Furche-Verlag (Bestand)
Show full titleLandeskirchliches Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland
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45.00 Furche-Verlag Furche-Verlag Furche-Verlag
Landeskirchliches Archiv der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland (Archivtektonik) >> 4 Vereine und nichtlandeskirchliche Stellen >> 45 Verlage
Bestandsbeschreibung: 1910 wurde die Zeitschrift „Furche“ als "Monatsschrift zur Vertiefung christlichen Lebens und Anregung christlichen Werkes in der akademischen Welt" gegründet. Aus dem Mitarbeiterkreis dieses Monatsblattes der Altfreundeschaft der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung (DCSV) kam es dann 1916 zur Gründung eines Buchverlages, der den Namen der Zeitschrift auch für seine Arbeit übernahm: die FURCHE als Sinnbild der Aufgeschlossenheit für neues Leben und für den Glauben an Gottes Wirken in der Stille und in aller Welt, aber doch auch als Bild, dass der neue Verlag nicht als Selbstzweck. sondern um der Frucht willen zu führen sei.
Der Verlag konnte einen großen Autorenkreis gewinnen und ein breites Themenfeld abdecken. Neben Fragen zu Geisteswissenschaften, Dichtung und Kunst, Geschichte und Pädagogik, aber auch zu Fragen der Technik und der Wirtschaft, der Soziologie und Sozialethik, der Familien und der Frauenfrage galt die Verlagsarbeit dem weiten Aufgabengebiet der evangelischen Theologie, des kirchlichen Lebens und der Seelsorge. Zu diesem Kernstück des Furche Verlages gehörten auch die zu besonderer Verbreitung gelangten biblischen Hand- und Studienbücher und die auf 32 Bände angelegte Einführungsreihe in die Schriften des Neuen Testaments "Die urchristliche Botschaft". Andere Reihenunternehmungen des Verlages waren jeweils besonderen Arbeitsgebieten zugedacht.
Der Verlag legte auch großen Wert auf eine sorgfältige Gestaltung der Bücher, für die bekannte Buchkünstler und Grafiker wie F. H. Ehmke, J. L. Gampp und Rudolf Koch und ihre Schülerkreise gewonnen werden konnten.
Im Dritten Reich hatte der Verlag Konflikte mit den Machthabern auszutragen, zumal er nach eigenen Angaben sich als eines der Zentren der Bekennenden Kirche verstand. 1942 musste der Verlag die Arbeit einstellen. 1943 wurden alle Buchbestände in den Leipziger Geschäftsräumen und Niederlassungen des Verlages vernichtet, das Berliner Verlagshaus in den letzten Kriegswochen 1945 völlig zerstört. Der Verlag wurde in Tübingen wieder aufgebaut und bekam im selben Jahr die Lizenz zur Wiederaufnahme seiner Verlagstätigkeit. Die bis 1949 in Tübingen herausgekommenen Verlagsveröffentlichungen tragen nach den damaligen Lizenzvorschriften für das französische Besatzungsgebiet die Verlagsfirma Furche Verlag Dr. Katzmann.
Seit 1950 war der Furche Verlag in Hamburg ansässig, zunächst in Arbeitsgemeinschaft mit dem Friedrich-Wittig-Verlag, seit 1954 wieder in eigenen Geschäftsräumen. Zu den 1300 Veröffentlichungen, die vor dem Kriege im Furche Verlag herauskommen konnten, sind nach 1945 weitere ca. 500 Neuerscheinungen und Neuauflagen hinzugekommen. Die Monatsschrift "Die Furche", die nach dem Kriege ihr Erscheinen unter dem Titel "Die Neue Furche" wieder aufnehmen konnte, wurde 1953 mit der Monatschrift "Die Zeitwende" vereinigt und erschien als "Zeitwende: Die Neue Furche" im Sonntagsblatt Verlag in Hamburg.
An der Geschäftsführung des Verlages waren mit besonderen Aufgaben beteiligt Dr. Eberhard Arnold, später Inhaber des Arnold Verlages im Bruderhof (1916-1919), Gerhard Glitsch für den Ausbau des Furche-Kunstverlages (1924-1938), Dr. Ewald Katzmann, später Inhaber des Katzmann Verlags in Tübingen (1945-1949) und Friedrich Wittig, Inhaber des gleichnamigen Verlags in Hamburg (1950-1954) und seit 1954 Gertrud Rennebach, Tochter des Mitbegründers und Leiters Heinrich Rennebach.
Der Furche-Verlag wurde 1966/67 geschlossen.
Der Verlag konnte einen großen Autorenkreis gewinnen und ein breites Themenfeld abdecken. Neben Fragen zu Geisteswissenschaften, Dichtung und Kunst, Geschichte und Pädagogik, aber auch zu Fragen der Technik und der Wirtschaft, der Soziologie und Sozialethik, der Familien und der Frauenfrage galt die Verlagsarbeit dem weiten Aufgabengebiet der evangelischen Theologie, des kirchlichen Lebens und der Seelsorge. Zu diesem Kernstück des Furche Verlages gehörten auch die zu besonderer Verbreitung gelangten biblischen Hand- und Studienbücher und die auf 32 Bände angelegte Einführungsreihe in die Schriften des Neuen Testaments "Die urchristliche Botschaft". Andere Reihenunternehmungen des Verlages waren jeweils besonderen Arbeitsgebieten zugedacht.
Der Verlag legte auch großen Wert auf eine sorgfältige Gestaltung der Bücher, für die bekannte Buchkünstler und Grafiker wie F. H. Ehmke, J. L. Gampp und Rudolf Koch und ihre Schülerkreise gewonnen werden konnten.
Im Dritten Reich hatte der Verlag Konflikte mit den Machthabern auszutragen, zumal er nach eigenen Angaben sich als eines der Zentren der Bekennenden Kirche verstand. 1942 musste der Verlag die Arbeit einstellen. 1943 wurden alle Buchbestände in den Leipziger Geschäftsräumen und Niederlassungen des Verlages vernichtet, das Berliner Verlagshaus in den letzten Kriegswochen 1945 völlig zerstört. Der Verlag wurde in Tübingen wieder aufgebaut und bekam im selben Jahr die Lizenz zur Wiederaufnahme seiner Verlagstätigkeit. Die bis 1949 in Tübingen herausgekommenen Verlagsveröffentlichungen tragen nach den damaligen Lizenzvorschriften für das französische Besatzungsgebiet die Verlagsfirma Furche Verlag Dr. Katzmann.
Seit 1950 war der Furche Verlag in Hamburg ansässig, zunächst in Arbeitsgemeinschaft mit dem Friedrich-Wittig-Verlag, seit 1954 wieder in eigenen Geschäftsräumen. Zu den 1300 Veröffentlichungen, die vor dem Kriege im Furche Verlag herauskommen konnten, sind nach 1945 weitere ca. 500 Neuerscheinungen und Neuauflagen hinzugekommen. Die Monatsschrift "Die Furche", die nach dem Kriege ihr Erscheinen unter dem Titel "Die Neue Furche" wieder aufnehmen konnte, wurde 1953 mit der Monatschrift "Die Zeitwende" vereinigt und erschien als "Zeitwende: Die Neue Furche" im Sonntagsblatt Verlag in Hamburg.
An der Geschäftsführung des Verlages waren mit besonderen Aufgaben beteiligt Dr. Eberhard Arnold, später Inhaber des Arnold Verlages im Bruderhof (1916-1919), Gerhard Glitsch für den Ausbau des Furche-Kunstverlages (1924-1938), Dr. Ewald Katzmann, später Inhaber des Katzmann Verlags in Tübingen (1945-1949) und Friedrich Wittig, Inhaber des gleichnamigen Verlags in Hamburg (1950-1954) und seit 1954 Gertrud Rennebach, Tochter des Mitbegründers und Leiters Heinrich Rennebach.
Der Furche-Verlag wurde 1966/67 geschlossen.
Archivbestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
16.10.2025, 12:16 PM CEST
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