Der öffentliche Notar Gottfried Ernst von Hersfeld (Hersfeldia) beurkundet im Jahr 1384, in der siebten Indiktion, im siebten Jahr des Pontifikats Papst Urban VI., am letzten Tag des Monats März, um die Zeit der Nona, in Großostheim (Ostheim): Vor dem Landgericht, besetzt durch den Zentgrafen Gerung, den Vogt Hermann und die Landschöffen Johann Sickenhofer und Konrad Manegolt aus Großwallstadt (Walstad), Konrad Schultheiß aus Mömlingen (Mummelingin), Hermann Hacke aus Radheim (Rodin), Johann Simeler aus Mosbach (Maspach), Johann Müller aus Pflaumheim (Phlu/o/mheim), Heinrich Schönbrot (Schonebrot) aus Ringenheim (Rynginheim), den Vogt Hermann, Siegfried Koch und Berthold Alker junior aus Großostheim sowie den Wirt Gerung aus Niedernberg (Nydirnborg), haben in seiner und der beigezogenen Zeugen Gegenwart der Aschaffenburger Bürger Siegfried Bender und seine Ehefrau Hille für sich und ihre Erben, Peter Schildecker und seine Ehefrau Agnes für sich, Mechthild (Mecze), die Schwester der Agnes, und ihre Erben sowie Mechthild von Dieburg (Dyppurg) für sich und ihre Erben Dekan und Kapitel des Stifts Aschaffenburg eine Gült von 2 Malter Roggen (korn) Aschaffenburger Maß verkauft. Diese Gült war den Verkäufern bisher von einem Gut und seinen Zugehörungen in Dorf und Gemarkung Niedernberg entrichtet worden, das der alten Schedin gehört hatte und das sie von Adelheid Creiß geerbt haben. Sie haben die Gült dem Zentgrafen Gerung aufgegeben. Dieser hat dann den Präsenzmeister (presencionarius) des Stifts Aschaffenburg, den Stiftsvikar Nikolaus Walhuser, als Vertreter der Käufer in deren Besitz gesetzt. Auf dessen Bitte hat der Notar die Vorgänge in Form eines Notariatsinstruments beurkundet. Danach hat Konrad Schade, der derzeit das Gut in Niedernberg bewirtschaftet, vor dem Landgericht die zu dem Gut gehörenden Feldgüter gewiesen: Im Oberen Feld: - 0,75 [Morgen] Acker in der Oberen Au über die der Auweg verläuft. Sie ziehen unten auf den Main und oben auf die Straße. - 0,5 Morgen Acker in dem Goswintal (Goswynßal). Im Mittleren Feld: - 0,75 Morgen Acker unter der Hohen Anwande. Anliegerin ist unten Katharina Sneblin von Großwallstadt. - 0,5 Morgen Acker. Anlieger ist auf beiden Seiten Peter Schnabel (Snabil). - Ungefähr 1,25 Morgen Weinberg anstoßend an Peter Schnabel. Im Unteren Feld: - 0,5 Morgen Acker bei der Wegscheide. - 1 Morgen Acker bei dem Zielbaum anstoßend an Espilbechir, Siegfried Fecher und den Zentgrafen Gerung.

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Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg
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