Testament der Maria v. Romberg. Haupterbe ist ihr Bruder Conrad Philipp v. Romberg, Herr zu Bladenhorst und Colvenburg, krfl. brdb. Clevischer- und Märkischer Geheimer Regierungsrat, Justiz- und Hofgerichtspräsident. Der Erblasserin Nichte (und Conr. Phil. Tochter) Theodore Gertruid Lucie v. Romberg erhält die 200 Reichstaler, die Maria v. R. bei den Märkischen Landstände ausstehen hat, wovon Conr. Phil. v. R. bis dato die Zinsen genossen, seiner Schwester aber "dieselbe auss der Hellingswischen (so von Berschword erblich anerkaufft) jährlichs wieder vergutet" hat. Eine andere Nichte (auch Tochter Conr. Phil.) Christine Judith v. R. erhält die 210 Reichstaler, die Maria v. R. beim Einkauf der Hellingswiese vorgeschossen und welche pfandweise auf der Wiese stehen geblieben sind. Die Erblasserin und ihre +Schwester Anges v. R. haben z.Zt. "in die so genante lange Wische, so vormals nach Emblinghoffen gehörig gewiesen ist" 365 Reichstaler vorgeschossen. Von der Wiese hat nachher Conr. Phil. v. R. "die erbschafft fur zweihundert Reichstaler an sich gekauffet, mir aber die volle wische geniessen lassen". Die jährlichen Zinsen von diesen 365 Reichstalern vermacht nun Maria v. R. ihren beiden Nichten den Schwestern Anna Catharina und Margaretha Sybilla von der Lipp gen. Hoen. Nach beider (!) Tode fällt das Kapital an der Erblasserin "Vetter" und "Patte" Conrad Steffen. Ferner vermacht sie noch einige Toilettegegenstände an letzterwähnte 2 Nichten. Ihren beiden Nichten, Frl. Theodora Gerdruit Lucie und Frl. Christine Judith v. R., vermacht Maria v. R. noch: 1) 300 Reichstaler, "so an das Ampt Hörde angelagt sein", 2) item die 2 Verschreibungen, jede auf 150 Reichstaler, die der Erblasserin verstorbene Mutter und Bruder unterschrieben haben, 3) einen in der Cammer zu Brünninghausen befindlichen Kasten mit Inhalt. Die darin befindlichen Obligationen sollen jedem, dem sie vermacht sind, eingehändigt werden. Sodann erhält noch Theod. Gertr. Lucie v. R. einige Toilette- und sonstige Gegenstände [Genannt wird der Erblasserin verstorbene Schwester Anna Theodore]. Die jüngere Nichte Christ. Judith v. R. erhält noch weiter "die Gastwische", die "von dem Gastmeister zu Dortmundt" erblich gekauft ist und sonstiges Mobiliar. Von ihrem Kindsteil vermacht Maria v. R.: 1) ihrem Vetter Otto Caspar v. R., Herrn zu Brünninghausen 100 Reichstaler und 1 Diamantring (dessen Frau einen Silberbecher), 2) ihrem Paten und Vetter Conrad Steffen v. R. noch 200 Reichstaler und endlich 3) ihren beiden Vettern Carol Johan Friederich und Caspar Otten Lotteren v. R. jedem 100 Reichstaler. Von Etwaigem in Kisten und Kasten vorhandenem Bargeld u.a.m. sollen ihrem Haupterben [und Bruder] 200 Reichstaler ausgezahlt werden. 100 Reichstaler werden "zu besserer Unterhaltung eines zeitlichen Pastoris reformirter Religion zu Wellinghoffen" "an dasige Pastorat" vermacht. 50 Reichstaler erhält die reformirte Schule zu Wellinghoven, deren Zinsen jährlich dem Pastor und Schulmeister zu gute kommen. ! was die Erblasserin auf einem besonderen Zettel ihrem Testament beifügen wird, haben ihre Erben "zu observiren", als wenn es im Testament selbst stände (cf. Appendix vom 12. Juli 1696). Geschehen zu Dortmundt. Auf der 2. folgenden Seite folgt die Unterschrift nebst aufgedrückten Siegeln von 7 Zeugen, die die Erblasserin am Donnerstag, den 5. Juli 1696 zu Schmiemanshof in Dortmundt, ihre zt. Wohnung, beschieden und als Zeugen gebeten hat. Es sind ff.: 1) Joh. Ernst Bömecken; 2) Peter Hopman; 3) Peter Schwevers; 4) Henrich Gunnermann; 5) Henrich Scheidt; 6) Wilhelm Meyer; 7) Diderich Klumpman. Da letztere beiden kein eigenes Siegel hatte, setzten sie das von Meister Henderich Schmitt zu ihrem Namen.