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Einheiten der Propagandatruppe der Luftwaffe (Bestand)
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Militär >> Reichswehr und Wehrmacht 1919 bis 1945/1946 >> Luftwaffe >> Kommandobehörden, Verbände und Einheiten
1939-1944
Geschichte des Bestandsbildners: Zu den Aufgaben der Propagandatruppen der Wehrmacht gehörten die Kriegsberichterstattung in Wort, Bild und Film, die Wehrbetreuung und die so genannte "Aktivpropaganda" (Beeinflussung des Feindes). Die Abteilung Wehrmachtpropaganda im Oberkommando der Wehrmacht (OKW/WFSt/WPr) war für die Organisation und Steuerung des Einsatzes aller Propagandaeinheiten zuständig; hinsichtlich der inhaltlichen Gestaltung der Tätigkeit der Berichterstatter, der Bereitstellung von Fachpersonal und Spezialgerät war sie auf die Zusammenarbeit mit dem für die politische Propaganda verantwortlichen Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) angewiesen. Da sich die Zahl der Propagandatruppen seit Kriegsbeginn und insbesondere seit Beginn des Feldzuges gegen die Sowjetunion wesentlich erhöht hatte und auch das Aufgabengebiet erweitert worden war, wurde im Oberkommando der Wehrmacht ab April 1942 die Stelle des "Chefs der Propagandatruppen" (Chef PrT) geschaffen, dem der Stab Abt. WPr, ab Ende 1942 dann Amtsgruppe WPr, als Arbeitsstab diente. Er war Waffenvorgesetzter der Propagandaeinheiten der drei Wehrmachtteile und der von der Waffen-SS aufgestellten Einheiten. Im Zuge dieser Neuorganisation wurden die Propagandatruppen aus den Nachrichtentruppen herausgelöst und ab Oktober 1942 zur eigenen Truppengattung.
Während das Heer bereits 1938 Propaganda-Kompanien (PK) formiert hatte, zogen Luftwaffe und Marine erst 1939 nach. Im Juli und August 1939 wurden für die vier Luftflotten die Luftwaffen-Propaganda-Kompanien Nr. 1 - 4 in Berlin, Braunschweig, München und Wien und für das Luftwaffenkommando Ostpreußen ein selbständiger Propaganda-Zug in Königsberg aufgestellt. Im Laufe des Jahres 1940 kamen die Luftwaffen-Kriegsberichter-Kompanien 5 - 8 (Lw. KBK) sowie eine Fallschirm-Kriegsberichter-Kompanie und die Luftwaffen-Kriegsberichter-Kompanie z.b.V. hinzu (siehe: Gen.St. Abt. Nr. 1577/39 (IIIB) vom 7.6.1939 in RL 2 III/349).
Ab dem 1. Juni 1943 wurden bei den Stäben der Luftflotten die Stelle des Stabsoffiziers für Luftwaffenpropaganda (Stoprop) eingerichtet. Sie waren den Befehlshabern der Luftflotten unmittelbar unterstellt und erhielten ihre Weisungen vom Chef der Propagandatruppen. Ihnen oblag die Steuerung des gesamten Propagandaeinsatzes in ihrem Bereich. Ferner hatten sie die Einsatzleistung der Kriegsberichter zu überwachen, Personal, Gerät und Kraftfahrzeuge anzufordern und das Berichtermaterial an OKW/WPr weiterzuleiten (siehe: KTB Lw. KBK 1 v. 21./22.5.1943 in RL 15/9; Gen.St. 2. Abt. Nr. 17085/44 v. 26.7.1944 in RL 2 III/349).
Mit der Verlagerung der Aufgaben von der Kompanie auf das Luftflottenkommando war es möglich geworden, eine Führungsstelle einzusparen und in der Folge wurden die Kriegsberichter-Kompanien Anfang Juni 1943 aufgelöst (siehe: KTB Lw. KBK 1 v. 21./22.5.1943 in RL 15/9). An deren Stelle traten dann etwa ab Mitte 1944 Luftwaffen-Kriegsberichter-Abteilungen, deren Kommandeure gleichzeitig die Stoprop der Luftflotten waren (siehe: Gen.St. 2. Abt. Nr. 17085/44 v. 26.7.1944 in RL 2 III/349). Den Abteilungen waren jetzt nur noch Züge zugeteilt. Einsatzmäßig und truppendienstlich unterstanden die Abteilungen den Luftflottenkommandos bzw. Luftwaffenkommandos, die Züge entweder unmittelbar den Luftflottenkommandos oder den Flieger-Korps und Flak-Korps (siehe: Gen.St. 2. Abt. Nr. 17085/44 v. 26.7.1944 in RL 2 III/349). Im Jahre 1943 gab es insgesamt acht Luftwaffen-Kriegsberichter-Abteilungen mit rund 25 Kriegsberichter-Zügen, den Luftwaffen-Kriegsberichter-Zug "Hermann Göring" und sechs bis acht Propaganda-Züge; letztere waren vor allem für die Truppenbetreuung verantwortlich. Ende 1944 erfolgte aufgrund der kriegsbedingten personellen Reduzierung eine erneute Umgliederung. Es wurde eine Wehrmacht-Kriegsberichter- Abteilung gebildet, in der alle Kriegsberichter-Züge der drei Wehrmachtteile organisatorisch zusammengefasst wurden. Der Einsatz der einzelnen Züge erfolgte wie bisher bei den Kommandobehörden.
Die Entwicklung der Organisation des Ersatz- und Ausbildungswesens verlief ähnlich wechselvoll. Im November 1939 wurde in Potsdam eine Propaganda-Ersatz-Kompanie aufgestellt, die im Juli 1940 zur Propaganda-Ersatz-Abteilung, später dann zur Propaganda-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung erweitert wurde. In ihr waren zunächst auch die Angehörigen der Luftwaffe erfasst. Diese wurden dann ab Herbst 1940 der nach Berlin verlegten Luftwaffen-Kriegsberichter-Kompanie z.b.V. zugewiesen, die zusätzlich die Ausbildung zu übernehmen hatte. Nach Beginn des Feldzuges gegen die Sowjetunion wurde eine eigene Luftwaffen-Kriegsberichter-Ersatz-Kompanie formiert, die der Propaganda-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung als 5. Kompanie angegliedert war. Für die Personalbewirtschaftung des allgemeinen militärischen Personals war die Luftwaffen-Ersatz-Division verantwortlich, während das Fachpersonal ausschließlich vom OKW/WFT/WPr gestellt wurde (siehe: Gen.St. 2. Abt. Nr. 17085/44 v. 26.7.44 in RL 2 III/349).
Bestandsbeschreibung: Die Akten stammen aus Rückführungen aus den USA und Großbritannien an die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes. Von dort wurden die Akten ab 1968 an das Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv abgegeben.
Inhaltliche Charakterisierung: Die Unterlagen des Bestandes setzen sich aus Kriegstagebüchern der Luftwaffen-Kriegsberichter-Kompanien 1, 5, 7 und 8, in der Masse jedoch aus Wortberichten zusammen, die meistenteils noch durch Verzeichnisse der Wort-, Film-, Bild- und Rundfunkberichte ergänzt werden. Bei den Wortberichten handelt es sich hauptsächlich um auf einzelne Kampfhandlungen bezogene Schilderungen und um Aufzeichnungen über die Tätigkeit der Luftwaffen-Sonderdienste sowie über herausragende Leistungen einzelner Soldaten. Teilweise liegen diesen Berichten Fotos bei.
Zitierweise: BArch RL 15/...
Einheiten der Propagandatruppe der Luftwaffe, 1939-1945
142 Aufbewahrungseinheiten
Bestand
deutsch
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: RL 2-III Generalstab der Luftwaffe / Generalquartiermeister; hier: 2. Abteilung (Organisation)
RL 7-14/147: Der Balkan-Adler.- Frontzeitung, 1944
RL 8/533: Adler vom Aetna.- Frontzeitung, 1941
RL 8/328-331: Adler von Hellas.- Frontzeitung, 1941-1944
MSG 3/2469-2476: Die Wildente.- Mitteilungsblatt für ehemalige Angehörige der Propagandakompanien (PK) der Wehrmacht, 1956-1966
R 55 Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (Bundesarchiv, Abt. Reich)
Bildarchiv in Koblenz, Aufnahmen von Bildberichterstattern der Propaganda-Kompanien
Filmarchiv in Berlin, Roh- und Schnittmaterial für die Wochenschauen
Amtliche Druckschriften: RLD 13
Literatur: Barkhausen, Hans: Filmpropaganda im Ersten und Zweiten Weltkrieg, Hildesheim 1982
Buchbender, Ortwin: Das tönende Erz: deutsche Propaganda gegen die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg, Stuttgart 1978 (Schriftenreihe der Studiengesellschaft für Zeitprobleme. Militärpolitik; 13)
Bucher, Peter: Goebbels und die deutsche Wochenschau. Nationalsozialistische Filmpropaganda im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, in: Militärgeschichtliche Mitteilungen 40, 1986, S. 53-70
Dierich, Wolfgang: Die Verbände der Luftwaffe 1935-1945, Stuttgart 1976
Echternkamp, Jörg (Hrsg.): Die Deutsche Kriegsgesellschaft: 1939 bis 1945, 2 Bände, Stuttgart 2004f. (im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes)
Eckhardt, H.-W.: Die Frontzeitung des deutschen Heeres 1939-1945, Wien 1975
Endres, Robert: Zum Verbleib der Luftwaffenakten beim Zusammenbruch 1945 und danach, in: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): 50 Jahre Luftwaffen- und Luftkriegs-Geschichtsschreibung, Freiburg 1970, S. 25-31
Ertl, Hans: Als Kriegsberichter 1939-1945, Innsbruck 1985 (Propaganda-Kompanie 501)
Francke, Helmut: Entwicklung und Tätigkeit der Abteilung Wehrmachtpropaganda im OKW in der faschistischen psychologischen Kriegsführung 1939-1940, 2 Bände, Berlin 1987
Held, Walter: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Eine Bibliographie der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. 5 Bände, Osnabrück 1978 ff.
Hesse, Kurt: Die deutsche Wehrmachtpropaganda im Zweiten Weltkrieg, in: Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 8/1950, S. 566-579
Hirt, Alexander: Die deutsche Truppenbetreuung im Zweiten Weltkrieg: Konzeption, Organisation und Wirkung, in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 59, 2000, S. 407-434
Hotz, Walter: Daß der Geist nicht sterben kann. Gesichte, Berichte und Gedanken der Kriegsjahre, Lindhorst 1982
Kirchner, Klaus: Flugblattpropaganda im 2. Weltkrieg, Erlangen 1982ff.
Band 2: Flugblätter aus Deutschland 1939/40
Band 10: Flugblätter aus Deutschland 1941
Leser, Lothar: Deutsche Flugblattpropaganda im Bereich der 20. (Gebirgs-) Armee (Propaganda-Kompanie 680), in: Jahresbibliographie der Bibliothek für Zeitgeschichte 1974, S. 573-586
Leverkuehn, Paul: Der geheime Nachrichtendienst der deutschen Wehrmacht im Kriege, Frankfurt am Main [u.a.] 1964
Martin, Hans-Leo: Unser Mann bei Goebbels. Verbindungsoffizier des Oberkommandos der Wehrmacht beim Reichspropagandaminister 1940-1944, Neckargemünd 1973
Murawski, Erich: Der deutsche Wehrmachtbericht 1939-1945. Ein Beitrag zur Untersuchung der geistigen Kriegführung; mit einer Dokumentation der Wehrmachtberichte vom 1.7.1944 bis zum 9.5.1945, 2. (durchges.) Aufl., Boppard 1962
Scheel, Klaus: Der Aufbau der faschistischen PK-Einheiten vor dem Zweiten Weltkrieg, in: Zeitschrift für Militärgeschichte 1965, S. 444-455
Schmidt, Wolfgang: "Maler an die Front". Zur Rolle der Kriegsmaler und Pressezeichner der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, in: Müller, Rolf-Dieter und Hans-Erich Volkmann: Die Wehrmacht - Mythos und Realität, München 1999, S. 635-684
Schmidt-Scheeder, G.: Reporter der Hölle. Die Propaganda-Kompanien im 2. Weltkrieg, Stuttgart 1977
Schnabel, R.: Mißbrauchte Mikrophone. Deutsche Rundfunkpropaganda im Zweiten Weltkrieg. Eine Dokumentation, Wien 1967
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, 20 Bände, Osnabrück 1967 ff.
Uzulis, André: Psychologische Kriegsführung und Hitlers Erfolg im Westen. Zur Nationalsozialistischen Rundfunk- und Flugblattpropaganda gegenüber Frankreich 1939/40, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 42, 1994, S. 139-153
Wäntig, Andreas: Die psychologische Kriegsführung der faschistischen deutschen Wehrmacht in Vorbereitung und während des Überfalls auf die UDSSR - dargestellt anhand der Entwicklung und Aktivitäten der Abteilung Wehrmachtpropaganda im Oberkommando der Wehrmacht 1941-1945, 2 Bände, Berlin 1988
Wedel, Hasso v.: Die Propagandatruppen der Deutschen Wehrmacht, Neckargemünd 1962
Wette, Wolfram (Hrsg.): Das letzte halbe Jahr: Stimmungsberichte der Wehrmachtpropaganda 1944/45, Essen 2001
Wulf, Josef: Presse und Funk im Dritten Reich. Eine Dokumentation, Frankfurt a. Main 1983