Enthaeltvermerke: Kläger: GrafPhilipp von der Mark, (Bekl.) Beklagter: Graf Johann Gerhard von Manderscheid-Blankenheim, Herr zu Gerolstein, (Kl.); als Interessenten: Elisabeth von Stolberg und Königstein, Witwe des Grafen Dietrich VI. von Manderscheid-Schleiden, Magdalene von Manderscheid und Virneburg geb. Gräfin von Manderscheid-Schleiden, Nassau, Wiesbaden und Idstein, Witwe von Dietrichs Bruder Joachim zu Neuerburg, für sich und ihre unmündigen Töchter Anna Salome, Catharina und Claudia (wegen der Unvollständigkeit des Prozesses sind die Parteien nicht völlig klar). Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Jakob Kremer (1597) Prozeßart: Appellationis hann 1468 mit der Grafschaft Blankenheim durch Herzog Gerhard von Jülich das Schloß und die Herrschaft Kasselburg ausdrücklich miteinbezogen worden seien. 1474 sei in einem Vertrag des Herzogs mit den Grafen von Manderscheid die Herrschaft Kasselburg als ein Zubehör der Grafschaft Blankenheim eingestuft und damit in einen möglichen Rückfall einbezogen worden. Nach dem Tod des Wilhelm von Loen sei Blankenheim dann „per successionem“ an Dietrich III. und seine Söhne gefallen. Darüber hinaus habe es für Kasselburg nie eine besondere Belehnung gegeben. Zur Geschichte von Kasselburg und Neublankenheim wird bemerkt, daß 1426 Wilhelm von Loen zu Jülich die beiden Herrschaften für 8000 Goldgulden dem Eberhard von der Mark zu Arenberg verpfändet hatte. Durch alle Erbteilungen hindurch seien sie „cum onere pignoris et iure reluitionis“ vererbt worden, ohne daß das Geld zurückgezahlt worden sei. Die Herrschaften seien daher bis heute belastet. Nach der Zerstörung von Kasselburg in Kriegswirren habe Dietrich IV. „dasselb Schloß in possessionem jedoch mitt obangezogenem last und Pfandtschillingk bekommen“. Ein Vergleich zwischen Dietrich IV. und Eberhard, Engelbrecht und Ludwig von der Mark regelte 1512 die Zukunft von Kasselburg. Es wird noch angeführt, daß Schloß Neublankenheim auf Grund und Boden von Blankenheim erbaut worden sei und somit dafür das gleiche gelte wie für Kasselburg. Neublankenheim sei ein Aftermannlehen von Blankenheim. Der Appellant soll sich nach dem Tod Dietrichs VI. das manderscheidische Archiv in Schleiden angeeignet haben. Instanzen: 1. Jül.-berg. Kommissare 1593 - 2. RKG 1597 - ? (1330 - 1597) Beweismittel: Genealogisches Schema: Nachkommen Dietrichs IV. von Manderscheid-Schleiden (68f.). Genealogisches Schema: Nachkommen des Grafen Gerhard von Blankenheim-Gerolstein-Kasselburg und seiner Frau Elisabeth von Windt (99f.). Verzichtsbrief des Grafen Wilhelm von Manderscheid-Kail 8. Mai 1482 (101 - 116) und seines Sohnes Jakob 1493 (117 - 119). Testament des Grafen Dietrich IV. von Manderscheid-Schleiden 15. Juni 1551 (119 - 130). Verzichtsbrief der Katharina von Manderscheid-Schleiden 24. Mai 1581 (130 - 139). Vertrag zwischen Gillis, dem Herrn von Daun, und seinem Sohn Heinrich einerseits und Gerhard von Blankenheim andererseits 1348 (140 - 144). Obligation des Dietrich von Daun und seines gleichnamigen Sohnes und dessen Frau Lucia für Gerhard von Blankenheim zu Kasselburg über 4000 Reichsgulden (sic) 11. Aug. 1396 (144 - 152 und 259 - 262), sowie drei weitere Urkunden der beiden 1397 und 1398 (153 - 166). Obligation des Wilhelm von Loen, Graf zu Blankenheim, und seiner Frau Elisabeth über 8800 rheinische Gulden für Eberhard von der Mark, in der er Kasselburg und Neublankenheim als Pfand einsetzt, 21. Mai 1426 (166 - 168 und 250 - 259). Kaufvertrag über das Dorf Duppach (Grafschaft Gerolstein) 1334 (168 - 170). Zwei Erbrentbriefe des Werner von Vlatten aus dem Dorf zu Poll (Polle; Kr. Düren) (170f.) und über Dorf und Herrlichkeit Elvenich (?) 1400 (171 - 173). Kaufvertrag über einen Zehnten zu „Zontorf“ zwischen einem Henlin von Staudernheim (Studehem, Studerheim, Kr. Bad Kreuznach) und Arnold von Blankenheim 1330 (173 - 175) sowie weitere zahlreiche Kaufverträge, Rentbriefe, Lehnsbriefe, Reversale (zum Teil mehrfach) etc. oder Auszüge daraus, alle Manderscheid, Blankenheim, Schleiden und/oder Kasselburg betreffend, u. a.: Arnold von Necherscheid für Gerhard von Loen und seine Frau Margarethe von Moers 1453, Reichardt von Staudernheim 1345, Carsilius von Palant 1386, Arnold von Leuterath (Luterode, Lutraidt) gen. von Jünkerath 1401, Dietrich von Gymnich und seine Frau Catharina einerseits und Arnold von Blankenheim und seine Frau Margarethe von Waldeck 1399, Johann Vogt von Hunolstein und Gerhard von Blankenheim- Kasselburg 1396, Niclas Vogt zu Hunolstein 1396, Heinrich der Alte, Herr zu Ehrenberg, und sein Sohn Gerhard 1340, Hilger von Langenau 1405, Johann von Lieser (Leeser) 1406, Friedrich und Dietrich von Kesselstadt 1425, Friedrich von Leuterath 1418, Johann von Palant 1376, Heinrich Schlirp von Kerpen 1387, Richard Baldewein 1333, Peter von dem Bongart 1466, Friedrich Hilchen von Lorch (Loirche) 1448, Friedrich zu Dollendorf 1340, Dietrich von Engelsdorf (Endelsdorp) 1401, Abt Dietrich von Prüm 1371, Lisa von Grenzau 1398, Vidimus der Statthalter von Holland, Seeland und Friesland von 1554 mit inserierten Urkunden, u. a. Lehensbriefe, z. B. Herzog Gerhards von Jülich und seines Sohnes Wilhelm für Dietrich (III.) von Manderscheid und seine Söhne Kuno, Johann und Wilhelm 1474, sowie verschiedener Grafen und Junggrafen von Manderscheid (175 - 331). Genealogisches Schema: Dietrich IV. von Manderscheid-Schleiden und seine Nachkommen (342). Wittumsverschreibung Dietrichs VI. von Manderscheid-Schleiden für seine von „leibsblödigkeitt“ betroffene Frau Elisabeth von Stolberg 13. Sept. 1585 (374 - 388). Beschreibung: 8 cm, 457 + 58 = 515 Bl., gebunden; nur Vorakten. Lit.: Die Manderscheider, Eine Eifeler Adelsfamilie. Herrschaft, Wirtschaft, Kultur. Katalog zur Ausstellung, hrsg. vom Landschaftsverband Rheinland, Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Kreis Euskirchen in Zusammenarbeit mit dem Archiv des Nationalmuseums Prag, Köln 1990.