Berufung gegen das Urteil der 3. Instanz vom 25. Sept. 1714, wonach der Appellant 3 1/2 Malter Weizen an Erbpacht von insgesamt 12 1/2 Morgen Land „an der Wybach“ und „an der Roselsmühle“ zu Berrendorf (Kr. Bergheim) rückwirkend seit 1638 an die Appellatin bezahlen soll. Hintergrund des Prozesses ist ein Kaufvertrag von 1660, durch den Johann Arnold von Leerodt von den Eheleuten Anton Bartman und Elisabeth Moers 63 Morgen Ländereien zu Berrendorf erworben hat, die diese 1649 von den Eheleuten Junker Bertram von Wambach und Ursula von Schidderich (Schiederich) gekauft hatten. Die Appellatin klagte vor der 1. Instanz auf Entrichtung von insgesamt 9 Maltern Weizen von diesen Ländereien. Sie stützt ihre Ansprüche auf eine Rentverschreibung von 1367 und auf den tatsächlichen Empfang solcher Rente nach Ausweis des klösterlichen Heberegisters. Der Appellant behauptet, sein Vorfahre habe freie adelige und unverschuldete Ländereien gekauft. Er bestreitet, daß es sich um dieselben Ländereien handelt, die der Appellatin pachtpflichtig sind. Er hält es ferner für nicht erwiesen, daß Bertram von Wambach der Sohn des Reinhard von Weims (bei Kettenis, Kr. Eupen) gen. Wambach und der Agnes von Schaesberg zu Streithagen war, welche die streitigen Ländereien zu Berrendorfbesessen hatten.
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Berufung gegen das Urteil der 3. Instanz vom 25. Sept. 1714, wonach der Appellant 3 1/2 Malter Weizen an Erbpacht von insgesamt 12 1/2 Morgen Land „an der Wybach“ und „an der Roselsmühle“ zu Berrendorf (Kr. Bergheim) rückwirkend seit 1638 an die Appellatin bezahlen soll. Hintergrund des Prozesses ist ein Kaufvertrag von 1660, durch den Johann Arnold von Leerodt von den Eheleuten Anton Bartman und Elisabeth Moers 63 Morgen Ländereien zu Berrendorf erworben hat, die diese 1649 von den Eheleuten Junker Bertram von Wambach und Ursula von Schidderich (Schiederich) gekauft hatten. Die Appellatin klagte vor der 1. Instanz auf Entrichtung von insgesamt 9 Maltern Weizen von diesen Ländereien. Sie stützt ihre Ansprüche auf eine Rentverschreibung von 1367 und auf den tatsächlichen Empfang solcher Rente nach Ausweis des klösterlichen Heberegisters. Der Appellant behauptet, sein Vorfahre habe freie adelige und unverschuldete Ländereien gekauft. Er bestreitet, daß es sich um dieselben Ländereien handelt, die der Appellatin pachtpflichtig sind. Er hält es ferner für nicht erwiesen, daß Bertram von Wambach der Sohn des Reinhard von Weims (bei Kettenis, Kr. Eupen) gen. Wambach und der Agnes von Schaesberg zu Streithagen war, welche die streitigen Ländereien zu Berrendorfbesessen hatten.
AA 0627, 3347 - L 216/679
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 3. Buchstabe L
1715 - 1741 (1367 - 1741)
Enthaeltvermerke: Kläger: Graf Johann Arnold Edmund von Leerodt (Lehrath) zu Born (Kr. Kempen-Krefeld), jül.-berg Kanzler (gest. 20. April 1717), seit 1729 Graf B. von Nesselrode und Reichenstein, H(ermann) F(ranz) von Leerodt, J[ohann] A[rnold] A[drian] von Leerodt, F[erdiand] W[ihelm] von Leerodt und A[mbrosius] F[ranz] A[delbert] Graf von Hompesch zu Neersen als leerodtischer Vormund, (Bekl.) (2) Kläger: Maria Elisabeth Mechthild von Weichs, Äbtissin von St. Cäcilien in Köln. und Erben Bartman, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Cornelius Lindheimer 1715 - Subst.: Dr. Georg Friedrich Vergenius - Dr. Johann Wilhelm Ludolf [1727] 1729 Prokuratoren (Bekl.): Lic. Konrad Franz von Steinhausen [1711] 1715 - Subst.: Lic. Johann Justus Faber - Dr. Johann Adolph Brandt 1725 - Subst.: Dr. Johann Nikolaus Schmid - Lic. Johann Melchior Deuren [1730] 1738 - Subst. : Lic. A. J. Stephani Prozeßart: Appellationis cum mandato attentatorum revocatorio sine clausula Instanzen: 1. Gericht (Vogt der Stadt und des Amts Bergheim und Schöffen) in der Lohe 1661 - 1697 - 2. Stadt- und Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Düren 1697 - 1705 - 3. Jül.-berg. Hofgericht (Hofrichter und Assessoren) 1705 - 1714 - 4. RKG 1715 - 1741 (1367 - 1741) Beweismittel: Auszug aus dem Inventar des Hauses Stammeln, aufgestellt von Arnold Raitz von Frentz zu Schlenderhan und Michel von Schaesberg zu Streithagen als Vormünder der minderjährigen Kinder der Eheleute Reinhard von Weims gen. Wambach und Agnes von Schaesberg zu Streithagen, auf dem Haus Stammeln (Kr. Bergheim) von 1615 (Q 9). Kautionsschein (Q 13). Weizenpreise in Köln von 1638 - 1714 (Q 17). RKG-Mandatum ulterius attentatorum revocatorium, cassatorium et inhibitorium sine clausula vom 18. März 1716 (Q 20). RKG-Ulteriores compulsoriales vom 26. Juni 1716 (Q 26). Taxierung von Ländereien bei Heppendorf, Widdendorf, Berrendorf, Giesendorf, am Katzenfeld, an der Wybach etc. von 1732 (Q 43). Protokoll einer Versteigerung zu Bergheim von 1732 (Q 45). Weizenpreise in Köln von 1715 - 1731 (Q 49). RKG-Arctiores compulsoriales cum citatione ad videndum se incidisse in poenam simplicibus et ulterioribus insertam vom 18. Juli 1738 (Q 72). Rentverschreibung des Gibbel von Broggendorf (Brockendorf ?) für das Kloster St. Cäcilien zu Köln von 1367 (II 1-9). Auszug aus dem Heberegister St. Cäciliens von 1599 - 1638 betr. Ländereien zu Berrendorf (II 14-19). Kaufvertrag von 1660 zwischen den Eheleuten Anton Bartman, Bürger und Kaufmann von Susteren, und Elisabeth Moers als Verkäufern und Johann Arnold von Leerodt, Herrn zu Etzweiler (Kr. Bergheim), Domherrn zu Lüttich, als Käufer (II 57- 63). Auflistung der Pachteinnahmen St. Cäciliens zu Berrendorf von 1599 - 1638 (II 110-117). Zeugenverhör von 1700 (II 263-277). Beschreibung: 2 Bde., 18 cm; Bd. I: 6 cm, 210 Bl., lose; Q 1 - 82 und 84, 3 Beilagen; Bd. II: 12 cm, 786 Bl., gebunden, Q 83 (Priora).
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
28.04.2026, 08:14 MESZ