reichskammergerichts 1693 von Speyer nach Wetzlar richtete Landgraf Carl von Hessen-Kassel zwei neue Postlinien von Wetzlar aus ein. Am 7.5.1696 wurde die Duldung dieser Postlinien vom Kaiser aufgehoben. Jedoch wurde dieser Befehl ignoriert. Somit fuhren weiterhin die 'Geschwind-Post-Calesche über Friedberg nach Frankfurt und der Reitkurs (berittene Post zur Briefbeförderung) von Wetzlar nach Dillenburg, über Herborn, nach Köln. In den folgenden Jahren bemühte sich Hessen-Kassel verstärkt um eine Ausweitung seiner Postdienste in Wetzlar. Vorrangig ging es dabei um die Einrichtung einer Reit- oder Fahrpost von Marburg über Wetzlar nach St. Goar. Am 10.8.1733 gab der kaiserliche Postbeamte Johann Wilhelm Appelius bei dem Notar Velten zu Protokoll, dass er gesicherte Nachricht habe, Hessen-Kassel beabsichtige, entgegen strenger kaiserlicher Befehle, seine Postdienste in Wetzlar auszudehnen. 1806 bis zur Auflösung des Ersten Kaiserreichs, blieb der Reitkurs Marburg nach St. Goar uneingeschränkt bestehen. Im gleichen Jahr wurde das Hessen-Kasseler Postamt in Wetzlar geschlossen.
Botenstation in Niederweisel:
1755 wurde erstmals von der Hessen-Kasseler Botenpost in Niederweisel bei Butzbach berichtet. 88 Jahre lang, von 1718-1806, war Niederweisel für Wetzlar Relaisstation für die Hessen-Kasseler-Postein- und abgänge aus dem süddeutschen Raum. Im November 1806, nach Auflösung des Reichskammergerichts in Wetzlar, wurde die Botenstation in Niederweisel aufgegeben.
Besonderheit der Hessen-Darmstädtischen Post in Wetzlar:
Um 1730 wurden die Briefe für die Hessen-Darmstädtische Post in der Wachstube der Darmstädter Kommandos auf dem Kornmarkt eingesammelt und von Soldaten nach Gießen zum Hessen-Darmstädtischen Postamt gebracht. Die in Gießen für Wetzlar und die umliegenden Gemeinden vorliegenden Briefe brachten die Soldaten mit zurück und stellten diese auch zu.
Quelle: Geschichte der Post im Wetzlarer Raum von Erwin Schmidt
Findmittel: Online-Datenbank (Arcinsys)
Bestandsgeschichte: Zugang 36/2005
Die Unterlagen wurden dem Hessischen Hauptstaatsarchiv im Jahre 2005 von Herrn Schmidt persönlich übergeben und sind damit in das Eigentum des Hauptstaatsarchivs Wiesbaden übergegangen.
Geschichte des Bestandsbildners: Hessen-Kasseler-Poststation:
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts befand sich in Großen Linden bei Gießen eine Hessen-Kasseler Poststation. Hier kamen die ein- und abgehenden Postsendungen, die für Wetzlar und Umgebung bestimmten Postsendungen an. Diese Aufgabe übernahmen die Boten der Städte, Gemeinden und Herrschaftshäuser. Anfangs von Großen Linden, später von Gießen und ab 1734 von Fronhausen bei Marburg aus, führte eine Postlinie über Wetzlar nach Rheinfels. Diese Linie war neben der Stadtbotenverbindung (Postzustellung zu Fuß, vergleichbar dem heutigen Briefträger/Postbote); mit dem hessen-darmstädtischen Postamt in Gießen bis um 1690 die wichtigste Postverbindung für Wetzlar und Umgebung. Diese Linie wurde von den Erben des Landgrafen Philipp des Großmütigen eingerichtet um miteinander in Verbindung bleiben zu können. Nach Verlegung des Reichskammergerichts 1693 von Speyer nach Wetzlar richtete Landgraf Carl von Hessen-Kassel zwei neue Postlinien von Wetzlar aus ein. Am 7.5.1696 wurde die Duldung dieser Postlinien vom Kaiser aufgehoben. Jedoch wurde dieser Befehl ignoriert. Somit fuhren weiterhin die 'Geschwind-Post-Calesche über Friedberg nach Frankfurt und der Reitkurs (berittene Post zur Briefbeförderung) von Wetzlar nach Dillenburg, über Herborn, nach Köln. In den folgenden Jahren bemühte sich Hessen-Kassel verstärkt um eine Ausweitung seiner Postdienste in Wetzlar. Vorrangig ging es dabei um die Einrichtung einer Reit- oder Fahrpost von Marburg über Wetzlar nach St. Goar. Am 10.8.1733 gab der kaiserliche Postbeamte Johann Wilhelm Appelius bei dem Notar Velten zu Protokoll, dass er gesicherte Nachricht habe, Hessen-Kassel beabsichtige, entgegen strenger kaiserlicher Befehle, seine Postdienste in Wetzlar auszudehnen. 1806 bis zur Auflösung des Ersten Kaiserreichs, blieb der Reitkurs Marburg nach St. Goar uneingeschränkt bestehen. Im gleichen Jahr wurde das Hessen-Kasseler Postamt in Wetzlar geschlossen.
Botenstation in Niederweisel:
1755 wurde erstmals von der Hessen-Kasseler Botenpost in Niederweisel bei Butzbach berichtet. 88 Jahre lang, von 1718-1806, war Niederweisel für Wetzlar Relaisstation für die Hessen-Kasseler-Postein- und abgänge aus dem süddeutschen Raum. Im November 1806, nach Auflösung des Reichskammergerichts in Wetzlar, wurde die Botenstation in Niederweisel aufgegeben.
Besonderheit der Hessen-Darmstädtischen Post in Wetzlar:
Um 1730 wurden die Briefe für die Hessen-Darmstädtische Post in der Wachstube der Darmstädter Kommandos auf dem Kornmarkt eingesammelt und von Soldaten nach Gießen zum Hessen-Darmstädtischen Postamt gebracht. Die in Gießen für Wetzlar und die umliegenden Gemeinden vorliegenden Briefe brachten die Soldaten mit zurück und stellten diese auch zu.
Quelle: Geschichte der Post im Wetzlarer Raum von Erwin Schmidt
Findmittel: Online-Datenbank (Arcinsys)
12,5 lfm (506 Nummern)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen der Staatsarchive in Hessen.
17.06.2025, 12:53 MESZ
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