Marx Michelberger von Litzelbach und Ehefrau Barbara Küblerin bekennen, daß Gerwig [Blarer], Abt des Klosters Weingarten, ihnen auf Lebenszeit den halben Teil des Hofs und Guts in Litzelbach verliehen hat. Das Gut hatte früher Barthlome Meler und hat jetzt Thomas Michelberger, Vater des Ausstellers, inne. Die Verleihung erfolgt nach Übergabe des halben Teils durch den Vater und dessen jüngsten Sohn Erhard. Die Beliehenen müssen die Hofhälfte persönlich in Hubers Weise bewirtschaften und in gutem Zustand halten. Sie dürfen sie "niendert schlaitzen" und nichts daraus veräußern. Die zugehörigen Wälder dürfen sie nur zur Entnahme von Bau- und Brennholz für den Eigenbedarf nutzen, fruchttragende ("bärend") Bäume nicht fällen. Jährlich zu St. Martin bzw. den üblichen Zeiten entrichten sie als Zins und Hubgeld je 6 Scheffel Vesen und Hafer sowie 2 1/2 lb d Ravensburger Maßes und Währung, 6 Hühner, 1 Fasnachthenne und 100 Eier. Im Herbst muß jährlich vom ganzen Hof eine Weinfahrt vom (Boden)See geleistet werden. Bei Verletzung der Leihebedingungen, im Todesfall sowie bei Eingehung einer Ungenossamenehe fällt die Hofhälfte heim, desgleichen, wenn sich die Beliehenen dem Kloster mit Leib und Gut "abschwaif" oder ungehorsam machen. Sie muß dann mit Dritteil, Heu- und Strohrichte zurückgelassen werden. Anspruch auf Aufwendungsersatz besteht nicht.
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Marx Michelberger von Litzelbach und Ehefrau Barbara Küblerin bekennen, daß Gerwig [Blarer], Abt des Klosters Weingarten, ihnen auf Lebenszeit den halben Teil des Hofs und Guts in Litzelbach verliehen hat. Das Gut hatte früher Barthlome Meler und hat jetzt Thomas Michelberger, Vater des Ausstellers, inne. Die Verleihung erfolgt nach Übergabe des halben Teils durch den Vater und dessen jüngsten Sohn Erhard. Die Beliehenen müssen die Hofhälfte persönlich in Hubers Weise bewirtschaften und in gutem Zustand halten. Sie dürfen sie "niendert schlaitzen" und nichts daraus veräußern. Die zugehörigen Wälder dürfen sie nur zur Entnahme von Bau- und Brennholz für den Eigenbedarf nutzen, fruchttragende ("bärend") Bäume nicht fällen. Jährlich zu St. Martin bzw. den üblichen Zeiten entrichten sie als Zins und Hubgeld je 6 Scheffel Vesen und Hafer sowie 2 1/2 lb d Ravensburger Maßes und Währung, 6 Hühner, 1 Fasnachthenne und 100 Eier. Im Herbst muß jährlich vom ganzen Hof eine Weinfahrt vom (Boden)See geleistet werden. Bei Verletzung der Leihebedingungen, im Todesfall sowie bei Eingehung einer Ungenossamenehe fällt die Hofhälfte heim, desgleichen, wenn sich die Beliehenen dem Kloster mit Leib und Gut "abschwaif" oder ungehorsam machen. Sie muß dann mit Dritteil, Heu- und Strohrichte zurückgelassen werden. Anspruch auf Aufwendungsersatz besteht nicht.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 III U 1392
fasc. 044 n. 07
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 III Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III
Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III >> Urkunden >> 16. Jahrhundert
1529 November 15 (montag nach sant Martins des hailigen bischoffs tag)
23,6 x 37,4 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Schaden: Pergament fleckig
Ausstellungsort: Altdorf
Aussteller: Marx Michelberger von Litzelbach und Ehefrau Barbara Küblerin
Empfänger: Gerwig [Blarer], Abt des Klosters Weingarten
Siegler: Peter von Hoff zu Altdorf
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 S., stark besch.
Ausstellungsort: Altdorf
Aussteller: Marx Michelberger von Litzelbach und Ehefrau Barbara Küblerin
Empfänger: Gerwig [Blarer], Abt des Klosters Weingarten
Siegler: Peter von Hoff zu Altdorf
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 S., stark besch.
Hoff, Peter von
Kübler, Barbara
Meler, Bartholomäus
Michelberger, Barbara
Michelberger, Erhard
Michelberger, Marx
Michelberger, Thomas
Altdorf = Weingarten RV
Altdorf = Weingarten RV; Einwohner
Bodensee
Litzelbach : Boms RV
Litzelbach : Boms RV; Einwohner
Ravensburg RV; Maß
Ravensburg RV; Währung
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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