Dekan Walter in Tüngental, Pleban Walter von Fischach und Priester Marquard gen. von Ingelfingen bekunden in einem Kommissionsauftrag nach Befragung glaubwürdiger Männer gegenüber dem Dekan und würzburgischen Archidiakon Goldstein (Goltstein): Die Einkünfte (oblationes, remedia seu alias obventiones) des Altars der Pfarrkirche in Hall belaufen sich im Jahresdurchschnitt (uno anno alteri cooparante) auf etwa 200 Pfund Heller. Davon werden 140 Pfund Heller für Personal- und Sachausgaben des Plebans veranschlagt. Diese Ausgaben setzen sich zusammen [1] aus den Kosten für den Unterhalt des Plebans und seiner Hausgenossenschaft (familia), das sind drei Mitpriester (sacerdotes socii), ein Schüler (scolaris), ein Diener und ein Dienerin (famulus et famula), [2] den Kosten der Herbergspflicht (hospitalitas) und [3] aus den Ansprüchen (iura) des Bischofs, Erzbischofs und päpstlicher Legaten und den Kosten sonstiger Aufgaben. Für den Anschlag sind die derzeitigen Preise etwas erhöht, um allen Preiseventualitäten (ad annalis temporis eventum) vorzubeugen. Er beruht auf folgenden Einzelposten: 52 Scheffel Dinkel (spelta), 26 Scheffel Roggen (siligo), 20 Scheffel Hafer Haller Meß je Scheffel zu 6 Schilling = 30 Pfund 12 Schilling Heller; 3 Fuder (karrata) Wein zu je 8 Pfund Heller, Fische zu 10 Pfund Heller, Schweine zu 10 Pfund Heller, Rinder zu 6 Pfund Heller, Frischfleisch zu 10 Pfund Heller, Lohn für Mitpriester und die übrigen Hausgenossen 10 Pfund Heller (dabei wurde der bisherige Lohn um 10 Schilling erhöht), 20 Pfund Heller für die Kleidung des Plebans, 20 Pfund Heller für kirchliche Abgaben (pro iuribus ecclesie) und die Herbergspflicht. Diese Summe genügt für die Ausstattung der Pfründe. Der Rest von 60 Pfund Heller kann nach Meinung der Aussteller dem Tisch von Abt und Konvent in Comburg (Kamberg), denen die Pfarrei inkorporiert ist, zugeteilt werden. Es liege im Ermessen des Archidiakons, die vorgeschlagene Abgabe anzuerkennen oder zu verringern, da er im letzten Jahre sie auf 56 Pfund Heller festgesetzt habe. Die Aussteller nehmen die Berechnungen auf ihren Eid.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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