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Nachlass Johann Majer, Pfarrer und Kartograph (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Karten, Pläne und Zeichnungen >> Handschriftliche Karten >> Altwürttemberg (bis 1806)
1680-1711
Überlieferungsgeschichte
Der vorliegende Bestand (bis 1968 unter der Signatur A 61 c) umfasst handschriftliche Kartenskizzen, -entwürfe und -reinzeichnungen von altwürttembergischen wie angrenzenden Gebieten, die die drei Jahrzehnte ausfüllenden Vorarbeiten zur oben erwähnten gedruckten Karte dokumentieren. Die meisten Blätter wurden bald nach Majers Tod aus dessen Nachlass gekauft, einzelne aus anderen Beständen des Hauptstaatsarchivs später hinzugenommen.
Inhalt und Bewertung
Johann Majer, der 1641 in Blaubeuren geboren wurde und 1712 als Prälat von Murrhardt starb, zählt zu den bedeutendsten Kartografen Württembergs. Er ist in eine Reihe zu stellen mit Georg Gadner, Wilhelm Schickhardt und Andreas Kieser, die der württembergischen Kartografie im 16. und 17. Jahrhundert entscheidende Impulse gegeben und jeweils grundlegende Werke geschaffen haben. An sie schließt Majer mit seiner 1710 bei Homann in Nürnberg erschienenen Karte des Herzogtums an, einem Werk, das für Württemberg bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts unübertroffen blieb.
Gliederung: Württemberg, Schwäbische Alb, Baar und Rottweiler freie Pirsch, Donau, Hohenlohe-Franken, Hohenzollern, Mainhardter und Welzheimer Wald, Löwensteiner Berge, Mömpelgard, Schönbuch, Schwarzwald, Strohgäu-Zabergäu-Kraichgau, Stuttgarter Forst, Benningen-Römische Reste, Verschiedenes.
Im Zuge einer Erfassung und Verzeichnung der im Hauptstaatsarchiv Stuttgart verwahrten handschriftlichen Karten wurden im Laufe des Jahre 1967 auch die von dem Pfarrer und Kartographen Johann Majer (1641-1712) stammenden Pläne und Risse bearbeitet, die er mit dem Ziel einer umfassenden und genauen Karte des Herzogtums Württemberg gefertigt hat. Zum Teil waren sie schon von Archivdirektor Dr. K.O. Müller erfasst und mit vorläufigen Signaturen versehen worden, die sich aber wegen ihrer Umständlichkeit nicht bewährten. Auch hatte er nur die ganz ausgeführten Karten Majers berücksichtigt, nicht aber dessen zahlreiche Skizzen und Entwürfe, die als Vorstudien gedient hatte. Sie lagen gebündelt in einem Schrank. Überdies hatte er die Majerschen Karten nicht als Einheit behandelt, sondern sie verschiedenen Reihen der im Aufbau begriffenen Kartensammlung zugewiesen, vor allem der Reihe "Forstkarten". Als sich bei der Sichtung und Ordnung der vom Forstamt Leonberg während oder nach dem letzten Krieg abgegebenen zahlreichen Forstkarten auch einige von der Hand Majers fanden, die nach den Signaturen bzw. Rückvermerken zu schließen einst im herzoglichen Archiv verwahrt gewesen waren, entschloss sich der Bearbeiter, alle Karten Majers zu sammeln und in einem eigenen Bestand zu vereinen. Nur so schien es ihm möglich, das Lebenswerk dieses bemerkenswerten Kartographen überschaubar zu machen und die Entwicklung seiner Technik an Hand der frühen und unfertigen Karten bis hin zu seiner bekannten Karte des Herzogtums Württemberg in zwei Blättern zu verfolgen, die 1710 bei Homann in Nürnberg im Druck erschien. Als einzige Ausnahme wurden dieser Sammlung nicht einverleibt die 20 von Majer in Bleistift bzw. Tusche ausgeführten Einzelblätter zu einer Karte Württembergs, die im Hauptstaatsarchiv Stuttgart in dem Bestand A 202, Geheimer Rat, Büschel 2404 verwahrt sind. Sie wurden dort belassen, da sie von den dazugehörigen Akten nicht zu trennen sind. Über das Leben und Werk Johann Majers gibt der Aufsatz des Bearbeiters in der Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 13 (1954), S. 220-248 (mit Nachtrag in ZWLG 14 (1955), S. 190/191) Auskunft. Hier ist auch ausgeführt, auf welche Weise seine Arbeiten in das herzogliche Archiv gelangt sind. Eine Würdigung des Kartographen und seiner Leistung gibt ferner Ruthardt Oehme in seiner "Geschichte der Kartographie des deutschen Südwestens" 1961. Die Verzeichnung der Karten erfolgte nach dem von der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg erarbeiteten Schema zur Inventarisierung alter Karten und Pläne. Da nur wenige Karten Majers einen Originaltitel trugen, musste in den meisten Fällen ein Behelfstitel gebildet werden, der in eckige Klammern gesetzt wurde. Außerdem wurden für die alphabetische Einordnung geographische Stichworte ausgeworfen. Dadurch wurde die Gliederung des Bestandes in Gruppen nach geographischen Gesichtspunkten erleichtert, wobei auch innerhalb der einzelnen Gruppe die alphabetische Reihenfolge eingehalten wurde. an den Anfang kam allerdings jeweils der übergeordnete Betreff zu stehen. Der Maßstab wurde, soweit er zu ermitteln war, nach Möglichkeit in moderne Bruchzahlenform umgerechnet oder durch Vergleich erschlossen. Bei der Ungenauigkeit mancher Karten konnten dabei oft nur Annäherungswerte gewonnen werden. Die Kartengröße (Breite x Höhe) wurde im Innenrand gemessen, wenn es nötig erschien auch die gesamte Blattgröße angegeben. Bei unregelmäßigem Verlauf des Randes oder bei Beschneidung des Blattes - K.O. Müller hat mehrfach beschädigte (verschimmelte) Teile eines Blattes weggeschnitten - wurden die Maximal- und Minimalwerte vermerkt. Bei der Angabe der Begrenzung eines Kartenbildes wurde jeweils oben links mit der Aufzählung begonnen und sie dann im Uhrzeigersinn fortgesetzt. Auf zusammengehörige Karten wurde, sofern sich die nicht aus der Reihenfolge von selbst ergab, verwiesen. Eine ganz Anzahl beschädigter Karten wurden in der Restaurierungswerkstätte des Hauptstaatsarchivs Stuttgart (Buchbindermeister Maier) wieder hergestellt und auf Leinwand aufgezogen. Zu erwähnen ist, dass Johann Majer eine Reihe älterer Vorlagen kopiert hat und in den meistern Fällen seine Quelle angibt. Es handelt sich dabei um Karten von H. Georgii (Nr. 8), Andreas Kieser (Nr. 10), Öttinger (Nr. 47), Georg Ludwig Stäbenhaber (Nr. 55), Georg Friedrich Ruff (Nr. 60), Wilhelm (?) Schickhardt (Nr. 65) und Johann Schuckart (Nr. 66). Der Bestand umfasst 70 Nummern; es ist jedoch durchaus möglich, dass sich im Laufe der Zeit noch weitere Karten Majers finden werden. Die Aufbewahrung erfolgt in Mappen, die zum Teil nach den Maßen der einzelnen Karte eigens angefertigt wurden. Ludwigsburg, September 1970 Dr. Robert Uhland
70 Nummern
Bestand
Robert Uhland, Johann Majer - ein württembergischer Kartograph. Die Entstehung der ersten neuzeitlichen Karte Württembergs. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 13 (1954), S. 220-248.
Ders.: Ein weiteres Kartenwerk von Johann Majer. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 14 (1955), S. 190-191.
Karte des Herzogtums Württemberg "Ducatus Wirtembergici cum locis limitaneis nova delineatio" von Johann Majer. Farbreproduktion im Originalmaßstab. Hg. vom Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, mit Erläuterungen von Margareta Bull-Reichenmiller, Stuttgart, 1981.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.