Streit um den Besitz des freiadeligen Lehnshofes Heeze in der Reichsherrschaft Slenaken und Berufung gegen den Bescheid der Vorinstanz vom 10. Juni 1746, den Feudal- und Allodialanteil des Lehnshofes Heeze vorläufig voneinander zu trennen. Das streitige Lehnsgut ist 1745 wegen der großen Schuldenlasten (Gläubiger: der Aachener Schöffe und Lehnsstatthalter zu Slenaken Hermann Franz von Brauman bzw. dessen Witwe Anna Dorothea Freyns mit insgesamt 1825 Rtlr. und der Aachener Schöffe und Landdrost der Reichsgrafschaft Wittem Johann Friedrich von Pelser mit 1000 Rtlr.), die der Inhaber, der Junker (Werner) von der Koeuyffen, nicht mehr tragen konnte, zwangsversteigert worden. Der Appellant hat ihn beim „Palenschlag“ für 20142 (oder 19167) Maastrichter Gulden erworben. Dagegen klagten die Gräfin von Plettenberg und ihr Sohn vor der 1. Instanz, die unter Berufung auf ihr „Einstandsrecht“ (auch: ius retractus, Schuttung, Vernäherung) die Veräußerung des Lehnsgutes rückgängig machen wollen, wobei der Allodialanteil des Lehnsguts abgetrennt oder dafür eine Entschädigung gezahlt werden sollte. Vor dem RKG ließ sich später die Witwe von Koeuyffen namens ihrer 5 Kinder von Johann Werner von Koeuyffen als Intervenientin ein und beanspruchte die Rückerstattung des streitigen Lehnshofes.
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Streit um den Besitz des freiadeligen Lehnshofes Heeze in der Reichsherrschaft Slenaken und Berufung gegen den Bescheid der Vorinstanz vom 10. Juni 1746, den Feudal- und Allodialanteil des Lehnshofes Heeze vorläufig voneinander zu trennen. Das streitige Lehnsgut ist 1745 wegen der großen Schuldenlasten (Gläubiger: der Aachener Schöffe und Lehnsstatthalter zu Slenaken Hermann Franz von Brauman bzw. dessen Witwe Anna Dorothea Freyns mit insgesamt 1825 Rtlr. und der Aachener Schöffe und Landdrost der Reichsgrafschaft Wittem Johann Friedrich von Pelser mit 1000 Rtlr.), die der Inhaber, der Junker (Werner) von der Koeuyffen, nicht mehr tragen konnte, zwangsversteigert worden. Der Appellant hat ihn beim „Palenschlag“ für 20142 (oder 19167) Maastrichter Gulden erworben. Dagegen klagten die Gräfin von Plettenberg und ihr Sohn vor der 1. Instanz, die unter Berufung auf ihr „Einstandsrecht“ (auch: ius retractus, Schuttung, Vernäherung) die Veräußerung des Lehnsgutes rückgängig machen wollen, wobei der Allodialanteil des Lehnsguts abgetrennt oder dafür eine Entschädigung gezahlt werden sollte. Vor dem RKG ließ sich später die Witwe von Koeuyffen namens ihrer 5 Kinder von Johann Werner von Koeuyffen als Intervenientin ein und beanspruchte die Rückerstattung des streitigen Lehnshofes.
AA 0627, 1986 - G 403/1330
AA 0627 Reichskammergericht, Teil III: E-G
Reichskammergericht, Teil III: E-G >> 3. Buchstabe G
1747 - 1758 (1745 - 1758)
Enthaeltvermerke: Kläger: Ferdinand Joseph Balthasar von Geyr (Geyer) zu Schweppenburg (n Andernach bei Burgbrohl) und Aachen auf der St. Adalbertsstraße (verheiratet mit Alida Agnes de Fays), (Bekl.) Beklagter: Bernhardina von Westerholt, verwitwete Gräfin von Plettenberg und Wittem (NL) zu Nordkirchen (Kr. Lüdinghausen), und deren Gerichte in der Reichsherrschaft Slenaken (NL) (früher zur Reichsgrafschaft Gronsveld gehörig), seit 1748 auch M. J. V. D. Koeuyffen (Koiffen, Koyffen, Kouven, Couven) d’Hetz (Heeze) zu Aachen, geb. von Berg, Witwe des Johann Werner von Koeuyffen, als Vormünderin für ihre minderjährigen Kinder, seit 1749 Reichsgraf Franz Joseph von Plettenberg, (Kl.: dieselbe und ihr Sohn Franz Joseph von Plettenberg) Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1747 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann - Lic. Franz Christoph Bolles 1751 - Subst.: Lic. Johann Werner Prokuratoren (Bekl.): Lic. Ferdinand Wilhelm Anton Helffrich 1747 - Subst.: Lic. L. A. von Bostell - Subst.: Lic. Jakob Loskant 1749 - Lic. Johann Wilhelm Weylach 1748 - Subst.: Dr. Johann Hermann Scheurer Prozeßart: Appellationis cum mandato attentatorum revocatorio sine clausula Instanzen: 1. Lehnsstatthalter und Mannen von Lehen des gräflich- wittemischen Lehnshofs sowie Statthalter und Schöffen des gräflich- wittemischen Landgerichts 1746 - 2. RKG 1747 - 1758 (1745 - 1758) Beweismittel: Insinuationsgebühren (Q 28). RKG- „Ulteriores compulsoriales“ vom 4. März 1748 (Q 41). Landversammlung der Reichsgrafschaft Wittem von 1747 mit Aufzählung der dort Begüterten (Q 57). „Landvergaderungsprotokoll“ der Reichsgrafschaft Wittem von 1747 mit Berechnung der Kosten für die Einquartierung von Militär von 1745-1747 (Q 64). RKG-Urteil vom 9. Juli 1755 in Kommissions- und Liquidationssachen der Schöffen und Gemeinde von Slenaken ./. die Witwe von Koeuyffen (Couven) als Vormünderin für ihre 5 Kinder (Q 73). RKG-Urteil vom 17. Nov. 1741 in Sachen Schöffen und Gemeinde von Slenaken ./. Diederich, nunmehr Johann Werner von der Koeuyffen (Couven) sowie Johann Philibert von Ovinck (Q 74). Ebenso vom 24. Feb. 1748 (Q 75). „Rationes decidendi“, noch verschlossen (Beilage prod. 8. Mai 1748). RKG-(Bei-)Urteil vom 24. Feb. 1748 (Prot.). Beschreibung: 11 cm, 563 Bl., lose; Q 1 - 69, 71 - 76, 3 Beilagen prod. 24. Feb. 1748 und 20. Okt. 1758, es fehlt Q 70*. Vgl. RKG S 949/3265 und S 950/3266 im Stadtarchiv Aachen. Vgl. unten RKG 1988 (G 405/1332). Lit.: Friedrich von Klocke, Die ständische Entwicklung des Geschlechtes Geyr (von Schweppenburg), Görlitz 1919.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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28.04.2026, 8:45 AM CEST