Urfehde Nr. 47
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7120
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 19 Urfehden
1523 Oktober 3, Samstag nach Michaelis
Regest: Conrat Hebin der Schuhmacher, Bürger zu Rewtlingen, bekennt, dass er im Gefängnis von Bürgermeister und Rat der Stadt Rewtlingen gelegen ist aus folgender Ursache. Nachdem er etliche Jahre in der Behausung des Almosens der Spenden zu Rewtlingen in der neuen Stadt, wo sie eine namhafte Menge Frucht liegen haben, haushäblich gesessen ist, hat er aus dem Kasten des genannten Almosens etliches Korn heimlich genommen und entwendet. Als der Verdacht des Diebstahls auf ihn fiel, hat er zur Auslöschung dieses Argwohns etliche Personen angezeigt, die ihm Korn gegeben hätten. Aber die Unwahrheit seines Vorgebens hat sich herausgestellt. Der Argwohn blieb an ihm hängen. Die Herren hätten mit peinlicher Frag (= Folter) zur Erfahrung der Wahrheit gegen ihn vorgehen können. Doch haben sie das aus Barmherzigkeit unterlassen und sich mit diesem und dem nachfolgenden Geständnis begnügt. Er hat auch seinem Bruder Hans Hebin, auch Bürger zu Rewtlingen, 3 Scheffel Korns aus seinem Haus heimlich entwendet. Für diese bö se Taten wäre er nach der Gerechtigkeit an Leib und Leben zu strafen gewesen, wie ihm auch die Herren von Rewtlingen darum Recht ergehen lassen wollten. Aber wegen ernstlicher Bitten geistlicher und weltlicher Personen und seiner ehrbaren Freundschaft (= Verwandtschaft) haben die Herren das Recht (= Gerichtsverfahren) gnädiglich fallen lassen und ihn aus dem Gefängnis ledig gelassen. Erhat einen Eid geschworen, wegen der ganzen Sache gegen jedermann in Rewtlingen ewiglich Urfehde zu halten und sich nie zu rächen, sondern den Herren sein Leben lang Dankbarkeit und Dienstbarkeit zu beweisen. Zu mehrerer Sicherheit hat er den Herren zu rechten Bürgen für 100 fl rheinisch gesetzt: Hans Hebin, seinen Bruder, Heinz Mesner, seinen Schwäher, und Auberlin Küwfuss, seinen Schwager, beide zu Metzingen im Uracher Tal gesessen. Wenn er seinen Eid nicht hielte, sollen die Bürgen den Herren 100 fl rhein. zu bezahlen verfallen sein und er soll ausserdem ein meineidiger, übersagter (= überführter) und schädlicher Mann heissen und sein. Die Herren von Rewtlingen oder andere in ihrem Namen mögen alsdann ihn richten oder richten lassen, mit was Pen (= Strafe) des Tods sie wollen
Die 3 Bürgen bekennen sich zu der Bürgschaft.
Die 3 Bürgen bekennen sich zu der Bürgschaft.
Beschreibstoff: Pg.
Archivale
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Siegler: Johannes Nippenburger genannt Stunder und Bernhart Bersenfeld, Bürger zu Rewtlingen
Siegel (Erhaltung): beide Siegel vorhanden, das zweite beschädigt
Genetisches Stadium: Or.
Siegel (Erhaltung): beide Siegel vorhanden, das zweite beschädigt
Genetisches Stadium: Or.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
20.03.2025, 11:14 AM CET