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Auseinandersetzung mit dem Buch Julius Meyers (2): Briefwechsel Gottlieb von Tuchers mit der Familie Feuerbach
E 29/II Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen
Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen
14.02.1872 - 07.09.1875
Enthält:
1872 Februar 14: Brief der Henriette Feuerbach, geb. Heydenreich, aus Heidelberg (an Gottlieb v. Tucher in Nürnberg).
Las den Bericht des Adressaten in der (Augsburger) Allgemeinen Zeitung über Kaspar Hauser. Wiewohl nun überflüssig, fertigte Schreiberin doch einen Auszug aus dem Bericht ihres verstorbenen Bruders, Dr. (Friedrich Wilhelm) Heydenreichs, über Verwundung und Tod Hausers an. Mitteilung von bisher verschwiegenen Details, so z.B. der Szene, als Lehrer (Johann Georg) Meyer einige Tage nach der Beerdigung Hausers Versuche mit einem Messer an einem Stück Kalbfleisch machte, um den Bruder der Schreiberin davon zu überzeugen, dass Hauser sich selbst verletzt habe.
1872 Februar 15: Brief der Henriette Feuerbach, wie vor.
Nachschrift zum gestrigen Brief. Die dortigen Mitteilungen sind keinesfalls zur Veröffentlichung bestimmt, auch nicht zusammen mit (Georg Friedrich) Daumers Veröffentlichung.
(Siehe dazu auch Nr. 2841 Prod.1)
1872 Februar 17: Brief (Entwurf) Tuchers aus Nürnberg an die Hochverehrte Frau (= Henriette Feuerbach).
Dank für die beiden Briefe vom 14. und 15. d.M. Zusicherung der Geheimhaltung. Das Verhalten des Gensdarmerielieutnants (Joseph) Hickel ist Schreiber unbegreiflich.
1872 März 10: Brief der Henriette Feuerbach, wie vor.
Der Artikel (Julius) Meyers bringt Schreiberin dazu, erneut die Feder zu ergreifen. Zur Frage nach Hickel: Bei diesem wurde ein Wohlstand bemerkt, den er früher nicht besessen hatte. Weitere Antworten auf Fragen, welche im Briefkonzept Tuchers teilweise fehlen. So die Geschichte, dass ein Taglöhner ins Amt gekommen sei, um Hauser in den Hofgarten zu bestellen. - Erinnerung der Zolleinnehmersfrau (Josepha) Schindler in Freiburg, die bei der Geburt der Söhne der Großherzogin Stephanie (v. Baden) im Schloss als Amme tätig gewesen ist. Als sie einmal fortgeschickt worden war, fand sie bei ihrer Rückkehr anstatt des gesunden (!) Säuglings ein totes Kind vor.
(1872) März 14: Nachschrift zu vorigem.
Frau Schindler ist seit einigen Jahren tot. (...) Der Sohn des Dr. Friedreich ist hier Professor und Arzt. Schreiberin will noch heute zu ihm gehen.
1872 März 21: Brief der Henriette Feuerbach, wie vor.
Herr Friedreich, der beim Besuch der Schreiberin gerade zu seiner sterbenden Mutter nach Würzburg reisen wollte, versicherte, in dem durch ihn selbst geordneten Nachlass seines Vaters nichts gefunden zu haben, was sich auf K(aspar) H(auser) beziehe. Meinung der Schreiberin: Da der Vater ein Verschwender war, hätte er die Akten, falls er sie in Händen gehabt hätte, zu Geld gemacht oder sonst Aufsehen erregt. - Inzwischen kursiert das Gerücht vom Verkauf eines Kistchens mit Papieren aus (Johann Heinrich David v.) Henne(n)hofers Nachlass. Die Personen, von denen Schreiberin dieses erfuhr, baten kurz darauf, die Mitteilung als nicht geschehen zu betrachten. - Schreiberin ist mit dem badischen Herrscherhaus bekannt, welches ein so schönes Beispiel guten Willens und bürgerlicher Familienreinheit bietet! Freilich liegt ihr das Andenken Hausers am Herzen, aber dem jetzigen Fürstenhaus will sie keinesfalls Schaden zufügen. - Familienangelegenheit. Schreiberin ist froh, dass ihr Mann (Joseph Anselm) den Adressaten gekannt hat. Schreiberin selbst hat nur noch ein Ziel im Leben: ihrem Sohn (Anselm) zu helfen, bis er den Platz erreicht hat, der ihm vermöge seines Genies und seiner Künstlergröße gebührt - dann bin ich fertig. (...) Das Meyersche Buch wirkt doch in vielen Kreisen - so hatte ich neulich einen 2 Stunden langen (bei seiner Taubheit leider schriftlichen) Streit mit (Heinrich v.) Treitschke, wobei mir der derbe Herr Bluntschli zu Hülfe kam, als ich mit Thränen des Zornes den Kürzern zog. Er meinte, eher glaube er, daß die Akten gefälscht seien <,> als daß M. Recht hätte. (Am Rande): Die Erwiderung des Adressaten kennt Schreiberin noch nicht. Wann und wo ist diese erschienen?
1872 Oktober 1: Brief (Trauerrand) der Bertha Feuerbach, Rechenberg, an Herrn Baron (v. Tucher).
Dank für die Beileidsbekundung (wegen des Todes des Ehemanns der Schreiberin, Ludwig Feuerbachs am 13. September d.J.). Durch den Todesfall sind Schreiberin und ihre Tochter (Leonore) gezwungen, sämtliche Schränke und Kisten zu durchsuchen. Und meine Tochter hat schon manches Interessante gefunden. Sollte etwas für den Adressaten gefunden werden, wird man ihm dies mitteilen.
1873 Februar 4: Brief (Trauerrand) der Leonore Feuerbach, Nürnberg, an Herrn Baron (v. Tucher).
Im Auftrag der Mutter muss mitgeteilt werden, dass man die Briefe Hickels an Staatsrat (Paul Johann Anselm) von Feuerbach, den Großvater der Schreiberin, nicht gefunden hat.
1875 September 7: Brief der Henriette Feuerbach aus Heidelberg (an Tucher).
Die in der Allgemeinen Zeitung veröffentlichten Artikel des M(eyer) sind dem Adressaten sicherlich bekannt, wie auch die Erklärung des Sohnes der Schreiberin. Bitte um Rat, wie weiter zu verfahren sei. Schreiberin zieht demnächst nach Nürnberg.
Umfang/Beschreibung: 9 Prod
Archivale
Bemerkungen: Acc.Nr. D 1/2014
Bemerkungen: Prod. 4: Frau Schindler lt. F. K. Broch (d.i.: Georg Friedrich Kolb): "Kaspar Hauser", 1859, S. 35 ff: Anna. Lt. Otto Mittelstädt: "Kaspar Hauser und sein badisches Prinzentum" 1876, S. 98 ff: Josepha, geb. Haas (Dieser Autor benützte das badische Hausarchiv!)
Bemerkungen: Prod. 6: Der badische Major Hennenhofer gilt in der 'klassischen' Hauserliteratur als einer der Hintermänner, wo nicht gar Täter der Entführung Hausers und der Anschläge auf diesen, vgl. Nr. 2832
Bemerkungen: Pord. 7: Weswegen Tucher mit Material im Nachlass Ludwig Feuerbachs rechnete, ergibt sich aus Nr. 2854
Indexbegriff Person: Bluntschli, N
Indexbegriff Person: Daumer, Georg Friedrich Prof.
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