A: Jorg Vorster, Sohn des verst. Gerichtsschreibers Johann Vorster,
Bürger zu Nürnberg. S: Stadt Nürnberg. Betreff: Testament. Die einzelnen
Bestimmungen lauten: 1) sein bestes Buch, genannt das Neue Testament, und
drei Teile der Bibel vermacht er den Kartäusern (in Nürnberg);. 2) das Buch,
auf dem außen geschrieben steht volumen plurimarum materiarum, vermacht er
(dem Schottenkloster) St. Egidien (in Nürnberg);. 3) ein mit schwarzem Leder
überzogenes Buch vermacht er den Predigern (in Nürnberg);. 4) den einen Teil
der auf Pergament geschriebenen Bibel vermacht er den Augustinern (in
Nürnberg);. 5) das Buch, in dem auf dem ersten Blatt oben rot geschrieben
steht Speculum humane saluacionis vermacht er den Brüdern U. Frau;. 6) das
Messbüchlein vermacht er dem Gotteshaus zu Farembach, auf dem das Cruzifix
steht, damit man dort seiner Seele gedenkt;. 7) 100 Gulden vermacht er der
Frauenkapelle in Nürnberg, um das Gehäuse zwischen den zwei Orgeln auf das
schönste zu fassen und zu vergolden; wenn aber die 100 Gulden nicht
ausreichen sollten, soll man das Nötige ´erfüllen´;. 8) 100 Gulden vermacht
er dem Marien-Bild an der Säule neben dem St. Johannis-Altar in St. Sebald
(in Nürnberg), um das Gehäuse und die Flügel auf das schönste zu fassen und
zu vergolden;. 9) 50 Gulden vermacht er den Barfüßern (in Nürnberg) zu ihrem
Bau, wo es ihnen am nötigsten ist;. 10) von den 40 Gulden, die Clas
Verlieser ihm schuldig ist, vermacht er 20 Gulden für eine Seelmesse und 20
Gulden samt den 3 Fuder Weins, die ihm Clas Verlieser ebenfalls schuldig
ist, hausarmen Leuten;. 11) 100 Gulden vermacht er dem Kloster Langenzenn;.
12) 100 Gulden vermacht er Erhard, dem Sohn seines verst. Bruders Johann;.
13) den Anteil am Haus seines verst. Vaters in der St. Egidien-Gasse (in
Nürnberg) vermacht er den Kindern seines Bruders Sebold; wenn man das Haus
verkaufen sollte, soll man den Kindern von dem ihm gebührenden Anteil am
Kauferlös ein Ewiggeld kaufen;. 14) einen eisenfarbenen Mantel ohne Futter
vermacht er seinem Knaben Peter, der jetzt bei ihm ist;. 15) seiner
Kellnerin Kathrein vermacht er das Bett, das sie unter sich hat, zwei
Leilach und eine Decke;. 16) 100 Gulden vermacht er dem Reichen Almosen auf
dem St. Sebalds-Friedhof;. 17) je 10 Gulden vermacht er jedem der vier
Siechköbel vor der Stadt;. 18) 5 Gulden vermacht er zu St. Martha;. 19) 5
Gulden vermacht er zu dem Hl. Kreuz vor der Stadt, um davon den armen
Pilgern Speise zu kaufen;. 20) 10 Gulden vermacht er dem neuen Spital und
ebenfalls 10 Gulden dem alten Spital bei St. Jakob;. 21) den verbleibenden
Rest sollen seine Geschwister zu gleichen Teilen unter sich teilen. Zu
Vormündern seines Geschäfts bestellt er seinen Oheim Erhard Frey, seinen
Bruder Sebold Vorster und seine Schwester Margret Awracherin. Zeugen: Herr
Friedrich Vsmer und Herr Peter Kulsheimer.