Johanneum (Bestand)
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03.08-2.1/2
Archiv der Hansestadt Lübeck (Archivtektonik) >> 03 Behörden bis 1937 >> 03.08 Schule und Kultur >> 03.08-2 Schulen >> 03.08-2.1 Höhere Schulen
1872-1973
Erschließungszustand, Umfang: Verzeichnis (1994,1998)
12 lfm
Verwandte Verzeichnungseinheiten: Oberschulbehörde, NSA IX 2./6., Amt für Schulwesen
Vorwort: Johanneum
Bestandsgeschichte
Auf Antrag von C. D. Schwarzkopf im Bürgerausschuss wird am 18.09.1871 der Rath- und Bürgerschluss gefasst, die Domschule Lübecks zu einer städtischen Realschule umzugestalten. Am 15. April 1872 wird die "Höhere Bürgerschule" eröffnet. Sie beinhaltet eine zweijährige Vorschule und 5 Klassen, Rektor wird Johannes Burow. Am 30. Januar 1893 erhält die Schule, ebenfalls durch Rath- und Bürgerschluss, die neue Bezeichnung "Realschule". Neuer Direktor der Realschule ist ab 1898 Dr. Müller.
Am 3. Juni 1901 wird die Schule ein "Realgymnasium und Realschule zu Lübeck" und am 7. Januar 1905 erhält sie durch Senatsbeschluss ihren heutigen Namen "Johanneum", da seit 1903 ein Neubau auf dem Gelände des Johannis-Jungfrauen-Klosters errichtet wird. 1906 erfolgt der Umzug.
Der Weltkrieg von 1914 bis 1918 hinterlässt auch im Johanneum seine Spuren; 156 Johanniter und 3 Lehrer sind gefallen. 1918 werden Klassen für den landwirtschaftlichen Hilfsdienst aufgelöst, und 1918/19 werden Notreifeprüfungen durchgeführt. (Nr. 28, 83)
Nach Kriegsende übernimmt Dr. Stodte die Schule. Man beginnt, demokratische Formen im Schulleben einzuführen (Vertrauensausschuss, Schülerausschuss, Schülerschaft).
Mit der Schulreform der Weimarer Zeit werden die Vorschulklassen abgebaut, die Schule heißt nun "Staatliches Reform-Realgymnasium und Deutsche Oberschule i. E."
Ab 1933 verlassen viele Lehrer die Schule, Ostern 1935 übernimmt Dr. Rudolf Drinkuth die Leitung. 1937 wandelt sich das Johanneum in eine Deutsche Oberschule.
Bedingt durch den zweiten Weltkrieg gibt es dann aber 1939 viele Schulausfälle, Lehrer und Schüler werden eingezogen. Reifevermerke werden ohne Prüfung erteilt. (Nr. 50-57) Im April 1945 muss der Unterricht eingestellt werden.
Im November 1945 wird der Unterricht mit ca. 700 Schülern, 12 Lehrkräften und Dr. Gaul als neuem Direktor fortgesetzt. Ab April 1948 übernimmt Oberstudiendirektor Dr. Pickert das Johanneum.
1960/61 wird der geplante Neubau fertiggestellt. Am 1. April 1963 wird die Leitung des Johanneums Oberstudiendirektor Heim übertragen.
Heutiger Leiter ist Jörn Muxfeldt.
Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten
Der Bestand "Johanneum" (Erwerb 33/1978) ist 1978 grob geordnet dem Archiv übergeben worden.
Die Akteneinheiten wurden, soweit nötig, nach Sachbetreffen neu geordnet, die Akten nach inhaltlichen und zeitlichen Gesichtpunkten gegliedert und verzeichnet.
Die Überlieferung ist zum Teil recht lückenhaft, da schulische Prozesse wenig dokumentiert sind. Prüfungs- und Zeugnisunterlagen nehmen den größten Teil des Bestandes ein.
Die bei den Akteneinheiten 121 bis 212 in Klammern stehenden Nummern weisen auf bereits im Johanneum festgelegte Bandnummern hin.
Der Bestand umfasst die Zeit von 1872 bis 1945, im geringen Umfang bis 1973.
Zitierweise: "Schulen. Johanneum"
Lübeck, den 6. Januar 1994
Kerstin Letz
Literaturangaben:
- 100 Jahre Johanneum zu Lübeck. Festschrift 1872-1972. Lübeck 1972, 191 S., Abb.
- Das Johanneum. Mitteilungen für die Eltern, Schüler, Ehemalige und Freunde der Schule (2 Hefte jährlich), seit 1872
Eingrenzung und Inhalt: Konferenzprotokolle, Tagebücher, Prüfungs- und Zeugnisunterlagen
Verwaltungsgeschichte/biographische Angaben: Am 18. Sept. 1871 wurde der Rat- und Bürgerschluss gefasst, die Domschule Lübecks zu einer städtischen Realschule umzugestalten, am 15. April 1872 wurde die "Höhere Bürgerschule" eröffnet. Am 30. Jan. 1893 erhielt die Schule die neue Bezeichnung "Realschule". Sie wurde ab 1901 ein "Realgymnasium und Realschule zu Lübeck" und erhielt am 7. Jan. 1905 durch Senatsbeschluss ihren heutigen Namen "Johanneum", da seit 1903 auf dem Gelände des St. Johannis-Jungfrauen-Klosters eine neue Schule gebaut wurde. 1906 erfolgte der Umzug. Mit der Schulreform der Weimarer Zeit nannte sich die Schule "Staatliches Reform-Realgymnasium und Deutsche Oberschule i.E.", 1937 "Deutsche Oberschule". Nach dem zweiten Weltkrieg wurde im November 1945 der Unterricht mit ca. 700 Schülern fortgesetzt.
Der Bestand ist 1978 und 1998 grob geordnet dem Archiv übergeben worden. Die Akten wurden 1994 und 1998 neu geordnet und verzeichnet.
12 lfm
Verwandte Verzeichnungseinheiten: Oberschulbehörde, NSA IX 2./6., Amt für Schulwesen
Vorwort: Johanneum
Bestandsgeschichte
Auf Antrag von C. D. Schwarzkopf im Bürgerausschuss wird am 18.09.1871 der Rath- und Bürgerschluss gefasst, die Domschule Lübecks zu einer städtischen Realschule umzugestalten. Am 15. April 1872 wird die "Höhere Bürgerschule" eröffnet. Sie beinhaltet eine zweijährige Vorschule und 5 Klassen, Rektor wird Johannes Burow. Am 30. Januar 1893 erhält die Schule, ebenfalls durch Rath- und Bürgerschluss, die neue Bezeichnung "Realschule". Neuer Direktor der Realschule ist ab 1898 Dr. Müller.
Am 3. Juni 1901 wird die Schule ein "Realgymnasium und Realschule zu Lübeck" und am 7. Januar 1905 erhält sie durch Senatsbeschluss ihren heutigen Namen "Johanneum", da seit 1903 ein Neubau auf dem Gelände des Johannis-Jungfrauen-Klosters errichtet wird. 1906 erfolgt der Umzug.
Der Weltkrieg von 1914 bis 1918 hinterlässt auch im Johanneum seine Spuren; 156 Johanniter und 3 Lehrer sind gefallen. 1918 werden Klassen für den landwirtschaftlichen Hilfsdienst aufgelöst, und 1918/19 werden Notreifeprüfungen durchgeführt. (Nr. 28, 83)
Nach Kriegsende übernimmt Dr. Stodte die Schule. Man beginnt, demokratische Formen im Schulleben einzuführen (Vertrauensausschuss, Schülerausschuss, Schülerschaft).
Mit der Schulreform der Weimarer Zeit werden die Vorschulklassen abgebaut, die Schule heißt nun "Staatliches Reform-Realgymnasium und Deutsche Oberschule i. E."
Ab 1933 verlassen viele Lehrer die Schule, Ostern 1935 übernimmt Dr. Rudolf Drinkuth die Leitung. 1937 wandelt sich das Johanneum in eine Deutsche Oberschule.
Bedingt durch den zweiten Weltkrieg gibt es dann aber 1939 viele Schulausfälle, Lehrer und Schüler werden eingezogen. Reifevermerke werden ohne Prüfung erteilt. (Nr. 50-57) Im April 1945 muss der Unterricht eingestellt werden.
Im November 1945 wird der Unterricht mit ca. 700 Schülern, 12 Lehrkräften und Dr. Gaul als neuem Direktor fortgesetzt. Ab April 1948 übernimmt Oberstudiendirektor Dr. Pickert das Johanneum.
1960/61 wird der geplante Neubau fertiggestellt. Am 1. April 1963 wird die Leitung des Johanneums Oberstudiendirektor Heim übertragen.
Heutiger Leiter ist Jörn Muxfeldt.
Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten
Der Bestand "Johanneum" (Erwerb 33/1978) ist 1978 grob geordnet dem Archiv übergeben worden.
Die Akteneinheiten wurden, soweit nötig, nach Sachbetreffen neu geordnet, die Akten nach inhaltlichen und zeitlichen Gesichtpunkten gegliedert und verzeichnet.
Die Überlieferung ist zum Teil recht lückenhaft, da schulische Prozesse wenig dokumentiert sind. Prüfungs- und Zeugnisunterlagen nehmen den größten Teil des Bestandes ein.
Die bei den Akteneinheiten 121 bis 212 in Klammern stehenden Nummern weisen auf bereits im Johanneum festgelegte Bandnummern hin.
Der Bestand umfasst die Zeit von 1872 bis 1945, im geringen Umfang bis 1973.
Zitierweise: "Schulen. Johanneum"
Lübeck, den 6. Januar 1994
Kerstin Letz
Literaturangaben:
- 100 Jahre Johanneum zu Lübeck. Festschrift 1872-1972. Lübeck 1972, 191 S., Abb.
- Das Johanneum. Mitteilungen für die Eltern, Schüler, Ehemalige und Freunde der Schule (2 Hefte jährlich), seit 1872
Eingrenzung und Inhalt: Konferenzprotokolle, Tagebücher, Prüfungs- und Zeugnisunterlagen
Verwaltungsgeschichte/biographische Angaben: Am 18. Sept. 1871 wurde der Rat- und Bürgerschluss gefasst, die Domschule Lübecks zu einer städtischen Realschule umzugestalten, am 15. April 1872 wurde die "Höhere Bürgerschule" eröffnet. Am 30. Jan. 1893 erhielt die Schule die neue Bezeichnung "Realschule". Sie wurde ab 1901 ein "Realgymnasium und Realschule zu Lübeck" und erhielt am 7. Jan. 1905 durch Senatsbeschluss ihren heutigen Namen "Johanneum", da seit 1903 auf dem Gelände des St. Johannis-Jungfrauen-Klosters eine neue Schule gebaut wurde. 1906 erfolgte der Umzug. Mit der Schulreform der Weimarer Zeit nannte sich die Schule "Staatliches Reform-Realgymnasium und Deutsche Oberschule i.E.", 1937 "Deutsche Oberschule". Nach dem zweiten Weltkrieg wurde im November 1945 der Unterricht mit ca. 700 Schülern fortgesetzt.
Der Bestand ist 1978 und 1998 grob geordnet dem Archiv übergeben worden. Die Akten wurden 1994 und 1998 neu geordnet und verzeichnet.
Bestand
Benutzungsbeschränkung: keine
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
30.06.2025, 10:12 MESZ