Schlachthaus (1884 - 1947)
Show full title
Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Dep. 1 T 6-7 Nr. 233
Akten Nr. 233/1-5
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Dep. 1 T 6-7 Stadtarchiv Sigmaringen: Nachlass Franz Keller, Pädagoge, Heimatkundler (1875-1950)
Stadtarchiv Sigmaringen: Nachlass Franz Keller, Pädagoge, Heimatkundler (1875-1950) >> Stadtgeschichte und Stadtverwaltung
Enthält:
1) Das städtische Schlachthaus in Sigmaringen - Bericht von Schlachthausaufseher J. Ruprecht vom September 1926, zur Zeit Polizeimeister, S. 1 - 7. Das Schlachthaus, gebaut unter Bürgermeister Gayer und der Bauleitung von Regierungsbaurat Baur, besteht aus drei getrennten Gebäuden. In einem Gebäude sind die Schlachthallen untergebracht, je eine für Großvieh, Schweine und Kälber - im zweiten Gebäude die Aufseherwohnung mit Büro, die Stallungen und Kadaunenwäsche, im dritten die Freibank, Krankviehstall und Holzstall. Baukosten RM. 50 000,-. Bezugsfertig im Mai 1885
Erster Schlachthausaufseher Benedikt Pfaff 1885 - 1913. Gehalt RM. 1200,-, Wohnung und Holz
Fleischbeschauer, Departementstierarzt Schanz gegen jährliche Entschädigung von RM. 500,-
Amtstierarzt Ritter 1886 - 1891
Departementstierarzt Franz Deigendesch 1891 - 1914 (siehe Akten Nr. 48 [Bestellnummer 58])
Schlachthausaufseher Ruprecht 1913 - 1923, zugleich stellvertretender Fleischbeschauer
Ergänzungsfleischbeschauer Tierarzt Ritter, gestorben 1921
Stadttierarzt Dr. Keinath 1919 - 1925
Kriegmaßnahmen: 1915 Rauchfleischeinkauf der Stadt, Aufbewahrung in der Kälberhalle
Verkauf von Wildbret während und nach dem Kriege im Schlachthaus. Metzger Hoffmann. Schlachtscheine der Metzger - Schwarzschlachtungen
Viehhändler Friedrich Frey (siehe Akten Nr. 126 [Bestellnummer 147]).
1916 Ruprecht im Heeresdienst; Pfaff versieht die Stelle bis Kriegsende
1918 nach Kriegsende Feldschlachterei im Schlachthaus
1917 erstes Pferd im Schlachthaus geschlachtet (siehe Akten Alter Fritz Nr. 137 [Bestellnummer 162])
1919 erster amerikanischer Speck, Verkauf im Schlachthaus
1920 auf Kosten der Stadt Schlachtung von 50 Schweinen; Aufbewahrung von Rauchfleisch und Fett im Schlachthaus, später Verkauf an die Einwohner
1920 die Stadt ließ in der Konservenfabrik in Schorndorf 50 Ochsen und Rinder schlachten und zu Büchsenfleisch und Wurst verarbeiten
1921 werden 350 klauenseucheverdächtige Jungschweine geschlachtet, die nach Stuttgart verschickt wurden
1922 große Klauenseuche und Notschlachtung
1922/ 1923 die Kälberhalle, Möbelmagazin und Sarghalle
1925/ 1929 Dr. Flad, Stadttierarzt, Schlachthausaufseher Pfister, 1923 - 1929
2) Das städtische Schlachthaus 1929 - 1947. Bericht von Schlachthausverwalter Alois Boos, geboren 5.1.1891 in Krauchenwies. 70 Prozent Kriegversehrter. Er berichtet wie sein Vorgänger über die Metzger Viktor Baur, Heinrich Brandhuber, Moritz Emele, Leopold Gayer, Josef Kempter, Alois Raminger und die Witwe von Reinhold Schön - die Schlachttage die Zahl der Schlachtungen und die Schlachthausgebühren
1929 ein siebenwöchentlicher Kursus für Fleischbeschauer
1930 ein vierwöchentlicher Kursus für Trichinenschau
Beschaffung eines Mikroskops und Tichinoskops
Stadttierarzt Dr. Deubel 1929 - 1935, Stadttierarzt Dr. Schaaf 1935 - 1936, Stadttierarzt Dr. Zinn 1936 - 1941 (vertretungsweise 1941 - 1945 Schlachthausverwalter Boos)
Ergänzungsschau Veterinärrat Lenfers
1939 Projektieter Neubau des Schlachthofes kann wegen Kriegsausbruch nicht zur Durchführung kommen
Vermehrte Kriegsarbeit, Einberufung der Metzger, Rationssätze für Fleisch, bei Kriegsbeginn 500 Gramm pro Woche, Senkung auf 400 beziehungsweise 350 Gramm, 250 Gramm
Versorgung der sechs Lazarette, einer Landschützenkompanie und anderer Stellen durch das Schlachthaus
Zusätzliche Arbeit durch Bereitschaftsdienst bei Fliegergefahr und sonntags
Im Jahre 1939/ 1940 geschlachtet: 1880 Schweine, 963 Kälber, 51 Ziegen, 234 Kühe, 47 Schafe, 248 Rinder, 106 Bullen und 15 Ochsen
Durch Sprengung der Laizer Brücke 22.4.1945 wurde das Schlachthaus stark in Mitleidenschaft gezogen
Am 24.4.1945 mussten die Schlachtungen für die Besatzung in erhöhtem Maße durchgeführt werden
Boos berichtet ferner über die wäh rend seinerAmtszeit ausgeführten baulichen Veränderungen sowie über die Veränderungen im Betriebe der Metzger
Brennholzbedarf jährlich bis 150 Raummeter. Dienstbezüge monatlich 235,- und Wohnung
Der Bericht ist sorgfältig von Boos aufgestellt, umfasst 12 Seiten, maschinenschriftlich
3) Markt- und Ladenpreise von Sigmaringen nach amtlichen Akten 1914 - 1916 - 1922
4) Zeitungsnotiz vom 3.4.1880, Schlachtung in der Osterwoche. Ratsprotokoll 1837, S. 255 betreffs Plan für ein Schlachthaus
5) Mahnruf Tuberkulose, Tiere, 1927
Abgeschlossen 3.5.1947. Keller
1) Das städtische Schlachthaus in Sigmaringen - Bericht von Schlachthausaufseher J. Ruprecht vom September 1926, zur Zeit Polizeimeister, S. 1 - 7. Das Schlachthaus, gebaut unter Bürgermeister Gayer und der Bauleitung von Regierungsbaurat Baur, besteht aus drei getrennten Gebäuden. In einem Gebäude sind die Schlachthallen untergebracht, je eine für Großvieh, Schweine und Kälber - im zweiten Gebäude die Aufseherwohnung mit Büro, die Stallungen und Kadaunenwäsche, im dritten die Freibank, Krankviehstall und Holzstall. Baukosten RM. 50 000,-. Bezugsfertig im Mai 1885
Erster Schlachthausaufseher Benedikt Pfaff 1885 - 1913. Gehalt RM. 1200,-, Wohnung und Holz
Fleischbeschauer, Departementstierarzt Schanz gegen jährliche Entschädigung von RM. 500,-
Amtstierarzt Ritter 1886 - 1891
Departementstierarzt Franz Deigendesch 1891 - 1914 (siehe Akten Nr. 48 [Bestellnummer 58])
Schlachthausaufseher Ruprecht 1913 - 1923, zugleich stellvertretender Fleischbeschauer
Ergänzungsfleischbeschauer Tierarzt Ritter, gestorben 1921
Stadttierarzt Dr. Keinath 1919 - 1925
Kriegmaßnahmen: 1915 Rauchfleischeinkauf der Stadt, Aufbewahrung in der Kälberhalle
Verkauf von Wildbret während und nach dem Kriege im Schlachthaus. Metzger Hoffmann. Schlachtscheine der Metzger - Schwarzschlachtungen
Viehhändler Friedrich Frey (siehe Akten Nr. 126 [Bestellnummer 147]).
1916 Ruprecht im Heeresdienst; Pfaff versieht die Stelle bis Kriegsende
1918 nach Kriegsende Feldschlachterei im Schlachthaus
1917 erstes Pferd im Schlachthaus geschlachtet (siehe Akten Alter Fritz Nr. 137 [Bestellnummer 162])
1919 erster amerikanischer Speck, Verkauf im Schlachthaus
1920 auf Kosten der Stadt Schlachtung von 50 Schweinen; Aufbewahrung von Rauchfleisch und Fett im Schlachthaus, später Verkauf an die Einwohner
1920 die Stadt ließ in der Konservenfabrik in Schorndorf 50 Ochsen und Rinder schlachten und zu Büchsenfleisch und Wurst verarbeiten
1921 werden 350 klauenseucheverdächtige Jungschweine geschlachtet, die nach Stuttgart verschickt wurden
1922 große Klauenseuche und Notschlachtung
1922/ 1923 die Kälberhalle, Möbelmagazin und Sarghalle
1925/ 1929 Dr. Flad, Stadttierarzt, Schlachthausaufseher Pfister, 1923 - 1929
2) Das städtische Schlachthaus 1929 - 1947. Bericht von Schlachthausverwalter Alois Boos, geboren 5.1.1891 in Krauchenwies. 70 Prozent Kriegversehrter. Er berichtet wie sein Vorgänger über die Metzger Viktor Baur, Heinrich Brandhuber, Moritz Emele, Leopold Gayer, Josef Kempter, Alois Raminger und die Witwe von Reinhold Schön - die Schlachttage die Zahl der Schlachtungen und die Schlachthausgebühren
1929 ein siebenwöchentlicher Kursus für Fleischbeschauer
1930 ein vierwöchentlicher Kursus für Trichinenschau
Beschaffung eines Mikroskops und Tichinoskops
Stadttierarzt Dr. Deubel 1929 - 1935, Stadttierarzt Dr. Schaaf 1935 - 1936, Stadttierarzt Dr. Zinn 1936 - 1941 (vertretungsweise 1941 - 1945 Schlachthausverwalter Boos)
Ergänzungsschau Veterinärrat Lenfers
1939 Projektieter Neubau des Schlachthofes kann wegen Kriegsausbruch nicht zur Durchführung kommen
Vermehrte Kriegsarbeit, Einberufung der Metzger, Rationssätze für Fleisch, bei Kriegsbeginn 500 Gramm pro Woche, Senkung auf 400 beziehungsweise 350 Gramm, 250 Gramm
Versorgung der sechs Lazarette, einer Landschützenkompanie und anderer Stellen durch das Schlachthaus
Zusätzliche Arbeit durch Bereitschaftsdienst bei Fliegergefahr und sonntags
Im Jahre 1939/ 1940 geschlachtet: 1880 Schweine, 963 Kälber, 51 Ziegen, 234 Kühe, 47 Schafe, 248 Rinder, 106 Bullen und 15 Ochsen
Durch Sprengung der Laizer Brücke 22.4.1945 wurde das Schlachthaus stark in Mitleidenschaft gezogen
Am 24.4.1945 mussten die Schlachtungen für die Besatzung in erhöhtem Maße durchgeführt werden
Boos berichtet ferner über die wäh rend seinerAmtszeit ausgeführten baulichen Veränderungen sowie über die Veränderungen im Betriebe der Metzger
Brennholzbedarf jährlich bis 150 Raummeter. Dienstbezüge monatlich 235,- und Wohnung
Der Bericht ist sorgfältig von Boos aufgestellt, umfasst 12 Seiten, maschinenschriftlich
3) Markt- und Ladenpreise von Sigmaringen nach amtlichen Akten 1914 - 1916 - 1922
4) Zeitungsnotiz vom 3.4.1880, Schlachtung in der Osterwoche. Ratsprotokoll 1837, S. 255 betreffs Plan für ein Schlachthaus
5) Mahnruf Tuberkulose, Tiere, 1927
Abgeschlossen 3.5.1947. Keller
Archivale
Baur, Regierungsbaurat, Sigmaringen
Baur, Viktor, Sigmaringen
Boos, Alois, Schlachthausverwalter, Sigmaringen
Brandhuber, Heinrich, Metzger, Sigmaringen
Deubel, Dr., Metzger, Sigmaringen
Emele, Moritz, Metzger, Sigmaringen
Flad, Dr.
Frey, Friedrich
Gayer, Bürgermeister, Sigmaringen
Gayer, Leopold, Metzger, Sigmaringen
Hoffmann, Metzger, Sigmaringen
Keinath, Dr,. Tierarzt, Sigmaringen
Kempter, Josef, Metzger, Sigmaringen
Lenfer, Veterinärrat, Sigmaringen
Pfaff, Benedikt, Schlachthausaufseher, Sigmaringen
Pfister, Schlachthausaufseher, Sigmaringen
Raminger, Alois, Sigmaringen
Ritter, Amtstierarzt
Ruprecht, J., Schlachthausaufseher, Sigmaringen
Schaaf, Dr., Metzger, Sigmaringen
Schanz, Departementstierarzt
Schön, Reinhold; Metzgermeister, Sigmaringen
Zinn, Dr., Metzger, Sigmaringen
Krauchenwies SIG
Schorndorf WN
Sigmaringen SIG; Laizer Brücke
Sigmaringen SIG; Schlachthaus
Stuttgart S
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
03.04.2025, 1:48 PM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen (Archivtektonik)
- Deposita (ohne FAS - Dep. 39) (Archival tectonics)
- Stadtarchiv Sigmaringen (Archival tectonics)
- Nachlässe (Archival tectonics)
- Stadtarchiv Sigmaringen: Nachlass Franz Keller, Pädagoge, Heimatkundler (1875-1950) (Archival holding)
- Stadtgeschichte und Stadtverwaltung (Classification)